Für größeres Bild bitte klicken!Norwegen ist als Mountain Bike Revier bei weitem nicht so bekannt wie die Alpen. Die Natur ist rauher und die Landschaft nicht so erschlossen. Trotzdem gibt es auch hier einige schöne Strecken. Eine davon ist der Rallarvegen.

 

Während unserer Norwegentour 2006 fuhr ich das Teilstück von Flåm nach Myrdal und zurück....

Für größeres Bild bitte klicken!Als zwischen 1895 und 1902 der Hochgebirgsabschnitt der Bergensbahn gebaut wurde, benötigte man zum Bau einen Transportweg – der Rallarvegen entstand. Von Hand gebaut, beginnt der Rallarvegen an der Baumgrenze im Osten bei Haugastøl und führt hinauf in die kargen Berge mit einer schönen Aussicht auf Gebirgsseen, schneebedeckte Gipfel und den Gletscher Hardangerjøkulen. Westwärts Richtung Vatnahalsen und Myrdal trifft man auf prächtige und wilde Gebirgsabschnitte, wie die mächtige Klavaschlucht.

Für größeres Bild bitte klicken!Von Vatnahalsen geht der Weg in 21 Kurven abwärts ins Myrdalskleiva und weiter hinunter ins schöne Flåmtal nach Flåm.

Für größeres Bild bitte klicken!Eine zweite Variante führt nach Voss, kann aber im Bereich durch den Gravhalstunnel nur mit dem Zug passiert werden kann.

Der Ralarvegen wird seit den 70er Jahren als Radfernweg genutzt. Die tiefer liegenden Abschnitte haben einen guten Bodenbelag, während die höher liegenden Abschnitte oft recht grob sein können. Der Weg im Gebirge führt in eine niederschlagsreiche Gegend, wo es keine Möglichkeit gibt, sich vor Wettereinbrüchen zu schützen. Selbst im Sommer kann der Niederschlag als Schnee fallen. Oft ist das Teilstück zwischen Finse und Hallingskeid auch im Sommer auf Grund des vielen Schnees nur mit dem Zug zu umfahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Ich fuhr das Teilstück von Flåm nach Myrdal im Juni 2006 als Tagesausflug. Bei herrlichem Wetter startete ich auf dem Campingplatz in Flåm. Die ersten 10 km führte der Weg leicht ansteigend auf einer schmalen Asphaltstraße durch das Flåmtal. Hinter dem Haltepunkt Lunden der Flåmbahn wurde de Besiedlung zunehmend dünner. Und hinter der Kirche sah ich nur noch vereinzelte Häuser abseits der Straße. Bei dem Rjoandefossen verschwindet die Eisenbahn erstmals in einem Tunnel. In der Folge hat man sehr schöne Blicke auf die Bahnlinie. Manchmal lohnt es sich echt auf einen Zug zu warten. Ab Berekvam geht der Weg in eine Schotterpiste über und ist nur noch für Anlieger frei. Durch eine Modelleisenbahnlandschaft fährt man vorbei an Schaf- und Ziegenweiden; die Bahnlinie immer in Sicht- oder Hörweite. Ein ca. 100 m langer Tunnel erfordert höchste Konzentration, wenn man (wie ich) ohne Beleuchtung hindurch fährt. Bei Kårdal liegt ein schöner Rastplatz unmittelbar an einer Brücke über einen Wasserfall. Über eine Ziegenweide fährt man nun weiter bergauf.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Eisenbahn wird nun am gegenüberliegenden Hang geführt und ermöglicht so tolle Ausblicke aus der Ferne. Man kann sehr schön beobachten, wie die Züge durch Tunnels und eine Galerie am Hang hinauffahren. Am Ende der Weide beginnt ein Serpentinenweg nach Vatnahalsen. Ich muss zugeben, dass ich zwischenzeitlich öfters abgestiegen bin und geschoben habe. Der Untergrund war zu locker, so dass ich keine Traktion auf das Hinterrad bekam. Dafür brauchte ich mich auch nicht so zu konzentrieren und konnte die Ausblicke genießen. Für größeres Bild bitte klicken!Das letzte Stück nach Myrdal war wieder fahrbar. Myrdal selbst ist so wie das Dorf auf einer Modelleisenbahn. Bahnhof, vier Häuser und ein Cafe. Und dort (ich war der einzige Gast) genoss ich hausgemachte Waffeln mit saurer Sahne und den Blick auf die Landschaft. Ich sah die Züge ein- und ausfahren und die Touristen mit ihren Rücksäcken und Koffern umsteigen. Ein paar wenige stiegen auch in Myrdal aus und wanderten ein paar Haltestellen in Tal hinunter, um dann aber wieder mit dem Zug weiterzufahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Meine Abfahrt wurde ein Gedicht. Auf dem Serpentinenweg noch sehr konzentriert, fand ich danach aber die Gelegenheit beim Downhill den Blick schweifen zu lassen. Und mehrmals habe ich die Geschwindigkeit raus genommen und den Fotoapparat gezückt.

Nach insgesamt 42 km und fünf Stunden Fahrzeit erreichte ich wieder den Campingplatz.

Hinter mir lag eine Mountain Bike Tour durch eine Modelleisenbahnlandschaft – und ich war mittendrin.

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