Endlich wieder Norwegen

Für größeres Bild bitte klicken!Während unserer Skandinavientour 2006 fuhren wir vom 12.06.-04.07.06 insgesamt 5089 km mit dem Wohnmobil durch West-Norwegen. Wir besuchten den Sognefjord, Jostedalsbreen, Geirangerfjord, Trollstigen, Dovrefjell und Trondheim, bevor wir über Schweden wieder zurückfuhren.

Lesen Sie hier unseren Reisebericht und genießen Sie die Bilder einer grandiosen Landschaft.

Auf der nebenstehenden Karte ist der Tourverlauf eingezeichnet (Klicken Sie für ein größeres Bild auf die Karte).

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Über die Vogelfluglinie nach Norden

Nach ein paar Jahren Urlaub in den Alpen war mein Hunger auf Mountain Biken zunächst gestillt. Die Sehnsucht nach Skandinavien war größer. Ich wollte mal wieder die Berge vom Meeresspiegel aus sehen. In den Jahren 1997, 2000 und 2001 hatten wir Südnorwegen bis zur Höhe Bergen / Sognefjord bereist. In diesem Jahr wollten wir daran anschließen und uns die Ecke zwischen Bergen und Trondheim unter die Räder nehmen.

Für größeres Bild bitte klicken!Während der Vorbereitung prüften wir auch andere Fährverbindungen, entschieden uns auf Grund der Hundetauglichkeit, des Preises und der Flexibilität letztendlich doch wieder für die Vogelfluglinie (Schweden-Ticket Hin- und Zurück 272,00 €). So konnten wir auch unseren Lieblingsübernachtungsplatz auf der Insel Farø (Dänemark) wieder ansteuern.

Die weitere Fahrt nach Norwegen ging, von einem Badestop am Mellbystand (Laholmbucht) abgesehen, sehr zügig über die E6 in Richtung Norden. Auf dem Stück zwischen Göteborg und Moss konnten wir nur über den Baufortschritt staunen: Weite Teile der uns noch in Erinnerung gebliebenen Landstraße sind mittlerweile durch Autobahn ersetzt. Und es wird noch kräftig weitergebaut. Lediglich die alte Svinesundbrücke mit ihrem Rastplatz haben wir vermisst. Auf der neuen, mautpflichtigen Brücke hat man ruckzuck die Grenze passiert; keine Zeit zur Besinnung.

Für größeres Bild bitte klicken!Unser erstes Hauptziel sollte Flåm am Aurlandsfjord, einem Seitenarm des Sognefjord sein. Wir entschieden uns für einen Weg durch das Numedal nach Geilo, da wir die anderen Routen durch Hallingdal und Begnadal schon kannten, und wir außerdem Oslo durch Benutzung des Oslofjord-Tunnel umfahren konnten. Die Strecke selbst führte sehr abwechslungsreich immer am Fluss Lågen entlang, der sich stellenweise zu schönen Badeseen verbreiterte. Das Tal ist sehr waldreich, mit grünen Almwiesen und dünn besiedelt. Die Bauernhöfe sind dafür umso schöner. Einige stehen unter Denkmalsschutz und laden zur Besichtigung ein. Hinter Uvdal verändert sich das Tal landschaftlich sehr stark. Die Straße führt kurvig bis auf 1000m hinauf. Die Vegetation wird karger und die zunehmende Anzahl an Hütten lässt auf ein stark frequentiertes Wintersportgebiet schließen. Mit Geilo erreicht man einen größeren Wintersportort am Fuße der Hardangervidda. Der Campingplatz liegt am Fluss und auf der anderen Fluss-Seite liegt ein großes Hotelgelände mit Golfplatz – über eine Brücke zu erreichen. Gerade richtig für einen schönen Hundespaziergang in der Abendsonne.

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Tag fuhren wir über den Aurlandsvei (Rv50) nach Flåm. Wir kannten diese Fjellstraße von einer früheren Tour und freuten uns schon auf die Fahrt durch Schneefelder, vorbei an Seen, auf denen noch die Eisschollen trieben, und letztendlich auf die Spiraltunnel, die uns dann einen wunderbaren Blick auf das Aurlandtal ermöglichten.

Auf dem Fjell parkten wir unser Womo vor einem Tunnel und wanderten auf der alten Schotterstraße in Richtung Geriteryggytta. Bei schönem Wetter genossen wir das Rauschen der vielen Wasserfälle und die weiten Blicke in diese einsame, karge aber schöne Fjelllandschaft, Schneefelder inbegriffen. Ganz anders dann die Abfahrt in Aurlandstal und an den Fjord. Hier blühten wieder die Wiesen und Obstbäume.


Mit dem Mountain Bike vom Fjord auf die Hardangervidda

Für größeres Bild bitte klicken!Flåm liegt am Ende des Aurlandfjord und ist Startpunkt der Flåmbahn. Diese ca. 20 km lange Eisenbahnstrecke wurde aus strategischen Gründen während des 2. Weltkrieges gebaut und führt vom Meeresspiegel auf die Hardangervidda. Dort trifft sie in Myrdal auf die Oslo-Bergen-Bahn. Die Flåmbahn ist eine technische Meisterleistung. Auf den 20 km werden in 20 Tunneln 870 Höhenmeter überwunden. Teilweise befinden sich in den Tunnel Spiralkehren. Die Speziallokomotiven sind mit fünf verschiedenen Bremssystemen ausgerüstet. Das schönste an der Fahrt ist aber die Landschaft, durch die man fährt: Sie ist so, wie man sich eine Modeleisenbahn vorstellt, Brücken, Galerien, Tunnel und Wässerfälle. Wir sind 1997 schon einmal mit der Bahn gefahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir parkten unser Womo auf Flåm Camping. Ich wollte am nächsten Tag den alten Bauweg der Flåmbahn mit dem Mountain Bike fahren. Dieser ist Teil des Rallarvegen, einem Fahrradweg entlang der Bergensbahn. Während im oberen Teil zwischen Finse und Myrdal im Juni noch Schnee liegt, so ist das Teilstück zwischen Myrdal und Flåm um die Zeit schon befahrbar. Allerdings fahren die meisten Biker dieses Teilstück nur bergab. Ich genoss aber den Weg hinauf. Traumhafte Landschaft und super zu fahren. Nur das letzte Serpentinenstück war auf Grund des lockeren Untergrundes für mich nicht fahrbar. Hier wurde halt geschoben. Dabei traf ich Ulrike und Giovanni, die mit dem Zug hochgefahren waren (275 NKr) und nun einen Teil des Weges herunterwanderten. Und ich traf zwei Radfahrer, die mit geliehenen Bahnrädern den Weg runterfahren wollten, das war’s. Sonst war ich mit ein paar Schafen und Ziegen auf dem Weg alleine. Nicht so überlaufen wie in den Alpen! Nach einer Kaffeepause in Myrdal machte ich mich auch auf zur Abfahrt. Ich genoss das herrliche Wetter und die Ausblicke. An verschiedenen Stellen musste ich meinen Geschwindigkeitsrausch unterbrechen und die Blicke schweifen lassen. Leider war ich viel zu schnell auf dem Campingplatz.

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Tag ging unsere Tour weiter. Durch mehrere Tunnel (einer davon 11 km lang) fuhren wir zunächst nach Gudvangen und dann weiter nach Voss. Hier wollten wir etwas shoppen, aber auf Grund eines riesigen Jugend- Fußballturniers hatten wir keine Chance auf einen Parkplatz. So fuhren wir über die Rv13 durch das Vossfjell nach Vangsnes. Waren wir vom Aulandsvei schon einiges an karger Landschaft gewohnt, so war dies noch eine Nummer karger. Als Entschädigung (wofür eigentlich?) gab es wieder eine sagenhafte Aussicht auf den Sognefjord.

Vom Fjord zum Gletscher

Für größeres Bild bitte klicken!Unser nächstes Ziel sollte der Jostedalsbreen sein, das größte Gletschermassiv Europas. Mit der Fähre setzten wir über den Sognefjord und fuhren fast 40 km am Ufer entlang nach Sogndal. Immer wieder suchten sich die Felsen den Weg direkt ans Wasser und die Straße musste wieder durch einen Tunnel. Leider wurde es nun zunehmend bewölkter. In Sogndal bogen wir auf die erst 1994 fertig gestellte Rv5 nach Fjærland ab. Wieder ging es über die Berge und durch einen 8000m langen mautpflichtigen Tunnel hinunter nach Fjærland am Fjord. Hier befindet sich ein modernes Gletschermuseum und ein paar Kilometer hinter dem Ort beginnt der Tunnel unter dem Gletscher. Kurz vor dem Tunneleingang zweigt rechts ein Weg zur Gletscherzunge Boyabreen ab. Vom Parkplatz sind es ca. 15 min. und man erreicht Gletscherzunge und –lagune. Da sich unser Ziel aber auf der anderen Seite des Gletschers befand, benutzen wir nach einer Hunderunde den Tunnel und fanden uns im Einflussbereich des Nordfjordes wieder.

Auf dem Utvikfjell liegt ein Parkplatz in einem Wintersportgebiet direkt an der Straße. Wir übernachteten dort zusammen mit sechs anderen Mobilen. Nachts begann es zu regnen. Am nächsten Morgen benutzte ich unseren Parkplatz auf dem Fjell zu einer Biketour. Leider sind die Wege alles nur Stichwege und nach zwei Stunden hatte ich genug gesehen, zumal es auch immer wieder nieselte.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir fuhren zum Innvikfjord hinunter und dann durch das Oldedalen nach Briksdal. Auf einer sehr engen Straße muss man auf den Gegenverkehr und die Ausweichbuchten achten. Von weitem sieht man schon die imposante Zunge des Melkevollgletscher. Unser Ziel war aber der Briksdalsbreen. Dieser Gletscherarm ist durch seine gigantischen blauen Eismassen, die aus einem Buschwald aufragen, berühmt. Wir parkten unser Wohnmobil auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz und bestaunten zunächst die vielen Besucher, die mit Bussen, Wohnmobilen aber auch Motorrädern hierher kamen. In einem Reiseführer hatten wir gelesen, dass man möglichst erst nach 17:00 Uhr zum Gletscher soll. Wir sahen noch die letzten „Reste“ von fernöstlichen Touristen, die mit Bussen angekarrt wurden, dann in Trollcars (motorisierter Ersatz für die früheren Pferdekutschen) umstiegen und mal eben schnell die Gletscherzunge fotografierten. Wir sparten uns die Trollcars und wanderten schön hin und zurück. Dafür waren wir an der Gletscherzunge auch fast ganz alleine und konnten dieses Stück Natur so Richtig genießen. Der Campingplatz in Briksdal war uns auf Grund der vielen Wasserfälle zu laut, so dass wir das Oldedalen etwas zurückfuhren und direkt am See einen schönen Campingplatz mit Gletscherblick fanden.


Zu den Kreuzfahrtschiffen am Geirangerfjord

Unser nächstes Ziel sollte der berühmte Geirangerfjord sein. Auf dem Weg dorthin fuhren wir über die Rv15 und stoppten bei Hjelle noch im Jotesdalsbreen Nasjonalparksenter, um uns etwas über die Natur des Gletschers zu informieren. Ein Film erklärte den Gletscher und in einer Freiluftausstellung wurden viele Pflanzen und Mineralien der Gletscherregion gezeigt und erläutert.

Am Ende des Tals ging es in Serpentinen wieder hinauf auf das Fjell. Durch zwei Tunnel gelangten wir an den Abzweig der Straße nach Geiranger. Hier nutzen wir eine Rast zu einem Spaziergang durch diese baumlose Landschaft. Zwischen Moosen und Flechten folgten wir den Trampelpfaden. Neben Felsen und Schneefelder gibt es hier jede Menge Bäche und Seen. Das richtige Terrain für Giovanni.

Für größeres Bild bitte klicken!Diese Ausblicke begleiteten uns weiter auf der Rv63. Vor uns tauchte der Dalsnibba auf. Eine mautpflichtige Straße führt noch einmal 500 m höher auf den Gipfel. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf den Geirangerfjord. Wir wollten unserem Womo diese Strapazen allerdings nicht zumuten. Uns reichte der Blick aus rund 1000 m Höhe auf den Fjord. Und dort unten sahen wir ein Schiff liegen. Wie sich später herausstellte war es die „Queen Elisabeth 2“. Das besondere waren aber die Abgase der Queen. Sie stiegen bis zu einer Höhe von ca. 300 m senkrecht hoch und prallten dann auf die darüber liegende Luftschicht. Dort verteilten sich die Abgase waagerecht zu einer blauen Dunstschicht im sonst so klaren Fjord.

Die folgende Abfahrt nach Geiranger war sehr anstrengend. Auf einer Länge von 17 km wurde 1000 hm vernichtet, und das bei einer Entfernung von 7 km Luftlinie. Ich ließ das Womo im 2. Gang hinunterrollen und an verschiedenen Punkten hielten wir an um die Aussicht zu genießen und die Bremsen abkühlen zu lassen.

Für größeres Bild bitte klicken!Der Campingplatz von Geiranger liegt direkt am Fjord. Die Plätze in der ersten Reihe waren natürlich alle schon durch andere Wohnmobile belegt. Es war aber schon beinahe lustig, wie die Besitzer durch das Aufstellen von Campingstühlen, Fahrrädern oder Motorrollern ihr Territorium absteckten. Wir stellten uns also in die „dritte“ Reihe und konnten bei einem Spaziergang durch den Ort sehr schön das Einbooten und Auslaufen der „Queen Elisabeth 2“ beobachten. Und auch für Geiranger galt: nach 17:00 Uhr wurde es richtig ruhig. Bis zum nächsten Morgen. Als wir aufwachten lagen die „Aidablu“ und die „Astor“ im Fjord. Im Laufe des Vormittags gesellten Für größeres Bild bitte klicken!sich noch die „Arielle“ und die „Sea Princess“ dazu. Ein fünftes Kreuzfahrtschiff wurde noch erwartet. Die Passagiere wurden mit den Beibooten an Land gebracht. Dort hatte man wohl alle Omnibusse der Region zusammengezogen und brachte die „Kreuzfahrer“ nun zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Ich denke, ein paar Busse fuhren auch zum Briksdalsbreen.

Wir beguckten uns das Treiben noch etwas aus der Ferne und verließen Geiranger über die Adlerstraße in Richtung Eidsdal. Und wieder ging es vom Fjord hinauf aufs Fjell und von Fjell wieder hinunter zum Fjord. In Eidsdal brachte uns die Fähre über den Norddalsafjorden. Durch das lang gezogene Valldal mit seinen berühmten Obstfeldern fuhren wir unserem nächsten Ziel entgegen: dem Trollstigen.

Zur berühmtesten Straße Norwegens - dem Trollstigen

Für größeres Bild bitte klicken!Zunächst kam wieder das karge und „kalte“ Fjell mit seinen Schneefeldern und „Eis“- seen. Am Parkplatz oberhalb des Trollstigen parkten wir unser Wohnmobil und begaben uns zu der Aussichtsplattform. Von dort hat man einen tollen Blick in das Isterdal, dessen Ende eine wildromantische Bergkette ist, auf der wir uns befanden. Und in diese steilen Berghänge habe die Norweger eine Straße gebaut. Mit durchschnittlich 12% Steigung führt sie auf einer Länge von 18 km in elf Serpentinen aus dem Tal auf den Berg. Und dort oben standen wir und hatten fast die gesamten 18 km Strecke im Blick. Wie Modellautos bewegten sich die Fahrzeuge auf der Straße und wir hatten einen Riesenspaß zu beobachten, wie sich Wohnmobile oder Busse in den Spitzkehren und Engstellen begegneten. Aber schließlich mussten wir da ja auch noch runter und vermutlich haben dann andere Leute oben gestanden und sich darüber amüsiert, wie wir wieder im 2. Gang den Berg runterrollten. Auch wenn der Trollstigen die berühmteste aller norwegischen Straßen ist, die Straße runter nach Geiranger fand ich schwieriger zu fahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Einem kurzen Abstecher nach Åndalsnes folgte die Fahrt durch das Raumatal. Hier trifft man zunächst auf Trollvegen und Trolltindene, die höchsten Felswände Europas. Sie ragen bis 1800 m hoch, wobei der senkrechte Teil mit fast 1000 m Höhe rund 50 m überhängt. Dass man bei so hohen Felsen die Sonne im Tal selten sieht, ist logisch, dass es mit 20°C ziemlich warm war, ist umso verwunderlicher.

Unsere Fahrt folgte dem Raumafluss (nur in entgegen gesetzter Richtung) durch dieses wilde Romsdalen. Imposant waren aber auch die vielen Brücken der Eisenbahnlinie über den Fluss und die zuführenden Wasserfälle. Hier haben wir übrigens auch den einzigen Elch unser diesjährigen Reise gesehen: Ein kapitaler Bulle mit großen Schaufeln!


 

Mit dem Mountain Bike nach Dombås

Für größeres Bild bitte klicken!In dem Bjorli steuerten wir den Campingplatz an. Dieser Wintersportort bemüht sich, wie viele Wintersportorte in den Alpen auch, seine Infrastruktur auch im Sommer zu nutzen. Und so wird im Internet für Bjorli als Ausgangspunkt einer Mountain Bike Strecke nach Dombås geworben, und die wollte ich testen.

So fuhr Ulrike am nächsten morgen alleine mit dem Wohnmobil weiter, während ich mit dem Bike über die ausgeschilderte Mountain Bike Strecke talabwärts fuhr. Die ersten 30 km waren auch sehr interessant. Bachdurchfahrten und Trails verbanden die Schotterpisten und Waldwege. Dann folgten allerdings knapp 30 km auf dem Deich des Lågen- Flussbettes. Problem waren hier der starke Gegenwind und die zeitweisen Regenschauer. Nach knapp 7 Stunden Fahrzeit und 76 km traf ich in Dombås wieder auf das Wohnmobil. Ulrike hatte mich schon vermisst.

Wir fuhren anschließend noch auf den Campingplatz von Hjerkinn im Dovrefjell. Hier hatten wir 1996 schon einmal gestanden. Von hier aus wollten wir uns die Moschus Ochsen ansehen.

Zu den Mochusochsen im Dovrefjell

Für größeres Bild bitte klicken!An der Kongsvold Fjellstue starteten wir unsere Mochussafari. Wir folgten den Wegweiser zur Reinheim- Hütte. Nach knapp einer Stunde Wanderung trafen wir auf die erste Gruppe von acht Moschusochsen. Aus gebührender Entfernung betrachteten wir diese mächtigen Wildtiere. Sie wurden vor dem 2. Weltkrieg aus Ostgrönland erfolgreich im Dovrefjell „eingebürgert“. Aktuell soll es rund 250 Tiere im Nationalpark geben. Wir beobachteten die Tiere eine ganze Weile, gingen aber dann noch weiter ins Fjell hinein. Hinter einer Felszunge sah ich plötzlich ein Tier unmittelbar über mir. Vorsichtig gingen wir weiter und sahen uns insgesamt fünf Tieren gegenüber. Ulrike zog sich mit Giovanni etwas zurück und ich nutzte die Gelegenheit zu einigen schönen Fotoaufnahmen. Dichter wollte ich aber auch nicht an die Tiere herangehen.

Nach diesem schönen Erlebnis und einer fünfstündigen Wanderung fuhren wir wieder in Richtung Küste. Bei Oppdal wechselten wir von der E6 auf die Rv70 und fuhren durch das zunächst wenig spektakuläre Sunndalen. Erst in Fjordnähe wurde die Landschaft wieder etwas rauer. Wir folgten der Rv70 nach Kristiansund. Erst 1992 wurde die Stadt durch eine aufwendige Brücken- und Tunnelkonstruktion mit dem Festland verbunden. Wir fuhren zunächst über die einzige Schwimmbrücke der Welt ohne Seitenverankerung, dem längsten unterseeischen Straßentunnel Norwegens und (am nächsten Tag) über die längste Hängebrückenkonstruktion Norwegens. Eine Infotafel am Parkplatz vor der Bergsoysundbrua (das ist die Schwimmbrücke) informiert über die Bauwerke der mautpflichtigen Strecke (88 NKr pro Fahrt).


An den Atlantik und über den Atlanterhavnsveien

Für größeres Bild bitte klicken!Das Stadtgebiet von Kristiansund selbst erstreckt sich auf drei im Meer liegenden Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind. Der geschützte Hafen wurde schon vor mehr als 8000 Jahren genutzt. Früher war Kristiansund Standort vieler Fischereischiffe und für seinen Klippfisch berühmt. Heute profitiert die Stadt vom Ölboom in Norwegen und ist Anlaufstelle der Versorgungsschiffe. Entsprechend modern und lebendig ist die Stadt. Einzig der Campingplatz konnte uns nicht überzeugen. Landfahrer und Saisonarbeiter gingen wohl nicht sehr sorgsam mit den Sanitäranlagen um.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach einem Stadtbummel verließen wir Kristiansund mit der Fähre in Richtung Atlantikstraße. Zwischen Kristiansund und Kårvåg liegen unzählige Inseln, die noch bis vor 20 Jahren nur mit Fähren zu erreichen waren. Der 8474 m lange Atlanterhavsveien verläuft direkt am Meer entlang, und ist lebenswichtige Verbesserung der Infrastruktur in der zerklüfteten Schärenlandschaft. Die Inseln und Holme entlang der Strecke werden hier auf imposante Weise durch insgesamt zwölf Brücken und mehrere Dämme verbunden. Mittlerweile ist der Atlanterhavsveien auch zu einer touristischen Attraktion geworden. Aus Schweden kommen die Taucher und aus Deutschland die Angler, wie uns ein Norweger berichtete. Wir hatten zwar keine Angeln dabei, nutzen aber die herrliche Landschaft zu einem Spaziergang über die Klippen und genossen die Aussicht.

Bei einsetzendem Nieselregen fuhren wir anschließend über die landschaftlich nicht sehr aufregende E39 nach Trondheim. Hier wollten wir die nächsten drei Tage verbringen und uns mit Dirk und Britta, die wir bis dahin nur virtuell aus dem Internet kannten, treffen.

Trondheim - Hauptziel unserer Reise

Für größeres Bild bitte klicken!Wir erreichten Trondheim an einem Sonntagnachmittag und konnten so mit dem Wohnmobil bis in die Innenstadt hineinfahren. Wir fanden einen Parkplatz am Rande der Speicherhäuser und machten zunächst einen Stadtbummel. Ich weiß nicht, ob es am Wetter oder am Sonntag lag, aber es war nicht viel los. So konnten wir die Sehenswürdigkeiten wenigstens in Ruhe anschauen. Nur den Nidaros-Dom schenkten wir uns. Ulrike findet es unverschämt, wenn für den Besuch einer Kirche Eintritt verlangt wird. Und da hat sie Recht! Dafür gab ich einem jungen Mann, der mir sein Rad und die Liftkarte lieh, gerne 20 Kronen. Wann fährt man schon Fahrradlift? Den gibt es nur in Trondheim und das ist auch gar nicht so einfach; Bein imer schön steif halten!.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir übernachteten auf Storsand Camping bei Malvik und fuhren am nächsten Tag wieder nach Trondheim. Diesmal parkten wir den Hobby 600 auf dem Wohnmobilparkplatz in der Nähe des Ringve-Museum. Zunächst erklommen wir zu Fuß einen Hügel und hatten einen herrlichen Blick über Stadt und Fjord. So konnten wir auch ein Schiff der Hurtigruten beim Auslaufen beobachten. Anschließend fuhren wir mit den Fahrrädern ins Zentrum. Beeindruckend ist die Nutzung des alten Hafengeländes mit modernen Wohnhäusern und angeschlossenen Yachthafen. Im Wissenschaftsmuseum besuchten wir eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Deutsch- Norwegische Geschichte“. Auch die Fußgängerzone und der Marktplatz waren heute stark frequentiert. Lag es am Montag oder am Sonnenschein?

Am Dienstag trafen wir dann Dirk und Britta mit ihrem Hobby 600. Natürlich verglichen wir die Autos und tauschten Erfahrungen aus. Und ganz nebenbei stellten wir dann fest, dass man 1800 km fahren muss, um gemeinsam zu grillen, obwohl man nur 50 km auseinanderwohnt. Aber wo scheint um Mitternacht noch die Sonne? Schöne Grüße nach Rees an den Niederrhein!

Während Dirk und Britta noch an den Polarkreis wollten, fuhren wir am nächsten Tag rüber nach Schweden. Wir mussten langsam an die Rückfahrt denken.


Von Norwegen zurück nach Schweden

Auf dem Weg nach Östersund hielten wir an der E14 hinter Hegra und spazierten zu den Felszeichnungen. Hier liegt eines der größten nordeuropäischen Felder mit Felszeichnungen aus der Bronzezeit (1500 – 500 v.Chr.). Bei einigen Figuren musste man allerdings schon sehr viel Fantasie haben, um ihre Darstellung zu deuten.

Für größeres Bild bitte klicken!Bei strahlend blauem Himmel erreichten wir Östersund und parkten unser Wohnmobil zunächst am Hafen. Als wir nach einem Stadtbummel zurückkamen, war dort allerdings der „Bär los“. Die Einheimischen hatten Feierabend und trafen sich nun zur Showtime. Links von uns die Motorradfahrer und rechts von uns die Freaks mit den vierrädrigen Fahrzeugen. Dabei handelte es sich aber meist um aufgemotzte Oldtimer amerikanischer oder schwedischer Herkunft. Jetzt weiß ich auch, was die Schweden in den langen Winternächten machen: Autos aufmotzen!

Für größeres Bild bitte klicken!Für den Weg nach Süden wählten wir zunächst die Strecke entlang des Storsjön. Nach einem kurzen Stück auf der Rv45 verließen wir den Inlandsvegen bei Åsarna und fuhren über Nebenstraßen ins Vemdalsfjällen. Für größeres Bild bitte klicken!Hier fanden wir wieder die von uns so geliebte schwedische Weite. Wälder und Hügel soweit das Auge reicht. Dazwischen fast leere, schnurgerade Straßen. In dem Wintersportgebiet von Vämdalsskalet parkten wir und begaben uns auf eine „Bergwanderung“. Nach einer Stunde hatten wir den 910 m hohen Hovde „bezwungen“. Leider war die Hütte geschlossen, aber dafür gab es eine tolle Fernsicht. Wälder soweit das Auge reicht und am Horizont die schneebedeckten Gipfel in der norwegischen Grenzregion. Wir quartierten uns auf dem Campingplatz von Vemdalen ein. Am nächsten Tag sollte noch einmal eine Mountain Bike Tour bzw. eine Wanderung die Gedanken an die bevorstehende Rückfahrt verdrängen.

Auf dem Inlandsvegen durch Mittelschweden

Die Rückfahrt war eher langweilig. Hinter Sveg kamen uns zwei Rentiere auf der Straße entgegen. Aber kein Problem, da die Straße hier sehr breit und schnurgerade war. Da bereitete ein Gewitter kurz vor dem Siljansee schon mehr Probleme.

Als letzte Station in Schweden steuerten wir den Tiveden Nationalpark in der Nähe von Karlsborg an. Da das Wetter mittlerweile sehr gut war, hatte ich festgestellt, das ich in diesem Urlaub noch nicht einmal schwimmen war.

Für größeres Bild bitte klicken!Der Tiveden Nationalpark ist eines der wildesten Waldgebiete Südschwedens. Stark hügeliges, mit vielen Felsbrocken übersätes Gelände. Inmitten dieser urwaldartigen Landschaft liegt Vitsand (weißer Sand), ein traumhafter Badeplatz am Trehörningen- See. Als wir ankamen war es Sonntagmittag und wir waren nicht die einzigen, die hier baden wollten. Aber wir hatten ja Zeit und beschlossen erst mal eine Runde durch den Wald zu wandern. Die Runde dauerte über vier Stunden und wir fanden dabei einen kleinen Badeplatz, der Vitsand noch einmal toppte. Es wäre doch gelacht, wenn ich in Schweden nicht baden ginge! Nur Giovanni wollte nicht mit mir zusammen ins Wasser. Er hatte wohl Angst, dass ich seinen Stock wegschnappte.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach diesem herrlichen Erlebnis war endgültig die Rückreise angesagt. Bei hochsommerlichen Temperaturen folgte noch ein kurzer Einkaufsstop in Halmstad, die obligatorische Kaffeepause auf Farø und schon waren wir wieder in Deutschland. Nur als wir den Wetterbericht hörten, war es mit der geplanten Übernachtung in Heiligenhafen vorbei. Am nächsten Tag sollten es bis zu 35°C werden. Das wollten wir uns denn doch nicht antun und fuhren die Nacht durch. Morgens um ½ 5 Uhr waren wir „at home“, gesund, erholt und um viele Eindrücke reicher.

Alles in allem war es ein toller Urlaub. Der Tacho des Wohnmobils ist in 22 Tagen um 5089 km vorgerückt; das Wohnmobil ist problemlos gelaufen und wir haben viel gesehen. Und mit dem Wetter hatten wir auch mal wieder Glück - im Grunde hatte es nur an vier Tagen vereinzelt geregnet. Dafür hatten wir an 12 Tagen schönes Sonnenwetter und sehr angenehme Temperaturen.

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