Für größeres Bild bitte klicken!Wohin fährt man in den Urlaub, wenn man im letzten Jahr auf den Lofoten war? Als die Frage nach dem Urlaubsziel für 2009 aufkam, war die Antwort relativ einfach: Nachschlag holen! Wir möchten noch mehr von der Mitternachtssonne sehen und die tolle Landschaft am Nordmeer erleben. Dabei war uns die lange Anreise egal. Der Weg ist das Ziel und wir wollten diesmal sogar noch etwas weiter nach Norden. Auf den Vesterålen eine Walsafari besuchen, das wäre doch was!

routeViele Reiseführer schlagen die Route über die E4, an der schwedischen Ostküste hoch, zu den Lofoten vor. Um uns ein eigenes Urteil darüber bilden zu können, und weil die Route über Stockholm führt, wählten wir diese Strecke für die Hinfahrt. Stockholm hatte uns 1998 schon einmal begeistert und wir wollten dort wenigstens für einen Tag Station machen.

Der Hobby 600 bekam frisches Motoröl und das zweite Reserverad auf den Fahrradträger. Am Heckbett wurden noch ein paar Ablagen als Nachttisch montiert und der Mückenschutz verbessert. Für die Führerhaustüren baute ich noch einsteckbare Lüftungsgitter.

Auf nach Stockholm

Für größeres Bild bitte klicken!Uns standen knapp vier Wochen Reisezeit zur Verfügung, als wir am Montag, den 08.06.09 gegen Mittag in Recklinghausen starteten. Schnell hoch und langsam zurück war auch in diesem Jahr wieder die Devise. Auf Grund vieler Baustellen zwischen Bremen und Hamburg fuhren wir in diesem Jahr über Hannover in den Norden. In Puttgarden machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Ostsee und betrachteten schon mal aus der Ferne die Fährschiffe. Bei untergehender Sonne setzten wir gegen 20:45 Uhr nach Rødby über, um dann ohne Zwischenstop durch Dänemark nach Helsingør zu fahren. Für größeres Bild bitte klicken!Nach Mitternacht erreichten wir den Fährhafen. Ein roter Vollmond strahlte über der Ostsee, so als ob er uns verabschieden wollte. Für längere Zeit würden wir keine Dunkelheit und keinen Mond mehr sehen. Während der Hunde-Gassi-Runde machte ich ein paar Aufnahmen vom Fährbahnhof der Eisenbahn. Die „M/F Tycho Brahe" brachte uns um 1:40 Uhr schließlich nach Schweden.

In Helsingborg kam die erste unangenehme Überraschung auf uns zu: Klara verweigerte den Dienst! Klara, das ist unser Navigationsgerät, kam wohl mit dem Kartenwechsel nicht zurecht. Auch mehrmaliges Reseten konnte Klara nicht zur Arbeit überreden. So mussten wir unsere Reise schließlich ohne Navigationsgerät fortsetzen - wofür hat man denn eine Beifahrerin?

Für größeres Bild bitte klicken!Diese lotste mich dann auch richtig auf die E4. Dort fuhren wir noch eine gute Stunde durch die dunkle Nacht. Gegen 3:30 Uhr erreichten wir vor Ljungby den Rastplatz, auf dem wir schon im vergangenen Jahr übernachtet hatten. Im Nebel des beginnenden Tages parkten wir unseren Hobby 600 nach den ersten 858 km und schliefen auch sofort ein.

Der nächst Morgen begann natürlich zunächst mit einem Hundebad. Bisher hatten wir immer angenommen, es handelt sich bei dem Gewässer um einen See. Es ist allerdings der Fluss Lagan, der die E4 eine ganze Weile begleitet. Giovanni war es egal, Hauptsache schwimmen.

Anschließend fuhren wir auf der E4 weiter gen Norden. In Jönköping stoppten wir bei einem Einkaufszentrum. Geld holen, einkaufen und voll tanken stand auf dem Programm. Ich freute mich schon auf den schwedischen Kanelkranz und die anderen leckeren Kuchenteilchen. Bei Nörrköping verließen wir die Autobahn kurzzeitig und suchten uns einen Parkplatz am Göta-Kanal für unsere erste schwedische Kaffeepause in diesem Jahr. Zurück auf der Autobahn näherten wir uns schnell Stockholm. Der Verkehr wurde zusehends dichter. Jetzt machte sich auch das Fehlen von Klara bemerkbar. Ich hatte mich auf sie verlassen und nur eine grobe Übersichtskarte eingesteckt. Es war gar nicht so einfach für Ulrike uns im Feierabendverkehr zum Stellplatz auf die Insel Långholmen zu führen. Im Gegensatz zum Campingplatz, den wir vor 11 Jahren besucht hatten, lag der Stellplatz unmittelbar in Stadtnähe auf einer grünen Insel.

Für größeres Bild bitte klicken!Bei Långholmes Husbilscamping handelt es sich im Grunde um einen Parkplatz mit einem Toilettencontainer. Mit 220 SKR für eine Nacht mit Strom auch i.O. Nichts für Urlaub, aber als Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung für uns ideal. Einerseits ist man mit dem Hund sofort im Park, wo alle Stockholmer ihre Hunde ohne Leine laufen lassen, andererseits kann man schön zu Fuß am Wasser entlang in die Altstadt laufen. Beim ersten Erkundungsspaziergang mit Giovanni konnte ich direkt ein paar schöne Fotos von der Altstadt auf den Chip speichern. So hatten wir uns das auch für den nächsten Tag vorgestellt.

Für größeres Bild bitte klicken!In der Nacht wurden wir allerdings von Regentropfen geweckt. Sie prasselten auf das Wohnmobildach und ließen die Stimmung etwas sinken. Gestern war es doch noch so schön und heute alles grau und trübe. Nach dem Frühstück machten wir uns dann mit Regenzeug bekleidet auf den Weg in die Altstadt. Wenigstens hatte es im Moment aufgehört zu regnen. Wir schlenderten durch die engen Gassen mit Ziel auf das Schloss. Um 12:15 Uhr findet hier die Wachablösung statt. Leider fing es jetzt wieder zu regnen an und trotz erhöhter Position auf einem Sims war der Ausblick meist durch Regenschirme versperrt. Das wesentliche bekamen wir aber dennoch mit. Mich wunderte vor allem die Lockerheit der schwedischen Wachen. Sie grinsten und flachsten mit den Zuschauern. Wenn ich mich da an die Wachen in London erinnere - stocksteif und todernst, kein Vergleich. Ich wunderte mich dann bei einigen Uniformen noch über die Wölbungen auf der Brust. Da waren tatsächlich Frauen bei. Klar, Schweden ist ein modernes Land!

Für größeres Bild bitte klicken!Nach der Wachablösung setzten wir unseren Rundgang durch Gamla Stan fort. Leider regnete es zwischendurch immer mal wieder. Das hatte aber auch seine lustigen Seiten. Auf dem Stortorget sahen wir drei Mädchen unter einem Regenschirm sitzen und die Giebel der Häuser am Markt malen. Zu schön, wenn sie unter dem Schirm hervorguckten und immer mal wieder Maß nahmen.

Irgendwann überquerten wir die Vasabron und gingen in die neue City. Von dort wollten wir eine Stadtrundfahrt unternehmen. Als wir die Hamngatan erreichen, hören wir laute Technomusik. Dann sahen wir einen Lastwagen. Auf seiner Ladefläche waren riesige Lautsprecher installiert und junge Leute tanzten im Takt der Musik, winkten den Passanten zu und prosteten mit Bierdosen zu. Auf Transparenten stand irgendwas von „Danke, Mama" und viele Namen. Auf ein Mal kam ein zweiter LKW, und dann ein dritter und immer mehr. Sie fuhren zwischen den Kreisverkehren Sergels Torg und Nybroplan die Hamngatan immer rauf und runter. Die Passanten blieben stehen und klatschten mit und die jungen Leute feierten ausgelassen. Bald erkannten wir auch den Grund der Freude: Student 2009 - vergleichbar mit unserem Abitur feierten die jungen Leute ihren Schulabschluss. Für größeres Bild bitte klicken!Während Ulrike in den Galerien - einem Einkaufszentrum - mal auf kleine Mädchen musste, hatte ich Spaß an der Loveparade und machte reichlich Aufnahmen. Irgendwann machte ich mir doch Sorgen um meine Frau. Hatte sie sich verlaufen? Gerade als ich sie anrufen wollte, kam sie aus einer ganz anderen Ecke zurück. Das Untergeschoß der Galerien führte unter die Straßen und sie kam in einer ganz anderen Straße wieder ans Tageslicht. Dann musste sie mich erst einmal suchen und war dann sichtlich froh, mich wieder zu haben. Zur Belohnung gab es bei einem Italiener eine Stärkung. In der Touristeninformation belegte ich erst einmal einen Internetrechner. Neben Grüßen in die Heimat wollte ich auch einen Blick auf den Wetterberichte werfen: Stockholm Regen - Lofoten Sonne. Nur dass es in den nächsten Tagen umgekehrt werden sollte, machte mir doch ein bisschen Sorgen. Aber ändern konnte ich es eh nicht und das Programm deshalb über den Haufen zu werfen war es nicht wert.

Für größeres Bild bitte klicken!So erwischten wir gerade noch den letzten Stadtrundfahrtbus, der komischerweise schon um 16:00 Uhr fährt. Es war ein Doppeldecker der „Blauen Linie" und er fuhr uns zunächst auf die Insel Djurgården. Hier befindet sich neben verschiedenen Museen auch der Vergnügungspark Gröna Lund. Anschließend ging es durch das Diplomatenviertel zum Kaknästornet, dem Fernsehnturm. Bei schönem Wetter hat man von seiner Aussichtsplattform einen tollen Blick über Stockholm. Nur leider sahen wir heute kaum seine eigene Spitze. Dafür aber den Freihafen und die Fähren nach Finnland und ins Baltikum. Durch wunderbare alte Stadtteile mit bemerkenswerter Architektur führte der Weg dann wieder in die Innenstadt. Vorbei an den vielen Geschäften, Restaurants und Vergnügungsbetrieben. Jetzt sahen wir auch wieder unsere Loveparade. Diesmal waren wir im Obergeschoss des Doppeldeckers aber auf Augenhöhe mit den Students und konnten ihren Spaß richtig aus den Gesichtern lesen.

Am Opernhaus verließen wir den Bus und gingen zu Fuß am Reichstag vorbei zum Rathaus. Hier erwischte uns mal wieder ein Schauer. Vorbei an wunderschönen Fassaden von Häusern, in denen ich nicht wohnen möchte, gingen wir zum Rålambshovsparken. Hier konnten wir trotz des nicht gerade guten Wetters vielen Stockholmern bei Sport und Spiel zuschauen. Nun brauchten wir nur noch eine Brücke zu überqueren und waren wieder auf Långholmen. Ich freute mich nur darüber, dass ich gestern schon die Fotos von der Brücke gemacht hatte. Da schien ja noch die Sonne.


Von Küste zu Küste

Für größeres Bild bitte klicken!Nach einer weiteren Übernachtung auf dem Stellplatz verließen wir am nächsten Morgen Stockholm über die E4 und fuhren weiter in Richtung Norden. Zunächst nach Uppsala und dann weiter nach Gävle. Bis hierher war die Autobahn neu ausgebaut. Wir mussten an einer Raststätte tanken. Sie war ganz im chinesischen Stil erstellt und zum Teil noch im Bau. Ich habe mich nur gefragt, wie sich so etwas mitten in der Landschaft lohnt. Muss aber offensichtlich, sonst hätte es keiner gemacht.

Für größeres Bild bitte klicken!Nun wurde die E4 immer abwechselnd zwei- bzw. einspurig. Abgetrennt durch gespannte Seile. Das war schon sehr gewöhnungsbedürftig, zumal ein reger Verkehr herrschte. In Söderhamn hielten wir an einem Einkaufszentrum; wir mussten ja unseren Kuchen kaufen. Als wir heraus kamen, fuhr ein blauer Hobby 600 auf den Parkplatz und stellte sich neben unser Fahrzeug. Natürlich kamen wir sofort mit den Besitzern ins Gespräch. Sie fuhren schon seit sieben Jahren einen 88er Benziner. Mit guten Wünschen trennten wir uns wieder, nicht ohne Ihnen eine Karte zur Webseite mitzugeben.

Der Himmel war immer noch grau und zwischendurch regnete es immer mal wieder. Bei Harmånger verzehrten wir unseren Kuchen und weiter ging es. Schließlich sollten heute wieder Kilometer gefressen werden. Bei Sundsvall sahen wir zum ersten Mal die Ostsee. Für größeres Bild bitte klicken!In Härnösand steuerten wir die Stadtmitte an. Giovanni brauchte etwas Bewegung und hier sollte es eine schöne Altstadt geben. Zwischenzeitlich kam auch die Sonne durch und es war Cabriowetter, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir staunten nämlich über die vielen Oldtimer, zum Großteil Amischlitten ohne Dach, und die eleganten Leute darin. Bis wir dahinter kamen, auch hier wurde Student 2009 gefeiert. Nur auf andere Art - ländlich konservativ halt. Die Abiturienten wurden in Oldtimern oder anderen chicen Nobelkarossen durch die Stadt chauffiert. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in der Hauptstadt trugen sie schwarze Anzüge bzw. elegante Abendkleider. Vor der Kirche gab es eine regelrechte Präsentation der Abiturienten. Immer und immer wieder fuhren sie an der Menge vorbei und wurden von den Zuschauern beklatscht. Zwei junge Männer tanzten etwas aus der Reihe. Sie fuhren mit einem Tandem - der Umwelt zuliebe.

Nach dieser Abwechselung fuhren wir noch bis gegen 21:00 Uhr. Dann hatten wir seit dem morgen 582 km zurückgelegt. Das reichte für heute und wir fanden hinter Örnsköldsvik Mosjöns Camping Stugby. Für 175 SKR hatten wir Strom und Giovanni auf jeden Fall seinen Badeplatz gesichert.

Für größeres Bild bitte klicken!Der nächste Morgen begann wie angekündigt mit „Hund im Wasser". Dann ging es wieder auf die E4. Heute wollten wir bis zum Polarkreis. Bis Umeå folgten wir den Wegweisern mit dem schönen Namen Haparanda. Hier überquert die E4 die finnische Grenze. Aber so weit wollten wir ja nicht. Wir bogen also bei Umeå auf die E12 in Richtung Mo I Rana, verließen diese bei Lycksele nach gut 130 km aber schon wieder und folgten der Rv365 in Richtung Arvidsjaur. Bei Rusksele fanden wir einen tollen Rastplatz für unsere Kaffeepause. Nur eine Tankstelle mussten wir etwas länger suchen. Die erste Münzsäule war leer - der Tankwagen kam erst morgen Nachmittag wieder. An der zweiten Tanke wurden wir dann fündig. Glücklicherweise war sie mit Personal besetzt, sonst wäre unsere Mastercard nicht akzeptiert worden. IFür größeres Bild bitte klicken!n Glommersträsk wechselten wir von der Rv365 auf die Rv95, den alten Silberweg. Hier merkten wir auch unvermittelt, dass wir uns in Lappland befanden. Die ersten Rentiere liefen auf der Straße rum. Anfangs war es noch lustig und wir machten Fotos. Später war es einfach nur noch gefährlich. Die Tiere stehen nämlich einfach auf der Straße. Wenn man ankommt gucken sie einen an und man kann sich dann überlegen, wie man dran vorbei fährt. Und meistens laufen sie genau in diese Richtung weg.

Im Gegensatz zur E4 war die Fahrerei jetzt aber auch wesentlich entspannter. Die Straße ist breiter, geradliniger und vor allem war weniger Verkehr. Das sind eigentlich die Argumente, die aus meiner Sicht für den Inlandsvägen sprechen. Jetzt waren wir einmal die E4 hochgefahren, aber als Transitstrecke für die Lofoten muss ich sie nicht noch einmal fahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Aber wieder zurück zu unserer Reise. Wir fuhren durch Arvidsjaur weiter in Richtung Westen. In Arjeplog stoppten wir für einen kleinen Spaziergang. Dieser Ort ist als Testgelände für die Autoindustrie berühmt. Hier werden im Winter die neuen Autos und Techniken der verschiedenen Automobilmarken auf ihre Wintertauglichkeit getestet. Rund um den Ort gibt es groß eingezäunte Gelände und Hallen von Fiat, Bosch und Co. Jetzt im Sommer war der Ort aber ausgestorben. Wir beguckten uns die Kirche und den Außenbereich des Silberstraßen-Museums und schlenderten etwas durch den Ort. Dann ging es weiter. Wir wollten heute Abend noch bis zum Polarkreis.

Kurz hinter Lillviken weist ein Schild auf den Polarkreis hin. Dort gibt es auch einen Campingplatz. Verzweifelt suchten wir nach jemanden zum Anmelden, bis uns jemand sagte, die Besitzer seinen wohl zu einer Feier gefahren. Na gut, dann können wir ja am nächsten Morgen bezahlen.

Ich ging die übliche Abendrunde mit Giovanni und machte dabei einige Fotos der Landschaft und des bewölkten Himmels, der zeitweise Sonnenstrahlen durchließ. Vom Polarkreis sahen wir nichts. Kein Stein, kein Schild, kein nichts... Ebenso wenig sahen wir am nächsten morgen die Besitzer. Sie lagen wohl noch in Essig...

Für größeres Bild bitte klicken!Wir starteten zur letzten Etappe vor den Lofoten. Heute sollte es nach Bodø und dann mit der Fähre auf die Inseln gehen. Aber bis dahin lagen noch ein paar Kilometer vor uns. Die Straße führte uns immer höher hinauf. Die Birken wurden immer mehr durch Moose abgelöst und die Schneefelder wurden immer größer. Mit 760m erreichten wir den höchsten Punkt der Straße. Kurz danach kam auch schon die norwegische Grenze und wieder zeigte sich uns ein Bild, das wir im letzten Jahr auf der Fahrt von Kiruna nach Narvik auch schon gesehen hatten:

Auf der schwedischen Seite war die Landschaft weitläufig, hügelig und relativ eben; in Norwegen dann das glatte Gegenteil. Schroffe Felsen und steile Schluchten bestimmen das Bild. Die Straße zwängt sich in Serpentinen an den Felsen entlang. Zum Teil geht es im 3. Gang hinauf und dann im 2. Gang hinunter. Als Fahrer sieht man leider nicht viel von der Landschaft, da man sich voll auf die Straße konzentrieren muss. Diese Phase dauerte allerdings nicht sehr lange. Bei Storjord erreichten wir schon die E6 und bogen in Richtung Fauske ab. Kurzer hinter diesem Abzweig liegt ein Rastplatz mit Informationszentrum. Hier hielten wir an und wanderten mit Giovanni ein Stück in die Junkerdalen-Schlucht. So bekam ich auch etwas von dieser grandiosen Landschaft mit. Besonders lustig war es, als Giovanni mit uns über eine Hängebrücke gehen musste. Er ging so was von breitbeinig, dass hatte was.

Für größeres Bild bitte klicken!Gegen Mittag erreichten wir Bodø. Zunächst fuhren wir in das Zentrum, um auch noch etwas einzukaufen. Leider begann es jetzt zu regnen. Am Fährhafen sahen wir die „Richard With" der Hurtigruten auslaufen. Als unsere Fähre einlief waren die Wartereihen gut gefüllt. Wir hatten Glück und bezahlten nur 704 NKR für die Überfahrt; Fahrzeug bis 6,00 m. Dafür hatte das Personal wohl Anweisung, die Fahrzeuge ganz dicht zusammenzustellen. Bei uns war es zu dicht, denn wir konnten die Türen kaum öffnen und Ulrike kam gar nicht raus. Als ich das Personal darauf aufmerksam machte, mussten alle Fahrzeuge hinter und neben uns wieder zurücksetzen und wir wurden anders eingewiesen. Ironischer Weise war die Fähre aber gar nicht voll und im hinteren Bereich war noch genügend Platz. Weiß der Himmel, warum man uns vorne so dicht zusammengestellt hat.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Überfahrt dauerte gut drei Stunden und war ruhig. Allerdings war der Himmel nur grau und die schönen Blicke auf die Lofotenwand bei der Ankunft, mit denen ich innerlich gerechnet hatte, blieben uns in diesem Jahr verwehrt - ein Grund wiederzukommen. Am 6.Tag unserer Reise gegen 21:00 Uhr erreichten wir nach 2690 km die Lofoten!


Auf den Lofoten

Wir fuhren noch von der Fähre herunter und direkt auf den Campingplatz von Moskenes. Während ich mit dem Hund schon eine Runde über den Lofotenboden ging, sah ich die Fähre wieder in Richtung Festland am grauen Himmel verschwinden. Wir waren auf den Lofoten und jetzt musste nur noch das Wetter besser werden.

In der Nacht wachte ich immer wieder durch das Prasseln von Regentropfen auf das Wohnmobildach auf. Dabei fiel mir ein, dass ich im Norwegenfreunde-Forum gelesen hatte, dass es schon mal einen ganzen Monat gab, in dem man auf den Lofoten keine Sonne gesehen hat; und das war nicht im Winter. Auf jeden Fall war der Himmel am nächsten Morgen immer noch grau und es regnete zwischenzeitlich.

Da wir im letzten Jahr die Museen auf Grund des schönen Wetters ausgelassen hatten, blieben sie uns in diesem Jahr für schlechte Tage. Um das zu überprüfen verließen wir Moskenes-Camping und fuhren zur Touristeninformation am Fähranleger. Hier holte ich mir den Wetterbericht für die nächsten Tage. Heute sollte es bewölkt bleiben, aber für morgen war Regen angesagt...und danach auch nicht viel besser.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir verschoben die Museen auf morgen und wollten heute das relativ gute Wetter für Spaziergänge nutzen. So fuhren wir nach Sørvågen. Hier befinden sich ein Funkmast und ein Leuchtturm. Auch sie hatten wir im letzten Jahr ausgelassen. Da es aktuell mal nicht regnete und der Hund sowieso Auslauf brauchte, zogen wir unser Regenzeug an und marschierten zunächst zum Funkturm. Der Weg war relativ einfach zu finden. Das letzte Stück ging es über eine Treppe hoch. Von dort hat man einen schönen Blick nach Å auf der einen und Moskenes auf der anderen Seite. Der Weg zum Leuchtturm war nicht ganz so einfach, da man zum Teil über Privatgrundstücke musste. Als wir dort ankamen, waren wir nicht allein. Ein Mann führte seinen Schäferhund spazieren. Nur Giovanni und er mochten sich nicht besonders. Der Mann erzählte uns dann noch etwas über die Geschichte des Leuchtturms und ging dann zu dem Haus hinüber. Offensichtlich wohnte er dort. Wir hatten auf jeden Fall Glück und konnten von dort das Einlaufen der Mittagsfähre beobachten. Bis auf ein paar Tropfen blieb es auch trocken.

Als wir nach Å kamen, war es ebenfalls noch trocken, sodass ich mit Giovanni versuchte um den See zu wandern. Allerdings kamen wir nur bis zur Hälfte. Dort sind steile Stellen mit Ketten gesichert, die für mich zwar keins, für Giovanni aber ein großes Hindernis darstellten. Also umdrehen und zum Auto zurück, wo Ulrike schon mit Kaffee und Kuchen auf uns wartete.

Für größeres Bild bitte klicken!Da das Wetter immer noch relativ stabil grau, aber trocken war, beschlossen wir, die Museen auf Morgen zu verschieben und fuhren stattdessen nach Fredvang auf die andere Seite der Insel. Dort gibt es einen schönen Sandstrand (für Giovanni). Unterwegs hielten wir in Sakrisoy an der Fischfabrik und kauften ein paar Leckereien für das Abendessen.

Am Strand waren wir (wie erwartet) ganz allein. Giovanni konnte laufen und toben soviel er wollte. Seine Spuren waren nachher überall im Sand. Nach einer guten Stunde war er müde.

Für größeres Bild bitte klicken!Als Übernachtungsplatz hatten wir uns den Parkplatz an der E10 vor Hamnøy, den wir schon vom letzten Jahr kannten, ausgeguckt. Auf diesem Parkplatz soll sich auch eine Skulptur des Projektes Skulpturlandschaft Nordland befinden. Dies ist ein internationales Kunstprojekt, zu dem Künstler aus 15 Ländern eingeladen wurden. Die Skulpturen sind permanent in der Landschaft der gesamten Region Nordland aufgestellt. Das Projekt geht von dem Gedanken aus, dass ein Kunstwerk durch sein Vorhandensein einen eigenständigen Ort schafft und auch die jeweilige Umgebung anschaulicher macht. Fünf der sechs Gemeinden auf den Lofoten beteiligen sich an diesem Projekt. Allerdings ist es mir sowohl an diesem Abend als auch am nächsten Morgen nicht gelungen, die Figur vor der Höhle zu finden. Auch deshalb müssen wir irgendwann noch einmal nach Moskenes.

Für größeres Bild bitte klicken!Ach so, da es nur knapp 7°C waren, haben wir uns erlaubt, die Heizung im Wohnmobil anzumachen. Am nächsten Tag bekam ich auch mein obligatorisches Abenteuer mit einem Bankautomaten. Als ich in Reine Geld holen wollte, gab mir die Kiste auch artig meine Karte wieder, zählte hörbar das Geld und meldete dann einen technischen Fehler. Nix Geld! Die Verkäuferin des Geschäftes, in dem der Automat stand, meinte, das seinen Probleme mit der Telefonleitung und das passiere hier öfters. Da auch zwei einheimische Kundinnen kein Geld bekamen beließ ich es dabei und holte mir mein Geld am Nachmittag.

Das Trockenfischmuseum von ÅAuf dem Weg nach Å fuhren wir an dem Reinebriggen vorbei. Eigentlich wollte ich diesen Berg in diesem Jahr besteigen. Von oben soll man eine tolle Aussicht auf den Reinefjorden haben. Nur wenn man von unten nicht mal den Gipfel sieht, wird man von oben auch nichts sehen. Aber wir hatten ja noch unsere Museen. Zunächst besuchten wir das einzigste Stockfischmuseum der Welt. Der Besitzer war sehr sprachgewandt und lustig. Er begrüßte die Gäste besonders herzlich und erzählte uns einiges über den Stockfisch. So erfuhren wir auch, dass die Gestelle in diesem Jahr zum größten Teil schon geleert waren, weil das Wetter im April / Mai sehr warm war und der Fisch besser als sonst trocknete. Auch bestätigte er Für größeres Bild bitte klicken!unsere Beobachtung, dass in diesem Jahr mehr Schnee auf den Bergen lag, als im letzten Jahr. Im vergangenen Winter hatte es in den Bergen sehr viel mehr geschneit. Es gab in dem Museum aber auch einiges zu sehen. In einem Film erfuhren wir grundsätzliches über den Fischfang und die Verarbeitung auf den Lofoten. Dann konnten wir uns die Geräte und Methoden zur Verarbeitung auf zwei Etagen anschauen. Wer wollte konnte auch eine Tasse Kaffee trinken und einen Keks essen. Aber nur einen, sonst biss der Fisch zu.

Für größeres Bild bitte klicken!Im Fischereimuseum erfuhren wir dann einiges über das Leben und die Arbeit der Fischer auf den Lofoten. Wir besichtigten das Wohnhaus einer Fischerfamilie. Dabei kamen mir einige Geräte bekannt vor. Solch eine Strickmaschine hatte meine Mutter früher auch. Ebenso wie einige Haushaltsmaschinen der frühen 50er Jahre. An Einrichtung und Ausstattung der Zimmer erkannte man schon, dass die Bewohner damals in vielen Dingen Selbstversorger waren bzw. sich durch andere Tätigkeiten ein Zubrot verdienten. In den Werkstätten sahen wir dann Geräte und Methoden des Für größeres Bild bitte klicken!Fischfangs. In der alten Trankocherei nahm ich natürlich einen Löffel „Möllers Tran" - und schon war er wieder da, der Geschmack an die Pastillen aus der Kindheit.

Wir schlenderten noch etwas durch Å und ich machte ein paar Fotos. Die Motive hatte ich im letzen Jahr schon mal aufgenommen. Nur damals schien die Sonne und heute war es bedeckt. Ebenso ging es uns anschließend in Hamnøy. Bilder mit Schiffen in der Sonne hat ja jeder.

Für größeres Bild bitte klicken!Für die Nacht hatten wir uns den Campingplatz "Ramberg Gjestegård" in Ramberg ausgeguckt. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch die Skulptur „Epitath" von Toshikatsu Endo aus Japan. Dieser zylinderförmige Natursteinhaufen soll die ewige Gesetzmäßigkeiten eines Zeitbegriffs symbolisieren. Auf jeden Fall haben wir die Skulptur gefunden. Ulrike war von einem Findling im Feld wesentlich mehr begeistert.

Auf dem Campingplatz ging ich mal wieder ins Internet und damit nahm meine Geschichte vom Bankautomaten ihre Fortsetzung. Die Buchung vom Vormittag war zur Zahlung vorgemerkt, obwohl ich kein Geld bekommen hatte. Am nächsten Tag ließ ich mir auf dem Campingplatz einen Ausdruck vom Kontoauszug machen und wir fuhren nochmals nach Reine um die Geschichte abzuklären. Schließlich ging es um 330 Euro. Für größeres Bild bitte klicken!Im Laden hatte man mit dem Automaten nichts zutun. Aber glücklicherweise war heute Dienstag und das Büro der Sparkasse hatte für ein paar Stunden geöffnet. Der freundliche Mitarbeiter verstand auch was wir wollten und konnte an seinem PC nachvollziehen, dass der Automat mir kein Geld ausgezahlt hatte. Für größeres Bild bitte klicken!Er versprach, die Buchung zu stornieren, was letztlich auch klappte.

Die wiederholte Fahrt nach Reine hatte aber auch einen Vorteil. Wir kamen wieder an der Fischfabrik in Sakrisoy vorbei und deckten uns für den Tag mit Fisch ein. Der Himmel war immer noch bedeckt und wir hatten die Wanderung auf den Reinebriggen für dieses Jahr abgeschrieben. So beschlossen wir heute, die Insel Vestvågøy auf der Küstenstraße zu umrunden, jedenfalls zum Teil.

Für größeres Bild bitte klicken!Bei Flakstad befindet sich ebenfalls ein langer Sandstrand. Da sich der Himmel zeitweise öffnete und einige blaue Stellen durchkamen, nutzten wir die Gelegenheit zu einem weiteren Standspaziergang. Im Laufe des Tages wurden die blauen Löcher in den Wolken immer größer. Zeitweilig kam auch die Sonne durch. Manchmal regnete es zwischendurch aber auch mal wieder kräftig. Dies hatte zur Folge, dass wir ein paar schöne Lichtspiele bis hin zum Regenbogen sahen.

Für größeres Bild bitte klicken!In Leknes verließen wir die E10 und bogen auf die Rv815. Hier steigt die Straße zunächst steil an. Man überfährt einen Gebirgszug und hat von oben einen schönen Ausblick auf Leknes und Gravdal. Auf der andern Seite des Gebirges liegt Stamsund. Wir hatten das Glück, das Einlaufen der Hurtigruten zu beobachten. Die „Kong Harald" hatten wir im letzten Jahr schon einmal im Raftsund gesehen. Bemerkenswert war, wie das große Schiff relativ schnell in den Hafen fuhr und vor dem Anlegen mal schnell drehte. Da merkt man die Routine.

Die anschließende Fahrt mit dem Wohnmobil über die Küstenstraße an der Südostseite von Vestvågøy war ein Erlebnis. Wir fuhren mit Tempo 60 im 4. Gang gemütlich über die kurvenreiche Straße. Kaum Verkehr, dafür aber immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer, die vorgelagerten Schären und das Gebirge im Hintergrund. Der Himmel tat seinen Beitrag und ließ zwischendurch die Sonne erstrahlen. Der einzigste Nachteil war, dass es kaum Parkplätze gab und somit kaum Bilder geschossen wurden.

Für größeres Bild bitte klicken!Da die, wenn auch geringe, Aussicht auf Mitternachtssonne bestand, beschlossen wir, den Stellplatz in Eggum anzufahren. Über die E10 fuhren wir quasi wieder zurück bis kurz vor Borg und bogen dann auf die Straße nach Eggum. Als wir um 21:00 Uhr dort ankamen war es ziemlich voll und die besten Plätze (mit Nordblick) schon belegt. Bemerkenswert fand ich nur, dass es Leute gibt, denen ihre Mitmenschen egal sind. So stand ein großer Dethleffs längs auf zwei Stellplätzen, nur um die Windschutzscheibe nach Norden zu haben. Wir stellten uns direkt dahinter quer. Sollte die Mitternachtssonne zu sehen sein, würde ich eh an den Strand gehen und nicht im Auto sitzen bleiben. Und so kam es auch. Mitternachtssonne ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber im Vergleich zu den grauen „Nächten" der letzten Tage kamen heute schon mal ein paar Sonnenstrahlen durch. Ich schnappte mir also die Canon und das Stativ und begab mich an den Strand. Es war auf jeden Fall schon mal ein Anfang. Ich bekam wenigstens ein paar Strahlen zu sehen. Vielleicht klappte es in diesem Urlaub ja doch noch mit der Mitternachtssonne.

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen war der Himmel zwar noch immer bewölkt, aber es sah auf jeden Fall nicht mehr nach Regen aus. Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang zum „Kopf". Das ist ebenfalls ein Kunstwerk der Skulpturlandschaft. Der Kopf wurde vom Schweizer Markus Raetz aus Eisen und Granit geschaffen und verändert seine Form und damit auch den Ausdruck sechzehnmal. Je nach Standort ist der Kopf mal ein klassisches Portrait und steht dann an anderer Stelle auf dem Kopf. Wie wir uns aber auch stellten, es gelang uns nicht, alle 16 Ausdrücke zu erkennen - auch hierhin müssen wir noch einmal wiederkommen. Während wir uns für den Kopf interessierten hatte Giovanni ganz was anderes im Sinn: er sah nur Schafe. Sch... Leine!

Für größeres Bild bitte klicken!Wir setzten den Tag mit einem Besuch im Wikinger Museum von Borg fort. Hier ist neben der Fundstelle ein Häuptlingshaus originalgetreu nachgebaut. Junge Leute arbeiten und leben hier und geben so einen Einblick in das Leben der Wikinger. Eine Ausstellung und Schautafeln ergänzen die Informationen. Zum Museum gehört auch der Nachbau eines Wikinger-Schiffs. Es liegt unterhalb des Museums an einem See. Der Weg dorthin führt an der modernen Kirche von Borg vorbei. IWikingerschiff in Borgn gewisser Beziehung ist sie das Interessante an dem Spaziergang zum Boot. Man geht einmal um die Kirche herum und kann sie von allen Seiten betrachten. Einmal sieht sie aus wie eine Skispringschanze. Vielleicht hatten wir ja heute auch zuviel Kopf gesehen.

Nach dem Museum stand die Umrundung der Insel Gimsøy auf dem Programm. Diese kleinste der auf der Tour liegenden Lofoten-Inseln wird von der E10 nur kurz gestreift. Die Insel unterscheidet sich mit ihrer Moorlandschaft und dem etwas außerhalb stehenden Berg Hoven von den übrigen Inseln. In Gimsøy, dem Hauptort der Insel befindet sich eine kleine Kirche, die mit Stahlseilen am Boden befestigt ist, damit der Wind sie nicht wegbläst. Leider wurde gerade das Dach erneuert, sodass die Kirche eingerüstet war und wir für schöne Fotos irgendwann noch einmal wiederkommen müssen. Dafür war das Wetter aber umgeschlagen. Strahlend blauer Himmel ließ auf eine schöne Mitternachtssonne hoffen. Neben dem Golfplatz fanden wir in Hov einen kleinen Campingplatz, der uns vom Auto aus einen schönen Blick auf das Meer bot - und dann auch noch nach Norden.

Dort standen bereits zwei Wohnmobile in der ersten Reihe. Ich stellte mich so zwischen die beiden Fahrzeuge, dass noch ein weiteres Fahrzeug Platz gehabt hätte. Da kam der Besitzer des einen (deutschen) Wohnmobils und fragte mich, ob ich nicht wüsste, dass man hier mit 10 m Abstand stehen muss. Ich fiel bald hinten rüber, parkte unser Wohnmobil zwei Meter weiter zu den Norwegern und dachte nur „das sind dann die Leute, die während der Fahrt jedes entgegenkommende Wohnmobil grüßen".

Für größeres Bild bitte klicken!Vor dem Abendessen unternahmen Giovanni und ich eine kleine Wanderung auf den Hoven, den 368m hohen Bergklotz, der als Landmarke zwischen Meer und Moor aufragt. Der Weg war nicht sehr anstrengend und nach knapp einer Stunde hatten wir den Gipfel erreicht. Oben konnte ich dann sehr schöne Panoramafotos machen. Der Aufstieg hatte sich auf alle Fälle gelohnt und es war kaum eine Wolke am Himmel. Mitternacht konnte kommen.

Für größeres Bild bitte klicken!Gegen 23:00 Uhr schnappte ich mir Giovanni und begab mich auf die Suche nach geeigneten Motiven. Zunächst fotografierte ich von einem kleinen Hügel auf Meer und Campingplatz. Dann ging ich runter zum Strand. Das war natürlich was für unseren Hund. Wellenbeißen im Schein der Mitternachtssonne - ich hatte ein Motiv. Um 1:30 Uhr machte ich die letzten Bilder und legte mich zufrieden ins Bett. Dass sich das Wetter so ändern würde, hätte ich vor zwei Tagen nicht gedacht. Aber das war das Licht, deswegen wir hier hoch kamen. Das muss man einfach gesehen haben. Das macht süchtig!

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen beendeten wir unsere Inselumrundung, nicht ohne noch ein paar schöne Bilder von der Moorlandschaft gemacht zu haben. Kurz hinter der Brücke nach Austvågøy befindet sich am alten Fähranleger ein weiteres Kunstwerk in der Landschaft. Es stammt von dem Amerikaner Dan Graham und hat keinen Titel. Es besteht aus einem Pavillon mit Glas und Spiegelwänden, die das Licht teilweise durchscheinen oder reflektieren lassen. Das Werk soll die Rolle des Betrachters bei der Begegnung mit dem Kunstwerk klären. Das ist Graham auch sehr gut gelungen. Auf jeden Fall waren wir Bestandteil des Kunstwerks und der Landschaft.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach soviel Landschaftskunst hatten wir Lust auf richtige Landschaft. Am See Hopsvatnet parkten wir unseren Hobby 600 und machten eine Wanderung auf den Glomfinden. Die Strecke ist nicht sonderlich schwer. Zunächst folgt man der alten Passstraße. Dann wird es etwas steiler, aber schließlich wird man mit einer schönen Aussicht auf Kabelvåg belohnt. Aber gegen zwei junge Damen, die im Laufschritt den Berg rauf und runter liefen, waren wir Waisenknaben. Übrigens hatte ich hier schon eine kurze Hose an.

Für größeres Bild bitte klicken!Die nächste Station war Svolvær, der Hauptort der Lofoten. Neben einkaufen und tanken stand hier ein Besuch von Magic Ice auf dem Programm. In einem Lagerhaus am Hafen sind in einer 500 m2 großen Kühlhalle Kunstwerke aus Eis aufgestellt. Stimmungsvoll Musik und Lichteffekte geben dem Raum eine besondere Stimmung. Mit einem wärmenden Poncho bekleidet - ich hatte ja immer noch kurze Hose und T-Shirt an - betrachteten wir die aus Eis geformten Motive. Natürlich standen auch hier die Lofoten im Mittelpunkt. Lebensgroße Fischer in einem Nordlandboot, Robben, Seeadler und andere Vögel sind hier nachgebildet.

Magic Ice liegt direkt neben dem Hurtigruten-Kai und als wir es verließen, machten uns die ankommenden Reisebusse auf das bevorstehende Einlaufen des Postschiffs aufmerksam. Natürlich wollten wir uns das Schauspiel nicht entgehen lassen und sahen der „Richard White" beim Einlaufen zu. Als wir sie vor fünf Tagen in Bodø gesehen hatten, war sie nordwärts unterwegs. Heute kam sie auf dem Weg nach Bergen südwärts zurück. Wir sahen noch, wie die Passagiere von einem Chor begrüßt wurden. Das Schiff lag eineinhalb Stunden in Svolvær. Viele Passagiere nutzten die Zeit für einen Besuch von Magic Ice.

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Wir setzten unsere Fahrt über die E10 weiter fort. Bei Sildpolen musste ich natürlich einen Fotostopp einlegen und die berühmte Kirche abspeichern. In Fiskebøl verließen wir die Lofoten und fuhren mit der Fähre auf die Vesterålen. Bis im Dezember 2007 die Tunnelverbindung fertig gestellt war, führte die E10 hier lang. In Melbu fuhren wir aber nicht über diese Straße, sondern wählten die Alternativroute entlang der Süd-West-Nord-Küste der Insel Hadsel.


Versterålen und Wale im Nordmeer

Für größeres Bild bitte klicken!Bei Taen befindet sich an einem wunderbaren Sandstrand ein Badeplatz mit Parkplatz. Hier blieben wir über Nacht. Wir konnten mit Giovanni noch einen schönen Spaziergang über das felsige und mit Buschwerk durchwachsene Gelände machen und hatten dabei einen schönen Blick auf die Lofoten. Ganz in der Ferne konnte man den Hoven sehr gut erkennen. Da wir diesmal auf der Südseite der Insel standen und die letzte Nacht eher kurz war, ging es heute mal früher zu Bett.

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An nächsten Tag sollte es zügig nach Andenes gehen. Wir wollten an einer Walsafari teilnehmen und dazu musste man sich einen Tag vorher in eine Liste eintragen. In Stockmarknes hielten wir am Hurtigruten Museum. Hier wurde 1893 die weltberühmte Schiffsverbindung von Richard With gegründet. Neben der Straße steht die alte „MS Finnmarken" auf Land. Für größeres Bild bitte klicken!Sie überragt die umliegenden Häuser um einiges und ist mit einer Gangway mit dem Museum verbunden. Das Schiff wurde 1956 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut und 1993 zu Gunsten größerer und modernerer Schiffe aus dem Verkehr gezogen; u.a. hatte sie noch Kranverladung für Waren und PKW.

Wir schlenderten einmal durch die Einkaufsstraße und fuhren dann über eine Brücke auf die Insel Langøya. Die Landschaft ist sanfter und weniger spektakulär als auf den Lofoten. Die Berge sind weitgehend abgerundet und zwischen Bergkette und Meer befinden sich zum Teil breite Streifen Weideland. Bei Sortland, dem Hauptort der Versterålen, fuhren wir über die 860 m lange und 30 m hohe Sortland-Brücke und bogen dann nach links auf eine landschaftlich sehr schöne Strecke entlang des Risøysundet Fjord ab. Hier sahen wir übrigens einen schönen Hobby 600 im Vorgarten eines Hauses stehen. Den Hognfjord kreuzten wir mit einer Brücke, andere Fjorde mussten wir umfahren. So erreichten wir die Risøyhamn-Brua. Es ist eine riesige Stelzenbrücke, die in hohem Bogen und mit 750m Länge die Meerenge Risøysundet zwischen den Inseln Hinnøya und Andøya überquert. Diese Meerenge wird ebenfalls von der Hurtigruten durchfahren und musste 1912 aufwändig ausgebaggert werden. Auch heute noch markieren Bojen die flache Durchfahrt.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Insel Andøya ist die nördlichste der Vesterålen. Es ist ein lang gestreckter Inselfinger im Nordatlantik mit Gipfeln von 300 bis 500 m Höhe, aber auch Mooren und Tiefebenen. Wir fuhren über die schnellere Ostroute nach Andenes, dem Hauptort der Insel. Unterwegs mussten wir immer mal wieder anhalten und die Landschaft genießen. Besonders prächtig war der Löwenzahn, der rechts und links der Straße für einen natürlichen Farbstreifen sorgte.

Andenes ist NATO-Stützpunkt und hat eine Raketenabschußrampe zur wissenschaftlichen Untersuchung des Nordlichtes. Am berühmtesten ist der Ort aber für seine Walsafaris. So steuerten wir auch zuerst das Walzentrum um Leuchtturm an und trugen uns in die Reservierungsliste für den kommenden Vormittag ein. Außer Leuchtturm und Hafen gibt es in der Stadt nicht viel Interessantes zu sehen. So fuhren wir auf den knapp vier Kilometer entfernten Campingplatz und richteten uns dort ein. Für größeres Bild bitte klicken!Da der Platz direkt an einem wunderbaren Sandstrand liegt, war das natürlich eine Belohnung für unseren Hund. Er hatte wieder Spaß ohne Ende und das schönste war, gegen Mitternacht durfte er das noch einmal wiederholen. Wir sahen wieder eine strahlende Sonne über dem Meer. Hund im Wasser - natürlich um MitternachtIch musste mir schon etwas einfallen lassen, um die Motive interessanter zu gestalten. Immer nur Mitternachtssonne über dem Meer wird mit der Zeit auch langweilig. So versuchte ich es diesmal mit Aufnahmen aus der Bodenperspektive. Das sich das Sandgras dabei im Wind bewegte, ist eventuell ein kleiner Nachteil. Andersrum boten Campingplatz und Bergkette im Schein der Sonne auch einen tollen Anblick.

46_dscf9434Als wir am anderen Morgen aufwachten stand die Sonne immer noch am Himmel. Allerdings hatte der Wind zugenommen. Ulrike unkte mit Blick auf die bevorstehende Bootstour schon rum. Nur soweit kam es gar nicht. Auf Grund des starken Nordost-Windes wurde die Walsafari abgesagt. Da die Reservierungsliste für den nächsten Vormittag auch schon voll war, trugen wir uns dann für den Nachmittag ein. Schließlich waren wir ja hierher gekommen um Wale zu sehen. Da lassen wir uns doch nicht von so ein bisschen Wind davon abhalten.

Stattdessen fuhren wir an der Raketenabschußanlage vorbei nach Bleik. Das ist mit 400 Einwohnern die größte Ansiedlung an der Westküste der Insel. Der Ort liegt traumhaft an einem 2 km langen Sandstrand. Ihm vorgelagert ist Bleiksøya, eine Vogelinsel im Meer. Hier leben bis zu 60000 Papageientaucher. Früher wurden ihre Eier von den Bewohnern gesammelt.

So schwimmen die Norweger in BleikWir fuhren einmal durch das Dorf und parkten unser Wohnmobil dann an einem See. Von hier aus wanderten wir durch Bleiksmorenen, ein Sumpf- und Heidegebiet, bis zu dem Vogelfelsen und von dort am Strand wieder zurück. Als wir den See wieder erreichten, konnten wir die Dorfjugend beim Schwimmen beobachten - im Neoprenanzug. Wir hatten eine Lufttemperatur von 9°C. Das Wasser dürfte aber auch nicht wärmer gewesen sein.

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Campingplatz. Zum Glück hatte ich dort Internet und so konnte ich etwas surfen und Bilder beschriften.

Am folgenden Morgen hatte sich der Wind gelegt. Dafür war der Himmel aber auch bewölkt und die Sonne kam nur selten durch. Im Walzentrum herrschte reger Betrieb. Die Fahrt war natürlich ausgebucht. Für größeres Bild bitte klicken!Zunächst wurden wir von unseren Guides begrüßt. Dann bekamen wir ein paar allgemeine Informationen zur Fahrt und den Hinweis, bei Bedarf eine Tablette gegen Seekrankheit einzunehmen. Natürlich hatten wir Bedarf, denn die See war vom gestrigen Wind noch sehr aufgewühlt. Dann wurden wir nach den Landessprachen in drei Gruppen aufgeteilt. Ulrika - so hießt unser Guide - zeigte uns zunächst das Skelett eines Pottwales, der vor ein paar Jahren vor Andenes angeschwemmt wurde. Mit Hilfe eines kleinen Stofftieres erklärte sie uns den Körperaufbau der Tiere. In einem anderen Raum erklärte Ulrika uns, dass es kurz vor Andenes einen Sprung im europäischen Festlandssockel gibt und die Tiefe des Meeres fast schlagartig auf 1000 m zunimmt. Bedingt durch den Golfstrom gibt es hier viel Nahrung für die Wale. Sie erklärt weiter, dass es hier nur männliche Pottwale gibt, die im Alter von ca. 15 Jahren hierher ziehen und sich dann die kommenden 15 nur „voll fressen". Wenn sie dann im Alter von ca. 30 Jahren geschlechtsreif sind, ziehen sie ins Mittelmeer oder zu den Azoren, wo die Weibchen mit den Jungen leben. In einem weiteren Raum wurde uns erklärt, wie die Wale, die ja Säugetiere sind, den Sauerstoff in ihrem Körper bunkern, wie sie mit Hilfe von Geräuschen eine Art Radar zur Ortung ihrer Beute aufbauen und warum sie sich an der Wasseroberfläche ausruhen und dann wieder abtauchen. Wir erfuhren etwas über ihre Beute und dass man die Tiere hier schon sehr lange wissenschaftlich beobachtet und alle Tiere Namen haben. Man unterscheidet sie in erster Linie an der Form ihrer Fluke. Außerdem gibt es einen Wal, der einen weißen Fleck auf der Rückenflosse hat. Das ist Glenn. Er ist nach dem Sohn des Kapitäns des Walsafari-Schiffes benannt und lebt schon seit 1994 vor Andenes.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach dieser Einführung gingen wir den Weg vom Walzentrum zum Hafen, wo unser Schiff, die M/S Reine, auf uns wartete. Pünktlich um 18:00 Uhr liefen wir aus. Zunächst wurde die längste Molenanlage Norwegens umfahren und dann nehmen wir Kurs auf Bleikcanyon; so heißt der Unterwassergraben. Wir konnten unseren Campingplatz, die Raketenabschussanlage und Bleik vom Wasser aus betrachten. Ganz hinten am Festland schien sogar die Sonne. Je weiter wir hinauskamen, desto mehr tanzte das Schiff auf den Wellen. Die Guides begannen die ersten „Ko..tüten" zu verteilen. Ulrike hatte auch etwas Probleme mit dem Mageninhalt. Sie bekam einen Platz in der Nähe des Schiffsschwerpunktes zugewiesen. Bei mir schien die Tablette besser zu wirken. So fuhren wir eine gute Stunde auf das Meer hinaus. Dann kam einer der Meeresforscher vom Aussichtsturm herunter und der Kapitän schaltete den Lautsprecher ein. Man hörte ein leises Klicken. Jetzt jagte der Wal unten in 1000m Tiefe. Langsam trieb das Schiff auf dem Wasser. Dann hörte das Klicken auf - jetzt würde er gleich hochkommen. Und tatsächlich: Wal, links! Es war Glenn, der mit dem weißen Fleck. Für größeres Bild bitte klicken!Vorsichtig fuhr der Kapitän näher ran. Glenn lag ruhig auf dem Wasser. Ab und zu blies er nach links aus. Man sah nur den Vorderteil seines Körpers bis zur Rückenflosse. Nach fünf oder sechs Minuten krümmte er den Rücken. Dann tauche er wieder ab und dabei kam seine Fluke für einen Moment aus dem Wasser - und das war genau der Moment, auf den alle Fotografen an Bord gewartet hatten. Gut, das ich schon vorher geübt hatte, die Kamera auf dem schaukelnden Schiff ruhig zu halten.

Dann war Glenn weg und an Bord erst einmal Ruhe. Schnell wurden die Bilder durchgeguckt und überlegt, wo man noch was verbessern könnte. Nach einer Weile ertönten wieder Klicks aus dem Lautsprecher. Ein anderer Wal wurde geortet. TFür größeres Bild bitte klicken!atsächlich tauchte auch er kurz danach auf und der Kapitän drehte das Schiff so, dass der Wal diesmal rechts war. Und wieder das gleiche Schauspiel und wieder klickten die Kameras und diesmal beobachtete Ulrike den Wal mit einer Tüte am Mund. Unsere Guides schauen auf die Uhr. Seit Glenns Abtauchen waren 45 Minuten vergangen. Bald musste er wieder auftauchen. Wie angekündigt erlebten wir auch die nächste Ruhepause des Wales und konnten uns seine Fluke beim Abtauchen noch einmal angucken. Danach hatte er für heute Ruhe vor uns und wir machten uns auf die Rückfahrt. Wir bekamen noch Zertifikate mit den wichtigsten Daten unserer Walsafari ausgehändigt. Ulrike war wieder froh, festen Boden unter den Füßen zu haben. Bis auf die Tatsache, dass wir keine Sonne hatten, war es eine gelungene Veranstaltung. Und wegen der fehlenden Sonne kann man ja irgendwann noch einmal wiederkommen.

Für größeres Bild bitte klicken!Zufrieden fuhren wir wieder zum Campingplatz, wo wir erst einmal wieder feste Nahrung zu uns nahmen. Wir stellten fest, dass wir gerade den Höhepunkt unserer diesjährigen Urlaubsreise überschritten hatten. Andenes war außerdem der nördlichste Punkt. Ab Morgen ging es wieder in Richtung Heimat. Aber pünktlich zu Mitternacht schickte die Sonne doch noch ein paar Strahlen durch die Wolkendecke und ich konnte noch ein paar Fotos schießen. Um nicht schon wieder Sonne über Meer zu haben, wählte ich diesmal eine Einfamilienhaussiedlung als Vordergrund. Obwohl schon geschützt zwischen den Dünen gelegen, hatten alle Häuser hohe Bretterzäune um ihre „Gärten" und die Fenster bestanden weitgehend nur aus Oberlichtern. Da kann man sich ungefähr vorstellen, wie die Verhältnisse im Herbst oder Winter hier sein müssen. Heute war mit 9°C ja schon fast Sommer.

Für größeres Bild bitte klicken!Für den Rückweg hatten wir uns die Küstenstraße Rv17 ausgewählt. Einen Teil dieser Strecke waren wir 2008 schon gefahren. Diesmal wollten wir die 650 km lange Strecke von Bodø nach Steinkjer komplett abfahren. Ebenso wollte ich auch mal die Strecke von Narvik nach Bodø fahren. Also hieß unser nächstes Ziel Narvik. Wir wählten die westliche Küstenstraße von Andenes nach Risøyhamn. So kamen wir noch einmal an Bleik vorbei, ebenso wie an vielen kleinen Siedlungen und vielen Sandbuchten. Landschaftlich ist dies sicherlich die schönere Strecke. Bei Sortland überquerten wir noch einmal die Brücke, um einzukaufen und zu tanken. Dann fuhren wir auf der alten E10 am Tjeldsund vorbei und über die gleichnamige Brücke. Während es morgens noch bewölkt war, so strahlte jetzt die Sonne am blauen Himmel. Ich musste öfters anhalten und die Augenblicke auf den Chip speichern. Gegen Abend erreichten wir den Campingplatz von Narvik. Für größeres Bild bitte klicken!Ursprünglich wollten wir uns hier mit Luc treffen, aber er hatte sich schon vor ein paar Tagen aus Schweden gemeldet. Ihm gefiel es dort so gut, dass er sich zeitlich nicht unter Druck setzen wollte. So stellten wir uns auf den Platz, auf dem Jani im letzten Jahr stand und schwelgten in Erinnerung. Während meiner abendlichen Hunderunde machte ich ein paar Aufnahmen von ein paar Bootshäusern im Sonnenlicht. Langsam war mein Hunger auf Mitternachtssonnenbilder gestillt. Ich saß heute lieber im Auto, las ein Buch und guckte zwischendurch mal auf das Meer.

Am nächsten Morgen verließen wir Narvik und fuhren auf der E6 gen Süden. Wir umrundeten mehrere Fjorde und fuhren über zum Teil lange Hängebrücken. Die Besiedlung wurde zunehmend dünner und dann stieg die Straße an und wir überquerten eine Bergkette. Teilweise quälten wir uns im zweiten Gang den Berg hoch. Die tollen Aussichten wurden aber durch den bedeckten Himmel etwas vertrübt. Den Tysfjorden mussten wir von Skarberget nach Bognes mit einer Fähre überqueren. Am Anleger wollte ein Mädchen unsere Scheiben putzen. Obwohl sie kaum an die Windschutzscheibe kam, gab sie sich doch viel Mühe und wurde mit einem Trinkgeld belohnt. Das war aber auch mehr für den Spaß, den wir beim Zugucken hatten. Nach der Fähre ging es sofort wieder steil hoch. Die nächste Bergkette musste überwunden werden.Für größeres Bild bitte klicken! Bei Tømmerneset stoppten wir an einem Rastplatz. Hier gibt es ca. 8000 Jahre alte Felszeichnungen zu besichtigen. Rentiere sind auf blanken, von eiszeitlichen Gletschern geschliffenen Felsen gemalt. Aber auch die Felsen sind in ihrer gradlinigen Ausrichtung sehenswert. So brachte ein Spaziergang etwas Abwechselung, bevor es dann weiter nach Fauske ging. Auf dem Weg dorthin fielen uns einige auffallend flache Straßentunnel auf. Sie waren im 2. Weltkrieg für die Polar-Eisenbahn gebaut und später für die E6 umfunktioniert worden. In Fauske schloss sich für uns wieder ein kleiner Kreis. Das Stück nach Bodø waren wir vor gut einer Woche schon einmal gefahren. Nur diesmal bogen wir in Løding auf die Rv17 ab. Zwischenzeitlich war es schon Abend geworden und wir sahen viele Norweger, wie sie am Ufer Feuer anzündeten und feierten - heute war Mittsommernacht!


Über die Küstenstraße nach Süden

Für größeres Bild bitte klicken!Kurz vor Saltstraumen, unserem heutigen Etappenziel, sah ich links am Waldrand einen Elch stehen. Da kaum Verkehr war drehte ich um und tatsächlich stand da in ca. 150 m Entfernung ein kapitaler Elchbock. Ich konnte sogar aussteigen und mich ihm bis auf ca. 100 m nähern. Dabei schaute er mich immer an. Dann wurde es ihm doch zu blöd und ganz langsam drehte er sich um und verschwand im Wald. Auf jeden Fall hatte ich meine ersten Elchfotos in diesem Jahr auf dem Chip.

Am Saltstraumen parkten wir unter der Brücke. Die Attraktion ist der größte Mahlstrom der Welt. Gemäß den Gezeiten drängen 4-mal täglich ca. 375 Millionen Kubikmeter Wasser durch die Engstelle. Das Wasser hat dann eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h und bildet gewaltige Wasserstrudel mit bis zu 10 m Durchmesser. Je nach dem, ob Ebbe oder Flut, fließt das Wasser mal rein oder raus (aus dem Fjord). Zwischenzeitlich kommt es dann immer zu Phasen, in denen für kurze Zeit das Wasser ganz ruhig steht. Das sind dann auch die Phasen in den Schiffe die Stelle passieren können. Da wir in diesem Jahr unter der Brücke übernachteten, konnten wir alle Phasen des Wasserwechsels und zwei Schiffsdurchfahrten beobachten.

Apropos beobachten - auf dem Parkplatz konnte wir auch ein belgisches Welt-Reisemobil beobachten. Ein MAN Allrad-LKW aus den 70ern (geschätzt) . Allerdings hatten wir das Fahrzeug nach der Abfahrt auf der Saltstraumen-Brücke direkt vor uns und waren froh, dass er uns kurz danach vorbei ließ. So ein Fahrzeug mag in der Wüste vermutlich super sein, hier war es nur eine Bremse. Auf jeden Fall musste der Fahrer Nerven wie Drahtseile haben.

Für größeres Bild bitte klicken!Auf unserem weiteren Weg sahen wir an ein Hinweisschild „Skulpturenlandskap". Anhalten und überraschen lassen. Diesmal handelt es sich um „den glömda staden" (die vergessene Stadt) ein Werk des Schweden Jan Håfström und zeigt die Fundamente und Grundmauern von Häusern. Das Besondere sind die verwendeten Steine. Ganz in der Nähe befindet sich auch Uhu, eine moderne Hütte an einem See. Direkt daneben stand auch eine alte Hütte aus Zweigen und Moosen.

Wir fuhren weiter bis Storvik. Hier befindet sich ein Rastplatz direkt an einem wunderschönen Sandstrand. Da war natürlich ein Spaziergang angesagt. Giovanni übte sich mal wieder im Wellenbeißen und wir konnten auch die Pullover ausziehen. Die Sonne kam durch und ließ alles viel freundlicher aussehen. Jetzt machte auch das Fahren wieder richtig Spaß. Mit Tempo 60 im vierten Gang - den linken Fuß auf dem Radkasten und den Arm auf der geöffneten Seitenscheibe - fuhren wir über die Rv17. Für größeres Bild bitte klicken!Blaues Wasser, blauer Himmel und überall glitzert es. Wir durchquerten zwei lange Tunnel und konnten den Svartisengletscher sehen bzw. natürlich fotografieren. Kurz danach kam mit der Fähre von Forøy nach Ågskardet die erste Fährüberfahrt und bescherte uns herrliche Blicke vom Schiff auf die Berge. Es war schon Abend geworden und da wir mit der nächsten Fähre den Polarkreis überqueren würden, suchte ich vorher nach einem Stellplatz. Ich Für größeres Bild bitte klicken!wollte noch einmal die Mitternachtssonne sehen. So übernachteten wir am Ende des Tjongsfjorden. Leider machten so kleine beißende Fliegen den Aufenthalt im Freien etwas unangenehm, aber für ein paar Fotos reichte es und man sah die Sonne auch durch das Wohnmobilfenster.

Für größeres Bild bitte klicken!Der nächste Morgen begann nach dem Frühstück mit einer kurzen Fahrt nach Jektvik. Im Fährhafen konnten wir zunächst die Arbeit der norwegischen Post beim Verteilen auf die verschiedenen Fähren beobachten. Dann durften wir auf die Fähre nach Kilboghamn fahren. Die Überfahrt dauerte eine knappe Stunde. Bei herrlichem Sonnenschein suchten wir uns ein windgeschütztes Plätzchen auf dem Oberdeck. Wir beobachteten die anderen Fähren und bestaunten die Landschaft. Auch hier hatten wir das Gefühl, dass auf den Bergen noch mehr Schnee lag, als im letzten Jahr. Mit etwas Wehmut passierten wir das Polarkreissymbol. Jetzt würde es wieder lange dauern, bis wir um Mitternacht das Licht der Sonne sehen können.

Für größeres Bild bitte klicken!Das folgende Stück der Rv17 war sehr schmal. Öfters mussten wir bei Gegenverkehr ganz dicht rechts ran fahren. Am Rastplatz bei Kystfort hielten wir an. Hier konnte man schön auf den Felsen spazieren gehen und hat dabei eine tolle Aussicht. Ich musste nur auf Giovanni aufpassen. Er wollte immer zum Wasser runter, aber dafür war es doch zu steil.

Wir umfuhren den Sjona und mussten auf der Südseite steil auf das Fjell hinauf. Wir wurden mit grandiosen Aussichten belohnt.

Für größeres Bild bitte klicken!Von Nesna nach Levang erfolgte wieder eine kurze Fährüberfahrt. Kurz danach hatten wir im letzten Jahr die Rv17 verlassen und sind nach Mosjoen abgebogen. In diesem Jahr blieben wir auf der Rv17 und sollten kurz danach mit der Helgelandsbrua ein weiteres Highlights sehen. Sie ist mit 1065 m eine der längsten Schrägseil-Hängebrücken der Welt. Und nicht dass die Brücke Kunstwerk genug ist, so befindet sich hier auch noch die Skulptur Vindenes Hus (Windhaus) von Sissel Tolaas aus Norwegen. Ein Litfasssäulen ähnliches Gebilde ist mit Bullaugen und Windrädern versehen. Bei Wind sind immer mindestens zwei Räder in Bewegung.

Heute war unser Elchtag. Wir sahen insgesamt fünf von den Tieren. Zwei konnten wir fotografieren. Einen haben wir erst im letzten Moment gesehen. Er stand fünf Meter neben der Straße und war zum Glück am fressen. Da wird einem aber doch ganz anders, wenn man sich vorstellt, dass das Tier im nächsten Moment vor einem steht.

Für größeres Bild bitte klicken!Nun umfuhren wir „die sieben Schwestern", eine zwischen 900 m und 1000 m hohe Bergformation mit, wie sollte es anders sein, sieben Gipfeln. Kurz danach erreichen wir in Tjøtta die nächste Fähre und hatten Glück, wir können sofort drauf fahren. Die Fähre von Tjøtta nach Forvik ist mit einer Fahrzeit von 60 Minuten eine der längsten und teuersten Fähren der Route. Für ein Wohnmobil bis 6,00 m bezahlt man 127 NKR und für 6,20 m ( 6,01 m bis 7,00 m) sind es schon 309 NKR. Oft haben wir Glück und der Kassierer sah das Hobby 600 über der Fahrertür und meint, das heißt 600 cm. So auch hier. Wir zahlten nur 127 NKR und außerdem war die Fähre fast leer. Gemeinsam mit einem Milchlaster und zwei PKW wirkte unser Wohnmobil einsam und verlassen auf der Fähre. Die meisten Touristen waren entweder nach Mosjoen abgebogen oder standen schon auf einem Stellplatz. Wir hatten die Fahrt wieder vom Sonnendeck aus genossen. Auf der einen Seite „die sieben Schwestern", auf der anderen Seite die hinter einer Nebelschicht liegende Insel Vega. Die Sonne strahlte am fast wolkenlosen Himmel und spiegelte sich im Wasser. Diese Schiffsfahrten waren eine willkommene Abwechslung und eine Bereicherung dieser Route.

Von Forvik aus sind es nur 17 km bis zur nach Anndalsvåg, dem nächsten Fährhafen. Auf dem Weg lag aber noch ein Kunstwerk des Skulpturenlandskaps und wir fanden auch den Parkplatz. Nur kein Kunstwerk. Es ging auch kein Weg vom Parkplatz weg. Resigniert stiegen wir wieder ein. Im Internet recherchierten wir später, dass das Kunstwerk auf dem Felsen war. Wir hätten nur nach oben gucken müssen, anstatt auf dem Boden nach einem Weg zu suchen. Egal, noch ein Grund noch einmal wiederzukommen.

Unsere Kunstwerksuche hatte aber dazu geführt, dass wir die Fähre nach Horn gerade wegfahren sahen. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als mit Giovanni spazieren zu gehen und in den Büchern weiter zu lesen.

Für größeres Bild bitte klicken!Gegen 21:00 Uhr setzten wir dann endlich über. Da die Sonne noch so schön schien, fahren wir noch ein Stück. Es geht vorbei am Torghattan, dem Berg mit dem Loch, der wie ein Hut aussieht. In Berg musste ich tanken und wir sahen am Hafen ein Womo stehen. Das wurde dann auch unser Platz für die Nacht. Ich ging mit Giovanni noch eine Runde und sah, wie die tief stehende Sonne die Häuser auf der anderen Seite des Hafens beleuchtete - super! Für größeres Bild bitte klicken!Ich war von diesen Bildern so angetan, dass ich mich noch ins Führerhaus setzte und las. Gegen Mitternacht kamen ein paar Jugendliche in Shorts und gingen doch tatsächlich schwimmen. Ich weiß nicht, ob sie betrunken waren, aber lustig waren sie auf jeden Fall. Auf dem Rückweg bekam ich sogar eine gratis Striptease-Vorstellung. Da hatte ich aber auch Spaß gehabt.

Das erste, was wir am nächsten Morgen nach der Abfahrt sehen, war ... ein Elch. Morgens um 11:00 Uhr ließ er sich von uns fotografieren. In diesem Teil der Route wird sehr viel Landwirtschaft betrieben. Das muss wohl auch eine gute Grundlage für die Elche sein.

In Vennesund erreichten wir die sechste und für uns auf dieser Route letzte Fähre. Noch einmal 20 Minuten tolle Schiffsfahrt bei blauem Himmel, strahlender Sonne, ruhigem Wasser, schneebedeckten Bergen......

Für größeres Bild bitte klicken!Ab Holm wurde die Landschaft wieder etwas rauer. Tief ins Land geschnittene Fjorde und steile Berghänge bestimmten das Bild. Wir fanden einen Rastplatz mit kristallklarem Wasser. Da konnte man Giovanni beim Schwimmen auch mal auf die Pfoten schauen.

Tunnel und Brücken wechselten sich ab. Ich fragte mich immer, mussten die erst den Tunnel bauen, um die Brücke bauen zu können, oder umgekehrt? Schon beeindruckend, wie die Norweger das raue Land verkehrstechnisch erschlossen haben.

Für größeres Bild bitte klicken!Bei Overhalla fanden wir einen schönen Rastplatz auf einem Hügel. Unter blühenden Fliederbäumen genossen wir unseren Kuchen und die Aussicht. Es war mittlerweile so warm, dass wir den Schatten suchten.

Für größeres Bild bitte klicken!Hinter Namsos fuhren wir ein Stück am Fjord längs. An einem Parkplatz wollte ich Giovanni noch einmal schwimmen lassen. Dabei stellte ich fest, dass das Wasser sehr warm war. Also Badehose angezogen und das erste Bad in diesem Urlaub genommen. Herrlich, wunderbar und es war tatsächlich Salzwasser. Natürlich durfte Giovanni auch schwimmen. Allerdings musste er arbeiten und seinen Ring immer wiederholen.

Am Abend erreichten wir Steinkjer, den Endpunkt der Rv17. In der Stadt war einiges los. Als ich den Campingplatz ansteuerte, teilte uns die junge Dame mit, dass heute Abend ein Konzert von Pink Floyd wäre und es etwas lauter werden könnte. Naja, es war nur Musik von Pink Floyd, gespielt von verschiedenen Bands im Rahmen des Steinkjer Festival, das an diesem Wochenende stattfand. Und zu laut war es auch nicht.


Zurück nach Schweden

Für größeres Bild bitte klicken!Als wir am nächsten Morgen noch etwas durch die Stadt bummelten, spielte auf dem Marktplatz ebenfalls eine Band. Wir folgten dann der E6 in Richtung Trondheim und entdeckten kurz danach den belgischen MAN wieder vor uns. Wir hatten doch ganz schön geklüngelt. Für größeres Bild bitte klicken!Aber wir hatten auch viel gesehen und die Fahrt über die Küstenstraße ausgiebig genossen. Zum Glück ist die E6 hier zweispurig und ich konnte das Weltreisemobil ein letztes Mal überholen.

Bei Stjørdal kauften wir noch einmal ein und tankten. Dann verließen wir die E6 und wechselten auf die E14. Über den Karolinervågen fuhren wir wieder nach Schweden. Die Landschaft wurde zunehmend rauer. Es geht durch Schluchten und an Wasserfällen vorbei immer höher auf die Berge bis zur Grenze. Dann kam wieder schlagartig die Veränderung. Nicht nur, dass die Mittellinien nun weiß und die Verkehrsschilder gelb wurden, die Straßen wurden wieder breiter, die Landschaft weiter und das Fahrgefühl entspannter. Wir waren wieder in Schweden. In Åre staunten wir über die Veränderungen seit 2006. Überall wurde neu gebaut. Hier fanden im Vorjahr auch irgendwelche Wintersportweltmeisterschaften statt. Man sah es. NFür größeres Bild bitte klicken!ach einem Zwischenstop an der Kirche von Mattmar erreichten wir am späten Nachmittag Östersund und steuerten Sandvikens Camping an. Natürlich durfte unser Hund Schwimmen und ich ein paar Bilder der tiefstehenden Sonne machen. In Östersund war übrigens auch ein Musikfest und man hörte die Musik fast lauter als in Steinkjer. Die Skandinavier feierten Mittsommer.

Für größeres Bild bitte klicken!Der Inlandsvägen brachte uns am nächsten Tag nach Süden. Ganz entspannt saß ich hinter dem Lenkrad. Diese Strecke ist auf jeden Fall der E4 vorzuziehen. In Sveg wurde der Tank aufgefüllt und der obligatorische Kuchen gekauft. Es ist zwar Sonntag, aber hier hatten die Supermärkte alle geöffnet. Am Parkplatz Björnän legten wir unsere Kaffeepause ein. Wir standen auf Felsen an einem wild aufgestauten Fluss. Auf unseren Campingstühlen genossen wir die Sonne. Dann ging es weiter bis Mora. In diesem Jahr wollten wir uns noch einmal diese Stadt am Siljansee anschauen. Wir fanden mit „Moraparken" einen tollen Campingplatz. Von dort brauchten wir nur über eine Brücke zu gehen und waren direkt im Zentrum. Unser erster Gang führte uns aber zum See. Für größeres Bild bitte klicken!Wir beobachteten die Schiffe und die jungen Leute, die von einem Steg ins Wasser sprangen. Am Ufer stand eine Dampflok von 1916 - jetzt ist sie in meiner Bildersammlung. In der Fußgängerzone waren die Bordsteine zwar schon hochgeklappt, aber ein Schaufensterbummel lohnte sich doch. Zum Abschluss genossen wir den Blick auf die Kirche und den Springbrunnen davor.

Am nächsten Morgen führte unser Weg zunächst auf der Rv80 am Siljansee entlang. Ich tat meinem Hund (und mir) was Gutes und wir gingen erst einmal schwimmen; das erste Mal heute. In Falun fuhren wir zur Gruvan, Für größeres Bild bitte klicken!einem alten Erzbergwerk, das seit 2000 zum Weltkulturerbe gehört. Hier waren wir vor Jahren schon einmal mit den Kindern. Weil es sehr heiß war und wir den Hund nicht so lange im Auto lassen wollten, verzichteten wir diesmal auf die Grubenfahrt und schauten uns nur die übertägigen Gebäude und Anlagen an. Dann fuhren wir über die Rv50 in Richtung Örebro. Kurz vor Ludvika gibt es einen Rastplatz an einem See. Natürlich mussten mein Hund und ich dort schwimmen gehen; das zweite Mal heute. In Grängesberg aßen wir traditionell unser Softeis. Bei Åskersund verließen wir die Rv50 und fuhren auf der Westseite des Vättern bis zum Tiveden Nationalpark.

Für größeres Bild bitte klicken!Zunächst buchten wir uns einen Stellplatz für die Nacht und dann fuhren wir durch den Nationalpark zum Badeplatz Vitsand am Trehörningen-See. Um diese Uhrzeit gehörte uns der Stand ganz alleine. Giovanni war von dem flachen Wasser nicht so begeistert. Er schwimmt lieber. Dafür konnte Ulrike mit ihm im Wasser spazieren gehen. Auf einer Bank nahmen wir unser Abendessen zu uns. Ulrike störten die kleinen Mücken, da ging sie mit ihrem Teller ins Wasser zum essen. Natürlich ging ich mit Giovanni dann auch noch zum dritten Mal am heutigen Tag schwimmen. Es war zwar schon kurz vor 22:00 Uhr aber noch kein Stück dunkel.

Für größeres Bild bitte klicken!Ursprünglich wollten wir am nächsten Tag noch eine Wanderung durch ein Moorgebiet unternehmen. Aber angesichts der Hitze beschlossen wir direkt nach Helsingborg zu fahren. Als sich die Wolken zuzogen, änderte das unseren Entschluss auch nicht mehr, zumal es einige Male kräftige Schauer gab. Auf unserem Platz bei Ljungby durfte Giovanni noch einmal schwimmen; ich diesmal nicht. Um 17:30 Uhr verließen wir Schweden mit der „Aurora of Helsingborg" für dieses Jahr.

Zügig ging es durch Dänemark. Bei Kopenhagen zwang uns ein Gewitter mit Starkregen aber fast zum Anhalten. Auf Farø schien dann aber schon wieder die Sonne und - na klar - Giovanni ging wieder schwimmen. Gegen 22:00 Uhr erreichten wir Puttgarden und fuhren dort auf den Wohnmobilstellplatz. Jetzt wurde erst einmal deutsches Radio gehört.

Die letzten 526 km nach Recklinghausen waren eigentlich wenig spektakulär. Einzig die Tatsache, dass es sehr heiß war, sollte hier noch erwähnt werden. Am frühen Abend stand der Hobby 600 dann wieder wohlbehalten in der Garage. 24 erlebnisreiche Tage und 6801 km lagen hinter uns. Jetzt gilt es knapp 2000 Fotos zu sortieren und zu bearbeiten. So bleibt die Erinnerung an einen tollen Urlaub noch etwas erhalten.... Und da wir einiges nicht gesehen haben, müssen wir irgendwann noch einmal auf die Lofoten - noch einen Nachschlag holen!

 

Weitere Bilder unserer Reise finden sie hier in der Bildergalerie!

Zusammenfassung

Tag
 
Datum
von - über - bis
km
∑ km
Über-
nachtung
1 Mo 08.06.09 RE  -  Puttgarden  -  Ljungby 858 858 PP E4
2 Di 09.06.09 Ljungby - Jönköping - Stockholm 476 1334 STP Langholmen
3 Mi 10.06.09 Stockholm  0 1334 STP Langholmen
4 Do 11.06.09 Stockholm - Härnösand - Örnsköldsvik 582 1916 CP Morsjöns
5 Fr 12.06.09 Örnsköldsvik - Arjeplog - Lilviken 579 2495 CP
6 Sa 13.06.09 Lilviken - Bodø - Moskenes 195 2690 CP Moskenes
7 So 14.06.09 Moskenes - Å - Reine 61 2751 PP E10
8 Mo 15.06.09 Reine - Å - Ramsberg 57 2808 CP 
9 Di 16.06.09 Ramsberg - Stamsund - Eggum 179 2987 STP Eggum
10 Mi 17.06.09 Eggum - Ginoya - Hov 56 3043 CP
11 Do 18.06.09 Hov - Solvaer - Taen 91 3134 PP 
12 Fr 19.06.09 Taen - Sortland - Andenes 153 3287 CP
13 Sa 20.06.09 Andenes - Bleik - Andenes 35 3322 CP
14 So 21.06.09 Andenes 8 3330 CP
15 Mo 22.06.09 Andenes - Sortland - Narvik 310 3640 CP
16 Di 23.06.09 Narvik - E6 - Saltstraumen 312 3952 PP
17 Mi 24.06.09 Saltstraumen - Rv17  162 4114 PP
18 Do 25.06.09 Rv17 - Berg 236 4350 PP
19 Fr 26.06.09 Berg - Rv17 - Steinkjer 257 4607 CP
20 Sa 27.06.09 Steinkjer - Östersund 341 4948 CP
21 So 28.06.09 Östersund - Sveg - Mora 338 5286 CP
22 Mo 29.06.09 Mora - Falun - Tiveden 394 5680 CP
23 Di 30.06.09 Tiveden - Helsingborg - Puttgarden 595 6275 STP
24 Mi 01.07.09 Puttgarden -  Recklinghausen 526 6801  
im Durchschnitt: 283 km/d
  6801 km [Gesamt]
Legende Übernachtungen: STP = Stellplatz | CP = Campingplatz | PP = Parkplatz

Eine Zusammenfassung der Daten und Fakten können Sie hier als pdf-Dokument herunterladen!

Kommentare  

+1 #3 Nachschlag LofotenGerd Rafalski 2013-12-22 13:26
Hoy Wilfried
Super Bericht, Tourendaten, gute Tips.
Das ist genau was ich brauche. Wir wollen 2014 nach den Lofoten, sind aber absolute Neulinge. Somit für jeden Tip dankbar. Mach weiter so.
Liebe Grüsse aus der Schweiz. Gerd
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+3 #2 RE: Lofoten 2009 ...Nachschlag geholtMagnar 2009-07-31 21:17
Hallo Wilfried,
habe Deinen Bericht mit Interesse gelesen. Mann könnte ihn fast als Navi-Ersatz nehmen, so ausführlich ist er.
Ich bleibe hier auf der E6 und lasse mich so langsam Richtung Alesund treiben, dann geht es irgendwie ohne große Planung bis zum 18.08.09 wieder Richtung Heimat.
Gruß aus Norwegen
Magnar - Camperf32 -
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+4 #1 RE: Lofoten 2009 ...Nachschlag geholtmoni-kiel 2009-07-30 20:03
Moin Wilfried,
mal wieder ein Superbericht und tolle Bilder. Danke nochmal für den Tip mit CP Hov war super

Lieben Gruß Moni
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