Für größeres Bild bitte klicken! Nach verschiedenen Touren durch Fjord-Norwegen wollten wir im Sommer 2008 einen Schritt weitergehen bzw. -fahren: zu den Lofoten. Anfangs scheuten wir etwas die große Entfernung. Nach ein paar Wochen der Recherchen und Vorbereitungen stand es aber fest: Jetzt oder nie - wir wollten die Inselgruppe nördlich des Polarkreis einmal sehen.

Und wir wurden nicht enttäuscht. Grandiose Landschaften, farbenfrohe Ortschaften und eine Natur, die immer wieder andere Farben, Reflektionen und Eindrücke erzeugte, prägten diese Reise.

Doch zunächst noch einmal kurz zu den Vorbereitungen dieser Tour. Bei der Wahl des Zeitpunkts hatten wir fast keine Wahl. Vor oder nach den Sommerferien hießen die Alternativen. Wir entschieden uns für den Juni. So konnten wir uns auf die Mitternachtssonne einstellen. An Reisedauer standen uns drei Wochen zur Verfügung. Erste Routenplanungen ließen uns eine Fahrtstrecke von ca. 6000 km erwarten. Wenn man bedenkt, dass andere in zwei Wochen zum Nordkap und zurück fahren, so waren wir eigentlich ganz gut dran. An dieser Stelle der Hinweis und Dank an Johannes Steinbrück und Klaus Ammich, die mir mit Ihren Webseiten www.lofoten-online.de bzw. www.ammkla.de wertvolle Tipps gaben.

Für größeres Bild bitte klicken! Die Strategie unserer Reise sollte sein: schnell hin, ca. 1 ½ Wochen Lofoten und dann gemütlich wieder nach Hause. So wählten wir für die Anreise eine Strecke über Schweden. Obwohl die meisten Routenplaner und Reiseführer die Strecke über Stockholm und an der Ostküste entlang als schnellste Route anpriesen, entschieden wir uns für die Rv45 - Inlandsvägen. Der Hauptgrund lag darin, dass wie die Strecke bis Östersund eigentlich schon kannten und wir uns eine schnelle und entspannte Fahrerei versprachen. Für die Rückreise hatten wir die E6 in Norwegen geplant.

Für größeres Bild bitte klicken! Unser Hobby 600, mit 21 Jahren und 270 tkm auch nicht mehr der Jüngste, bekam vor dem Start noch einen Ölwechsel. Da wir keine Fahrräder mitnahmen, montierte ich vorsichtshalber ein zweites Reserverad auf dem Fahrradträger. Man weiß ja nie - und in Skandinavien ist der Weg zur nächsten Werkstatt schon mal 80 km weit. Außerdem ergänzte ich die „normale" Reserveausrüstung um eine Lichtmaschine und ein Vorglührelais. Ein großer Drehmomentschlüssel mit passender Nuss wurde für eventuelle Radwechsel eingepackt. Für den Rest hatten wir unsere ADAC Mitgliedskarte und die entsprechenden Schutzbriefe.

Verpflegungsmäßig wanderte eine Kiste Öttinger-Malz unter das Heckbett. Dazu kamen die üblichen Vorräte von aldi. Unser Hund musste geimpft werden und bekam auch eine extra Kiste Hundefutter eingepackt.


Anreise mit Hindernissen

Da Ulrike vor ihrem Urlaub noch ein paar Tage Mehrarbeit abfeiern konnte, starteten wir am Mittwoch, den 4. Juni 2008 zu unserer Urlaubsreise. Bis Osnabrück begleitete uns der Regen. Dann wurde es zwar trocken, dafür durften wir uns hinter Bremen durch 10 km Stau quälen - Tagesbaustelle. So fuhren wir in unserer langen Vogelfluglinien- Tradition zum ersten Mal bei Tageslicht von Puttgarden nach Rødby und Für größeres Bild bitte klicken!ein paar schöne Eindrücke von der tief stehenden Sonne entschädigten uns dafür, dass wir nicht auf unserem Lieblingsplatz auf Farø in Dänemark übernachteten. Wir fuhren durch und sahen (auch zum ersten Mal) den Fährhafen von Helsingør und das gegenüberliegende Helsingborg im Dunkeln und erfreuten uns an der Beleuchtung. Bei den vielen Lichtern konnte man gar nicht meinen, dass dazwischen Wasser war. Es sah so nahtlos aus.

Auf schwedischen Boden fuhren wir dann noch etwas durch die dunkle Nacht. Bei Lundby endete der erste Tag auf einem Rastplatz an der E4. Da es schon wieder dämmerte, konnten wir sehen, dass sich neben dem Rastplatz ein See befand. Das war am nächsten Morgen ein Geschenk für Giovanni. Unser Wasserhund konnte sein erstes Bad nehmen.

Für größeres Bild bitte klicken! Die anschließende Fahrt führte auf der E4 zum Vätternsee. Dann verließen wir die Autobahn und fuhren über Landstraßen weiter. Da das Wetter immer schöner wurde, legten wir mehrere Pausen ein und beschlossen dafür lieber abends zu fahren, wenn es nicht mehr so warm war. Giovanni freute es. So kam er zu ausgiebigen Spaziergängen und weiteren Schwimmstunden.

Gegen 21.00 Uhr verließen wir den Rastplatz in Leksand. Wir wollten noch tanken und Geld holen. Beim Tanken hatten wir erst im dritten Anlauf Glück. Man muss dazu sagen, dass in Skandinavien viele Zapfsäulen mit Kartenzahlung ausgerüstet sind. Man kann dann zwar rund um die Uhr tanken, benötigt aber eine Kreditkarte. Für Schweden selbstverständlich, aber wir haben keine und bevorzugten die EC-Karte und das Bargeld aus den Geldautomaten. Also waren wir auf die Tankstellen mit Kasse angewiesen und die schließen abends. Wie schon gesagt, hatte die dritte Tankstelle noch auf und wir konnten voll tanken. Dafür mussten wir aber anschließend das Portemonnaie wieder auffüllen. Nur gut das Für größeres Bild bitte klicken!Geldautomaten immer geöffnet haben. In Rattvik suchte ich solch einen Bankomat auf. Doch anstatt mir wie gewünscht Geld zu geben, zog der Sauhund meine EC-Karte ein und schloss seine Klappe - defekt! Da stand ich nun mit meinem Talent. Bei der angegebenen Telefonnummer meldete sich niemand und die Leute, die wir fragten, machten uns wenig Hoffnung. Auf Grund des morgigen Nationalfeiertags und des bevorstehenden Wochenendes würden wir erst am Montag, also erst in vier Tagen, jemanden von der Bank erreichen. Solange wollten wir aber nicht am Siljansee bleiben. Montag wollten wir schon in Kiruna sein! Da wir ja noch Ulrikes Karte hatten, beschlossen wir, meine Karte sperren zu lassen und dann von Kiruna aus am Montag Kontakt mit der Bank aufzunehmen. Dann kam die nächste Überraschung. Die vielgepriesene Sperrhotline (116116) kann nur komplette Konten sperren, aber nicht einzelne Karten. Nach einem Telefonat mit daheim verabredeten wir mit unserer Tochter, dass sie sich am anderen Morgen mit unserer Sparkasse in Verbindung setzt und alles weitere regelt. Etwas beunruhigt fuhren wir dann aber weiter, am Siljansee vorbei in die Einsamkeit Mittelschwedens.

Für größeres Bild bitte klicken! Und dann kam es, wie es in solchen Fällen immer kommen muss: Auf einmal ein komisches Geräusch und dann zog das Wohnmobil komisch an der Lenkung. Zum Glück war eine kleine Ortschaft mit einem Cafe in der Nähe und so konnte ich das Wohnmobil dort anhalten, um festzustellen, dass der rechte Vorderreifen Luft verlor. Da es zwar nicht richtig Dunkel, aber schon nach 1:00 Uhr war, legten wir uns zunächst schlafen. Der Reifen konnte auch später gewechselt werden. In Gedanken überlegte man aber immer wieder: was kommt als nächstes?

Für größeres Bild bitte klicken! Am Morgen unseres dritten Reisetages wechselte ich zunächst das Vorderrad und wir suchten uns einen schönen Frühstücksplatz an einem rauschen Fluss. Dort trafen wir schwedische Fussballfans, die mit einem umgebauten Bus auf dem Weg von Kiruna nach Österreich zur EM waren. Sie machten mir Mut, indem sie mir sagten, dass in Sveg (das war der nächste Ort) eine Reifenwerkstatt sei, und diese auch heute am Nationalfeiertag geöffnet habe. Bis Sveg waren es schlappe 85 km und tatsächlich konnte man uns dort das Rad reparieren. Das Gummiventil war defekt und musste ersetzt werden; noch einmal Glück gehabt!

Nach der etwas unruhigen Nacht beschlossen wir in Östersund erst einmal den Campingplatz aufzusuchen. Den Platz kanten wir aus 2006 und somit kam etwas Heimat in uns auf. Wir standen direkt am Wasser, Giovanni konnte schwimmen und der Grill sorgte für was Warmes im Magen. So kehrte wieder etwas Ruhe ein und nebenbei habe ich das Originalrad auch wieder vorne rechts montiert. Aber wenn ich ehrlich bin, hatte ich ja mit so etwas gerechnet. Warum sonst das zweite Reserverad und der Drehmomentschlüssel?

Für größeres Bild bitte klicken! Am Samstagmorgen verließen wir Östersund in Richtung Lappland. Auf fast schurgerader, gut ausgebauter breiter Straße fuhren wir gemütlich mit Tempo 90 nach Norden. Selten kam uns mal ein Fahrzeug entgegen. Noch seltener wurden wir überholt. Trotzdem mussten wir mal wieder tanken. In Strömsund steuerte ich eine Tankstelle an. Anders als bei uns in Deutschland muss man in Skandinavien die Dieselsäule suchen. Da wohl die meisten Fahrzeuge Benziner sind, ist die Dieselsäule oft etwas versteckt. So auch hier. Ich ließ den Kraftstoff schon munter in den Tank laufen, als der Tankwart kam und mich mit Handbewegungen darauf aufmerksam machte, dass ich meinen Dieseltank gerade mit Motorsägenbenzin füllte. 15 l des 2-Takt-Gemischs waren schon im Tank.

Eigentlich hatte ich vor unserem Urlaub schon ernsthaft daran gedacht, dem Diesel 2-Takt-Öl zur besseren Schmierung beizumischen, aber ich hatte es auf die Zeit nach dem Urlaub verschoben. Plötzlich hatte ich den Versuch doch gemacht, wenn auch unfreiwillig. Übrigens muss ich sagen, dass der Diesel danach tatsächlich ruhiger lief. Ich tankte in den nächsten Tagen allerdings alle 200 km nach, um den Benzinanteil relativ schnell rauszubekommen. Letztendlich hat mein kleines Malör dem Ducato nicht geschadet und Ulrike hat sich köstlich amüsiert, dass mir das passiert ist, hah hah hah....sie lacht heute noch.

Für größeres Bild bitte klicken!An diesem Tag machten wir wieder reichlich km durch Lappland. Wir sahen viele Rentiere auf und neben der Straße, 2 Füchse und 3 Kraniche. Einmal mussten wir durch eine „kleine" Baustelle fahren. Sie war „nur" 40 km lang und bestand aus einer reinen Schotterpiste. Dafür wurden wir durch einen tollen Rastplatz an einem See und strahlenden Sonnenschein entschädigt. Als Tagesziel erreichten wir den Polarkreis und fanden dort auch einen Stellplatz. Für 110 SKR hatten wir sogar Strom und waren ganz alleine.

Für größeres Bild bitte klicken! Tag 5 unserer Reise begann mit einem bewölkten Himmel. Auf jeden Fall war das beim Fahren angenehmer. Kurz hinter Jokkmokk hielten wir an dem Akkats-Kraftwerk. Hier sind das Maschinenhaus und die Sperrwerke mit Samen-Motiven bemalt. So kam wenigstens etwas Farbe in das eintönige Grün-Braun der Landschaft, dass nur vom Blau des Wassers unterbrochen wurde. Bei Porjus machten wir einen weiteren Kurzstopp. Von Weitem hatten wir einen schönen Kirchturm gesehen, der sich aber als Maschinenhaus eines Kraftwerks entpuppte. Dabei handelt es sich um eins der modernsten und größten schwedischen Wasserkraftwerke. Da kann man schon mal solch einen protzigen „Kirchturm" draufsetzen. Einen Golfplatz gab es bei dem Kraftwerk übrigens auch.

Die Landschaft wurde nun immer karger und von weiten sahen wir schon die schneebedeckten Gipfel des Kebnakajse und seiner Nachbarn. Und dann sahen wir auch die Erzberge von Malmberget und später auch von Kiruna. Plötzlich nahm der Verkehr wieder etwas zu und man merkte, dass man sich einem Zentrum näherte.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir parkten unser Wohnmobil in der Innenstadt von Kiruna. Da es Sonntag war, hatten die Geschäfte geschlossen. Nur in den Randbezirken hatten einige Supermärkte geöffnet. Dafür sah man aber von der Stadt aus auf das Erzbergwerk. Dort wurde auch am Sonntag gearbeitet. Jedenfalls staubte es bei der Aufbereitung ganz kräftig und auf den Bahngleisen herrschte reger Zugverkehr. Wir bummelten etwas durch die Stadt und zur Kirche, der schönsten Holzkirche, die ich jemals gesehen habe. Sowohl innen, als auch von außen eine Augenweide. Das Kirchengebäude erinnert an eine Lappenbehausung. Der nebenstehende Kirchturm ist fast zwiebelförmig. Es gibt in Kiruna aber noch andere Hingucker, wie den Turm des Rathauses oder diverse Plastiken, Kunstwerke und Denkmäler. Ich hatte den Eindruck, die Erzgesellschaft möchte die Bürger der Stadt etwas für die Unannehmlichkeiten entschädigen. Übrigens wurde die Kirche 1912 auch von der Bergwerksgesellschaft bezahlt.

Für größeres Bild bitte klicken! Nach dem Stadtbummel begaben wir uns auf der E10 in Richtung Westen. Die Wolken hatten sich mittlerweile verzogen und die Fahrt nach Narvik wurde zu einem Erlebnis. Die Sonne strahlte und überall glitzerte es, auf den Schneeresten in den Bergen, auf dem Wasser der vielen Seen, auf dem Eis, dass zum Teil noch auf dem Wasser schwamm, und nicht zuletzt im jungen Grün der kleine Birken und Gräser. Mehrmals hielten wir an, um die Eindrücke aufzunehmen. Im Abisko Nationalpark fanden wir einen Wanderweg, der vom Parkplatz auf einen kleinen Berg führte. Von dort hatte man eine herrliche Aussicht über Lappland.

Gegen Abend erreichten wir Narvik und checkten auf dem Campingplatz ein. Während Ulrike das Essen zubereitete, drehte ich mit Giovanni eine Runde über den Platz. Dabei fiel mir ein hellblauer Hobby 600 aus Finnland auf. Solch ein Fahrzeug fährt Jani, den ich aus meinem Hobby 600- Forum kannte. Jani hatte mal erwähnt, dass er im Sommer eventuell zu den Lofoten fahren wollte, aber der Zeitpunkt war noch nicht klar, zumal sie ein Baby bekommen hatten. Aber so viele hellblaue Hobby 600 kann es in Finnland nicht geben, dachte ich mir und klopfte an das Auto. „Are you Jani?" Und es war Jani! Zufälle gibt es. Jani war mit seiner Familie auf dem Rückweg von den Lofoten nach Finnland. Wir verabredeten uns für später bzw. am nächsten Morgen, und dann wurden natürlich zunächst die Autos verglichen. Jani hat schon ein paar tolle Dinge eingebaut. Vor allem das Kinderbett für Matthias, den älteren Sohn! Wir erfuhren noch einige Dinge über Wohnmobile in Finnland und natürlich auch über die Lofoten. Leider mussten sich unsere Wege am nächsten Vormittag wieder trennen. Wir fuhren zunächst nach Narvik, weil ich mir den Erzhafen einmal anschauen wollte. Danach ging es endgültig auf die Lofoten. Leider war der Himmel bewölkt und es fing auch etwas an zu regnen. Nach der tollen Fahrt am vergangenen Tag drückte das Wetter heute die Stimmung. Ich hatte in Berichten gelesen, dass es auf den Lofoten schon mal einen Juni gab, in dem die Sonne nicht einen Tag zu sehen war. Sollte das wieder so ein Jahr werden?


Mitternachtssonne auf den Lofoten

Für größeres Bild bitte klicken!Über mehrere Brücken und durch mehrere Tunnels erreichten wir schließlich am Nachmittag die Insel Hinnøya - unser erstes Ziel. Zumindest hatte es zu regnen aufgehört, als wir die E10 vor der Raftsundbrücke in Richtung Digermulen verließen. Hier wollten wir am nächsten Tag eine Besteigung des Digermulen unternehmen. Dieser 384 m hohe Berg war einer der Lieblingsplätze des deutschen Kaiser Wilhelm II. Vorher fuhren wir aber noch den Campingplatz in Raften an. Dabei handelt es sich um einen SB-Platz mit zwei Briefkästen. Der eine ist geöffnet; hierin befinden sich die Schlüssel für das Sanitärgebäude und leere Briefumschläge. Die Übernachtungsgebühr beträgt mit Strom 130 NKR und wird in den Briefumschlag gesteckt, der dann wiederum in den zweiten, verschlossenen Briefkasten kommt.

Wir waren auch die einzigen Gäste und hatten somit einen ganzen Campingplatz für uns alleine. Das der auch noch am Wasser mit Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe lag, war umso schöner. Jetzt schien auch die Sonne und es blieb die ganze Nacht hell.

Für größeres Bild bitte klicken! Am nächsten Tag machten wir uns auf dem „Kaiserweg" zum Digermulen- Gipfel. Eine leichte Wanderung, immer mit grandiosen Blicken, zunächst auf das gegenüberliegende Festland und weiter oben auf den Raftsund und die Gebirgskette des Trolltindan. Der Gipfel war komplett kahl, sodass man fast eine 360° Rundumsicht hatte. Leider war es aber auch sehr windig und der Wind kam von den schneebedeckten Bergen und war somit kalt. Der Sonnenschein und die Aussicht entschädigten dafür. Außerdem hatten wir ja Jacken mit Kapuze.

Für größeres Bild bitte klicken! Zur Kaffeezeit suchten wir uns ein schönes Plätzchen bei Tønnstrand und warteten auf das Schiff der Hurtigruten. Es kommt jeden Tag gegen 16:00 Uhr auf der Südfahrt durch den Sund. Bei guten Verhältnissen fährt die Hurtigruten auch in den Tønnstrand gegenüberliegenden Trollfjord, den wohl berühmtesten norwegischen Fjord. Heute sahen wir aber nur, wie die Passagiere der „Kong Harald" in ein kleineres Schiff umstiegen. Während die „Kong Harald" mit einem lauten Tuten nach Svolvær weiterfuhr, bog das kleine Schiff in den Trollfjord ab. Die Passagiere sind dann in Svolvær wieder zugestiegen.

Für größeres Bild bitte klicken! Bei nun herrlichem Sonnenschein fuhren wir dann auch weiter. Bei einem Fotostop an der Raftsundbrücke mussten noch einmal Bilder eingesackt werden. Unser nächstes Ziel war der kleine Fischerort Laukvik an der Nordseite der Insel Vågan. Hier wollten wir uns die Mitternachtssonne anschauen. Bei Fiskebol verließen wir die E10 und fuhren über eine kleine, nur teilweise asphaltierte Straße an der Küste entlang. Durch relativ flaches, landwirtschaftlich genutztes Land mit vereinzelten Gehöften hatten wir tolle Blicke auf das Meer und die gegenüberliegenden Insel Vesterålen. Für größeres Bild bitte klicken!Der Campingplatz von Laukvik liegt leider nicht direkt am Meer. So erfolgte gegen Mitternacht die reinste Völkerwanderung zum Hafen. Dort traf man sich auf der Mole, um die nicht untergehende Sonne zu betrachten. In ihrem Licht sahen die Häuser und Berge im Süden ganz fantastisch aus. Die Bilder können dieses Gefühl der Einmaligkeit gar nicht so wiedergeben. Während Ulrike schon lange schlief, legte ich mich dann irgendwann auch ins verdunkelte Auto. Ich konnte aber nicht einschlafen, weil ich immer noch diese Bilder im Kopf hatte - dafür haben wir die lange Anreise auf uns genommen!

Für größeres Bild bitte klicken! Am nächsten Tag fuhren wir wieder auf die E10. Kurz nachdem die Nebenstraße von Laukvik auf die E10 in Richtung Svolvær mündet, liegt ein Rastplatz. Vor dort hat man einen tollen Blick auf die Kirche von Sildpollen. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel mitten im Fjord, umrahmt von Bergketten. In einem Reiseführer habe ich gelesen, dies sei die meistfotografierte Kirche Norwegens. Etwas übertrieben, aber ich habe auch ganz schön oft draufgehalten.

Svolvær ist der Hauptort der Lofoten. Hier legen Fähren und Hurtigrute an und hier treffen sich die Wohnmobile zum Einkaufen. Die City besteht aus mehreren kleinen Geschäften, der Rest spielt sich am Hafen ab. Leider wurde dort sehr viel gebaut, sodass es nicht ganz so prickelnd war. Wenigstens ein Grund, in ein paar Jahren noch einmal vorbei zuschauen.

Für größeres Bild bitte klicken! Also weiter nach Kabelvåg, aber nicht ohne vorher an der Lofoten- Kathedrale zu stoppen. Diese um 1898 gebaute Kirche ist mit 1200 Sitzplätzen die größte Holzkirche Nordnorwegens. Da sie von innen verschlossen war, mussten wir uns mit den äußeren Eindrücken zufrieden geben.

In Kabelvåg schlenderten wir durch den Hafen. Hier war es schon um einiges beschaulicher als in Svolvær. Einige Häuser kameFür größeres Bild bitte klicken!n einem schon bekannt vor. Die hatte ich bestimmt schon irgendwo im Internet auf Bildern gesehen.

Dieser Eindruck sollte sich noch verstärken, als wir anschließend nach Henningsvær fuhren. Dieser ausgesprochen schöne Fischerort auf Schäreninseln im Meer unterhalb der Bergwand des Vågakallen zählt mit Sicherheit zu den meist fotografierten Motiven der Lofoten. Interessant war die Zufahrt zum Ort. Über zwei einspurige Brücken gelangt man zu den Inseln. Die Brücken sind aber so hoch, dass auch Fischkutter drunterher passen. Kommt einem aber ein Auto entgegen, muss man vorher gucken und ganz oben in der Mitte der Brücke warten, dort ist eine Ausweichstelle.

Für größeres Bild bitte klicken! Wir schlenderten bei herrlichem Sonnenschein durch den Ort, nicht ohne immer einen Blick auf die Nachbarinsel Vestvågøy zu werfen. Dort hingen dunkle Wolken in den Bergen und dort wollten wir am Abend noch hin. Bei Eggum soll man gut die Mitternachtssonne sehen können.

Um es kurz zu machen: Wir kamen in Eggum an, aber der Himmel war mit Wolken verhangen. Dafür gibt es dort an der alten Radarstation aber einen tollen Stellplatz und weil wir ja Urlaub hatten, holten wir erst einmal den Grill raus und beschlossen, den nächsten Tag als Ruhetag in Eggum zu verbringen.

Für größeres Bild bitte klicken! Es gibt einen Wanderweg von Eggum zum Leuchtturm nach Umstad, und das war das Programm für den nächsten Tag. Zu Giovannis Leidwesen wurde der schmale Streifen zwischen Meer und Bergen als Weideland für Schafe genutzt. So musste er den ganzen Weg an der Leine bleiben. Unterwegs steht noch eine interessante Plastik des Schweizer Künstlers Markus Raetz. Sie heißt Head (Kopf) und zeigt auch einen, aber nur aus einer Perspektive. Geht man einen Schritt zur Seite, so steht der Kopf auf dem Kopf. Es gibt insgesamt 18 verschiedene Ansichten dieser Figur. Wir haben aber nicht alle erkennen können. Den Leuchtturm haben wir auch nicht erreicht. Der Weg wurde nach 1 ½ Stunden so eng und steil, dass ich Bedenken hatte, mit Giovanni da wieder zurück zu müssen. Wir drehten um, hatten aber trotzdem eine schöne Wanderung erlebt.

Für größeres Bild bitte klicken! Die Wolken rissen immer mehr auf und wir schlossen schon Wetten ab, ob es denn eine Mitternachtssonne geben würde. Auf jeden Fall gab es noch einen Spaziergang in den kleinen Ort Eggum und viele Bilder von den bunten Häusern und den Bergen und dem Meer und den Wolken und...

Die Mitternachtssonne sahen wir übrigens auch, wenn auch etwas Wolkenverhangen. Auch das hatte seinen Reiz.

Dafür hatten wir am nächsten Morgen auf der Fahrt nach Leknes wieder strahlenden Sonnenschein. Unterwegs musste ich wieder mehrmals anhalten um die Landschaft im Bild fest zuhalten. Sehr Alpenähnlich. Einem Einkaufsstopp in Leknes folgte die Fahrt nach Nusfjord.

Für größeres Bild bitte klicken! Dieser Ort liegt bereits auf der Insel Flakstad und ist von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert. Der kleine Fischerort Nusfjord hatte den Vorteil eines optimal windgeschützten Hafens, in dem wegen seiner Größe aber nur wenige Boote Platz fanden. Heute sind es nur die Touristen, die das Bild in dem Ort beherrschen. Die Rorbuers sind zu einer Hotelanlage umgebaut und das Zimmermädchen fährt mit dem Bollerwagen von Hütte zu Hütte und bezieht die Betten. Das Ganze passiert auf Stegen, die eigentlich im Wasser stehen, so wie auch die Hütten „irgendwie" an den Felsen geklatscht sind. Der größte Teil steht auf Stelzen im Wasser.

Für größeres Bild bitte klicken! Wir fuhren die kleine Straße von Nusfjord zur E10 zurück und hielten an der Kirche von Flakstad. Aber nur kurz, denn von dort sahen wir einen Rastplatz an einem wunderschönen Sandstand. Das war was für Giovanni. So folgte erst mal ein langer Spaziergang mit Wellenbeißen. Während bei uns nur der Hund ins Wasser ging, sahen wir eine Gruppe junger Norweger, die im ca. 10° „warmen" Wasser badeten; da kam Freude auf.

Für größeres Bild bitte klicken! Gegen Abend steuerten wir den Campingplatz in Ramberg an. Um Mitternacht wieder das gleiche Spiel: Kamera und Stativ einpacken und Motive suchen. Im Hafen und am Strand wurde ich fündig und habe wieder einige tolle Bilder auf den Chip gespeichert.

Für größeres Bild bitte klicken! Am nächsten Morgen machten wir zunächst einen Abstecher nach Fredvang. Dieser Ort liegt auf der Nordspitze der Insel Moskenesøya und ist von Flakstadøya aus über zwei Brücken zu erreichen. Nach den Brücken fuhren wir nach rechts zum Ortsteil Yttrestrand. Am Ende der Straße ist ein kleiner Parkplatz und da beginnt der Wanderweg nach Mulstøa, einem verlassenen Fischerdorf. Die leichte Wanderung führt immer auf dem Landstreifen am Meer entlang und ermöglicht tolle Blicke auf das Meer und die Bergketten der Insel Flakstadøya. Das Wetter spielte auch mit, nur Giovanni hatte mal wieder Leinenzwang: Schafe. Das alte Fischerdorf lag in einer kleinen Bucht. Eine Tafel erinnerte an die hier früher lebenden sechs Bewohner. Heute steht ein Ferienhaus auf den Grundmauern.

Für größeres Bild bitte klicken! Im Anschluss an die Wanderung lief ich mit Giovanni noch eine halbe Stunde am tollen Sandstrand längs. Doch der Hund hatte seine Nase nur um Boden und suchte Schafe.Über die beiden Brücken fuhren wir zurück auf die Insel Flakstadøya, nur um ein Stückchen weiter über die Kråkeren-Brücke wieder auf die Insel Moskenesøya zu fahren.

Für größeres Bild bitte klicken! Bei Akkarvikodden hielten wir an einem Rastplatz an der E10. Von hier hat man einen tollen Blick über das Meer und die Küste. Wir beschlossen hier zu Übernachten. Vorher fuhren wir aber noch etwas an der Küste entlang. Hier liegen die kleinen Fischerdörfer sehr dicht hintereinander. Hamnøya, Sakristøya und Reine. Alle liegen sie auf Inseln und sind heute durch Brücken und Deiche miteinander verbunden. Früher war das Boot das einzige Verkehrsmittel und entsprechend hat jeder Ort einen eigenen Hafen und jeder ist malerischer als der andere. Dazu kommt, dass wir diesen Weg auch am nächsten Tag wieder fuhren und da waren andere Sonnen- und Windverhältnisse und wieder gab es andere Bilder zu speichern. Persönlich gefiel mir Hamnøya am Besten. Die Insel, die Häuser, der Hafen und die Trockenfischgestelle hatten es mir angetan. In Reine fand ich die schönste Rorbuer-Anlage. Hier war alles stilecht aufgebaut. Für größeres Bild bitte klicken!Die Boote unter den Hütten, die Netze auf der Veranda und die abgeschnittenen Fischköpfe an den Dachbalken. Aber auch sonst kann man in Reine toll schlendern und die Eindrücke wirken lassen. Nur zum Leuchtturm kam ich nicht - der liegt auf einer Insel. Dafür erreichten wir dann das südliche Ende der E10. Für größeres Bild bitte klicken!Auf einem Parkplatz in Å (das ist der Ort mit dem kürzesten Namen der Welt) war für die Autos Schluss. Von hier kommt man nur zu Fuß oder mit dem Boot weiter. Hier trifft man auch viele Wohnmobile, die man vor ein paar Tagen schon mal da oder dort gesehen hat Es gibt ja nicht viel Alternativen und alle Touristen gelangen irgendwann mal nach Å, den Anfangs- oder Endpunkt ihrer Lofotenreise. Wie alle Touristen auch wanderten wir zu dem Aussichtspunkt und machten wieder die Bilder, die man schon so oft im Internet oder in Reiseführern gesehen hat. Der Blick auf die Inseln Værøy und Rost, nur diesmal mit Giovanni und Ulrike, aber dafür wieder mit tollem Wetter. Jeder bekommt halt das, was er verdient.

Für größeres Bild bitte klicken! Der Ort selber ist (zumindest jetzt im Sommer) geprägt von Tourismus. Beeindruckend das große Restaurant, in dem die Busladungen versorgt werden. Es steht komplett auf Stelzen im Wasser. Interessant auch das Heimat- und das Stockfischmuseum.

Für größeres Bild bitte klicken! Da der Campingplatz von Å auf uns einen schlechteren Eindruck als manche Rastplätze machte, fuhren wir zurück nach Moskenes. Von hier aus sollte uns am übernächsten Tag die Fähre zurück aufs Festland bringen. Direkt am Fähranleger befindet sich die Zufahrt zu einem neuen Campingplatz, der zwar 180 NKR kostet, aber nicht nur auf Grund seiner Lage sein Geld wert war. Wieder Blick direkt auf das Meer und den Ablauf am Fährhafen konnten wir auch schon mal studieren.

Für größeres Bild bitte klicken! An unserem letzten Tag auf den Lofoten fuhren wir noch einmal nach Å. Wir unternahmen eine Wanderung am Ågvatnet entlang, ließen den Hund schwimmen und genossen den Sonnenschein. Am Nachmittag fuhren wir noch einmal nach Reine, um dann am Abend wieder unseren Rastplatz an der E10 anzusteuern.

Etwas wehmütig stellten wir uns am Dienstag gegen 10 Uhr am Fähranleger von Moskenes in die Reihe der wartenden Fahrzeuge. Die 14 Uhr-Fähre brachte uns zurück auf das Festland nach Bodø. Der Himmel war zwar etwas bewölkt, aber es blieb trocken. So wie es während unseres gesamten Aufenthalts auf den Lofoten nicht geregnet hatte.


Die Küstenstraße zum Ausklang

Für größeres Bild bitte klicken! Die 3 ½ Stunden Überfahrt waren ruhig. Im Gegensatz zu den kleinen Häfen der Lofoten ist Bodø ein Welthafen. Hier herrscht reger Schiffsverkehr und auch die Gebäude am Hafen und in der Stadt sind von einem anderen Kaliber - eine Industriestadt halt.

Für größeres Bild bitte klicken! Da wir ja langsam zurückfahren wollten, hatten wir uns zunächst für den Weg auf der Küstenstrasse Rv17 entschieden. So fuhren wir, wie die meisten der Fährenbenutzer, zunächst nach Saltstraumen. Dies ist der größte Mahlstrom der Welt. Gemäß der Gezeiten Ebbe / Flut drängen 4-mal täglich gut 375 Millionen Kubikmeter Wasser durch die enge Meeresstraße mit einer Geschwindigkeit von knapp 30 km/h und bilden gewaltige Wasserstudel - eine Art riesiger Whirlpool. Auf einem Parkplatz bei der Hängebrücke von Skalsvik verbrachten wir die Nacht.

Am nächsten Morgen folgten wir der Küstenstraße weiter in Richtung Süden. Bei Storvik fanden wir einen tollen Rastplatz direkt an einem Sandstrand. Das war mal wieder was für Giovanni, und so folgte ein längerer Spaziergang mit Wellenbeißen. Ein ganzer Strand für uns alleine, so Richtig zum Toben.

Die Straße folgt der Küstenlinie entlang des Glomfjord zur gleichnamigen Ortschaft. Diese liegt leider etwas höher am Berg, sodass wir sie glatt Unterfuhren. Vielleicht waren wir auch zu sehr von den Kraftwerksgebäuden abgelenkt. Auf jeden Fall waren wir auf einmal in einem Tunnel, fuhren in ihm ständig bergauf und als wir ihn verließen befanden wir uns an einem kleinen See mitten in den Bergen. Vor uns lag der Svartisgletscher, der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Im Moment bekamen wir davon allerdings nicht viel mit. Unsere Straße sollte uns nämlich auf einer Länge von 7600 m unter den Berg herführen. Dabei kam mal wieder eine norwegische Besonderheit zu tragen. Im Tunnel befand sich eine Baustelle, sodass der Tunnel nur mit Führungsfahrzeug zu befahren war. So durften wir zunächst am Tunneleingang warten, bis das „SafetyCar" eine Kolonne aus dem Tunnel geführt hatte, drehte und sich dann vor unser Fahrzeug stellte. Mit eingeschalteten Blinklichtern fuhr es dann vor uns her und bestimmte das Tempo bzw. zeigte uns die zu wählende Fahrspur, wie in der Formel 1. Diese Art der Baustellendurchquerung trafen wir in Nordnorwegen mehrmals an. Wäre bei unserem Verkehrsaufkommen undenkbar, hier aber ein profanes Mittel der Baustellenabsicherung.

Für größeres Bild bitte klicken! Am anderen Ende des Tunnels fuhren wir am Nordfjorden entlang, bis dieser in den Hollandsfjorden überging. Bei dem kleinen Ort Holand befindet sich ein Parkplatz (mit Infocenter). Vor hier aus kann man mit einem Boot auf die andere Seite des Fjords übersetzen und zu der Engenbreen Gletscherzunge wandern. Die Gletschermassen ziehen sich in einem Tal bis fast in den Fjord. Da eine Wanderung in dem Reiseführer mit „kläglichen" Eisresten beschrieben wurde, genossen wir lieber den Blick aus der Ferne.

Es folgten eine kurze Fahrt mit der Fähre von Føroy nach Ågskardet, eine Umrundung des Tjongsfjorden und dann wieder das Warten auf die Fähre von Jetvik nach Kilborghamn.Für größeres Bild bitte klicken!

Auf der Fährfahrt überquerten wir dann wieder den Polarkreis in südliche Richtung. Eine Markierung auf einem Felsen am Ufer und ein Modell im Schiff machten auf dieses „Ereignis" aufmerksam. Das war schon wieder ein kleiner Meilenstein auf unserer Reise.

Bei Kystfort trafen wir an einem Aussichtspunkt auf einen Parkplatz, der sich für eine Übernachtung anbot. Der Himmel war zeitweise bewölkt, aber gerade dieses Zusammenspiel der Wolken mit den Strahlen der Sonne machte eine tolle Stimmung. So konnten wir wieder vom Auto aus herrliche Blicke auf Meer, Inseln und Schiffe genießen - zum letzten Mal auf dieser Reise.

Für größeres Bild bitte klicken! Am nächsten Tag umrundeten wir zunächst den Sjona, wobei wir auf der südlichen Seite über ein Fjell mussten und damit auch tolle Blicke von oben bekamen. In Nesna mussten wir dann wieder auf die nächste Fähre warten. Bei strahlend blauem Himmel nutzten wir die Wartezeit für einen ausgiebigen Hafenbummel mit Fotoshooting.Auf der Überfahrt nach Lavong konnten wir einen Seeadler beobachten, der mit mehreren Möwen „spielte".

Kurz darauf verließen wir die Rv17, um nach Mosjøen zufahren. Die Fahrt dorthin bescherte uns bei herzlichstem Wetter noch einmal traumhafte Blicke über den Vefsnfjorden. Sehenswert ist auch die Altstadt von Mosjøen. Hier stehen rund 100 gut erhaltene Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert, incl. einer sehenswerten alten Tankstelle.


Langsam der Heimat entgegen

Für größeres Bild bitte klicken! Unser Rückweg sollte uns über die E6 bis Hamar führen. Wenn man bisher allerdings Straßen mit relativ wenig Verkehr und stressfreies Fahren gewohnt ist, so ist die E6 ein Horror. Die Straße ist für den starken Verkehr relativ schmal, in einem schlechten Zustand und durch das ständige Auf- und Ab insgesamt schlecht zu fahren. Weitgehend gibt es auch Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 70 km/h und natürlich entsprechende Für größeres Bild bitte klicken!Überwachungskameras, die allerdings vorher durch Schilder angekündigt werden. Landschaftlich kann man über die Straße nicht meckern. Es gibt reichlich Wasserfälle und Kraftwerke, die zu Pausen einladen. Allerdings nervte mich die Fahrerei dermaßen, dass ich beschloss, das Gudbrandsdalen links bzw. rechts liegen zu lassen und den Weg über das Østerdalen zu fahren.

Für größeres Bild bitte klicken! Vorher machten wir allerdings noch einen Stopp in Trondheim. Diese Großstadt hat schon ein besonderes Flair. Am Abend besuchten wir noch einmal den alten Hafen, der zu einem Wohnpark umgebaut war, und die angrenzenden alten Wohnviertel. Am nächsten Tag führte uns unser Weg in die Innenstadt und zu den Sehenswürdigkeiten am Nidelva.

Für größeres Bild bitte klicken! Der Weg über die Rv3 war doch deutlich entspannter zu fahren. Breite Straßen und kaum Verkehr. Dazu einige tolle Rastplätze, die sich zur Übernachtung anbieten. Landschaftlich vergleichbar mit den deutschen Mittelgebirgen - viel Wald und Berge. Ein Zwischenstopp im Forstmuseum von Elversum ist auf jeden Fall zu empfehlen. Bei Morokulien übernachten wir am Infocenter der norwegisch-schwedischen Grenze.

Für größeres Bild bitte klicken! Bedingt durch die Änderung der Reiseroute hatten wir beschlossen, noch zwei Tage nach Glaskogen zu fahren. Das ist ein Naturreservat südlich von Arvika in Schweden. Dort gibt es einen kleinen Campingplatz, den wir schon seit Jahren nach Möglichkeit anfahren, um vor der Rückfahrt noch einmal zu relaxen. Der Platz liegt so einsam, dass es dort immer noch kein Mobilfunknetz gibt - und das in Schweden.

Wir konnten uns Platz 28 aussuchen. Einer unser Lieblingsplätze mit direktem Wasserzugang - das war was für unseren Hund! So ließen wir es noch einmal zwei Tage ruhig angehen, um uns dann auf die Heimfahrt zu machen.

Für größeres Bild bitte klicken! In Trollhättan war ein Zwischenstopp geplant. Nach vielen Jahren wollten wir uns noch einmal die Schleusenanlage des Götakanals anschauen. Es ist immer wieder sehenswert, wie die Boote in mehreren Schritten den Höhenunterschied überwinden. Außerdem hatten wir das Glück, dass unser Besuch an einem Mittwochabend stattfand. Dann trifft sich nämlich im Sommer immer der Oldtimer-Club zu einem Treffen an den Schleusen. So konnten wir neben den, bei Schweden sehr beliebten amerikanischen Straßenkreuzern, auch viele VW-Käfer, eine 2CV6- Ente und andere tolle Autos betrachten. Ich sage immer, ich weiß, was die Schweden in den langen Wintern machen: Autos pflegen, um im Sommer damit die Schau zu machen. Ich fand es toll.

Die weitere Rückfahrt war wie immer: über die E6 nach Helsingborg und dann über die Vogelfluglinie nach Fehmarn. Auf der Überfahrt von Rødby nach Puttgarden konnte ich noch einmal einige schöne Stimmungsbilder fotografieren.

Für größeres Bild bitte klicken! In diesem Jahr kamen wir abends in Puttgarden an und hatten beschlossen auf dem Wohnmobilstellplatz zu übernachten. So konnte ich bei meinen Hunderunden noch einen Sonnenuntergang und eine Strandstimmung speichern. Die A1 führte uns am nächsten Tag mit einigen Staus nach Hause. Gegen Abend erreichten wir nach 23 Tagen und über 6000 km wieder gesund die heimische Garage. Trotz der anfänglichen Pannen hatten wir einen tollen Urlaub erlebt. Die vielen Bilder (ich habe letztlich rund 1500 Fotos gespeichert) werden uns noch lange an diesen tollen Urlaub im Land der Mitternachtssonne erinnern.

Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

Zusammenfassung

Tag
 
Datum
von - über - bis
km
∑ km
Über-
nachtung
1
Mi
04.06.08
Recklinghausen - Vogelfluglinie - Lundby
821
821
PP E4
2
Do
05.06.08
Lundby - Grängesberg - Leksand  - Kvarnberg
674
1495
PP Rv45
3
Fr
06.06.08
Kvarnberg - Sveg - Asarna - Östersund
283
1778
CP
4
Sa
07.06.08
Östersund - Strömsund - Storuman - Polarkreis
615
2393
STP
5
So
08.06.08
Polarkreis - Malmberget - Kiruna - Narvik
418
2811
CP
6
Mo
09.06.08
Narvik - Gausvik - Raften
242
3053
CP
7
Di
10.06.08
Raften - Hanoy - Laukvik
92
3145
CP
8
Mi
11.06.08
Laukvik - Svolvaer - Henningsvaer - Eggum
119
3264
STP
9
Do
12.06.08
Eggum
0
3264
STP
10
Fr
13.06.08
Eggum - Leknes - Nusfjord - Flakstad
71
3335
CP
11
Sa
14.06.08
Flakstad - Fredvang - Reine
45
3380
PP E10
12
So
15.06.08
Reine - A  - Moskenes
30
3410
CP
13
Mo
16.06.08
Moskenes - A - Sund - Reine
50
3460
PP E10
14
Di
17.06.08
Reine - Bodo - Skalsvik
79
3539
PP Rv17
15
Mi
18.06.08
Skalsvik - Glomfjord - Jektvik - Kystfort
167
3706
PP Rv17
16
Do
19.06.08
Kystfort - Nesna - Mosjoen - Troford
227
3933
CP
17
Fr
20.06.08
Troford - Steinkjer - Stjordal - Trondheim
311
4244
STP
18
Sa
21.06.08
Trondheim - Ulsberg - Stromnen
193
4437
PP Rv3
19
So
22.06.08
Stromnen - Elverum - Morokulien
326
4763
PP Rv20
20
Mo
23.06.08
Morokulien - Arvika - Lenungshammar
80
4843
CP
21
Di
24.06.08
Lenungshammar
0
4843
CP
22
Mi
25.06.08
Lenungshammar - Trollhättan - Göteborg - Himle
358
5201
PP E6
23
Do
26.06.08
Himle - Vogelfluglinie - Puttgarden
365
5566
STP
24
Fr
27.06.08
Puttgarden - Hamburg - Bremen - Recklinghausen
503
6069  
im Durchschnitt: 253 km/d
  6069 km [Gesamt]
Legende Übernachtungen: STP = Stellplatz | CP = Campingplatz | PP = Parkplatz

Eine Zusammenfassung der Tour-Daten können Sie hier als pdf-Datei downloaden! 552.67 Kb

Kommentare  

+3 #12 RE: Lofoten 2008 ...ins Land der Mitternachtsson neCordula 2009-07-12 12:15
Schon lange reizt mich der Norden, und dieser Bericht lässt mein Herz höher schlagen. Habe mir den Tourverlauf ausgedruckt und werde jetzt meinen Mann davon überzeugen, dass es nächstes Jahr nicht nach Spanien oder Portugal geht,
+1 #11 Elmar 2009-06-28 11:48
Hallo Wilfried, hallo Ulrike, Josef informierte mich über Eure erneute Lofotenreise, allein bei dem Gedanken überkommt uns das Fernweh,In diesem Jahr haben wir uns erneut die Bretangne vorgenommen, Die Lofoten müssen bis 2010 auf uns warten.Grüßt die Bäckersfrau in Ä. Eine schöne Reise wünschen Elmar + Gisela
+3 #10 RE: Lofoten 2008 ...ins Land der Mitternachtsson neBeate 2009-01-06 16:36
Wir fahren in diesem Jahr vom 5.6.-28./29.6 von Hamm zu den Lofoten (Miet-Womo), leider haben wir kein eigenes mehr. Zufällig habe ich euren Reisebericht und die tollen Fotos entdeckt. Wir haben uns genau die Tour vorgenommen. Alternativ die Fähre Travemünde-Malm ö und an der Ostküste Schwedens hoch. Da ihr ja auch dei Tour an der Küste entlang kennt, würde ich mich über eine Empfehlung freuen. Im letzten Jahr waren wir mit PKW am Sognfjord, war auch superschön! Herzlichen Gruß!
+1 #9 RE: Lofoten 2008 ...ins Land der Mitternachtsson nealdi68 2008-12-10 22:45
Hallo Wilfried!
Tolle Fotos und ein schöner Bericht. Meiner Meinung nach ist der Hobby 600 ein Kultfahrzeug und seiner Zeit zumindest designmäßig weit voraus!. Haben zwar noch keinen gehabt, aber trotzdem finde ich, daß es ein tolles WoMo ist!

viele Grüße vom Niederrhein,

die aldis
+1 #8 Helmut Kranz 2008-10-31 19:41
Hallo Wilfried,
fahre seit 40 Jahren nach Nordskandinavie n. Dein wirklich schöner Bericht, hat bei mir Erinnerungen wachgerufen, da ich
fast die gleiche Tour gefahren bin.
Ich wünsche Euch weiterhin viele tolle Reisen mit dem Wohnmobil.
Viele Grüße aus Hemer
+1 #7 RE: Lofoten 2008 ...ins Land der Mitternachtsson neKlaus 2008-10-19 16:11
Hallo Wilfried,
ein wirklich sehr schöner Bericht und eine tolle Homepage. Unzählige Erinnerungen kamen hoch, denn auch wir waren auf den Lofoten.

Viele tolle Reisen noch und alles Gute

Gruß Klaus
+1 #6 RE: Lofoten 2008 ...ins Land der Mitternachtsson nePeter 2008-08-24 14:37
Schöne Bilder und ein toller Bericht. Die Lofoten konnten wir ja schon 2006 genießen. Dieses Jahr nehmen wir uns die `andere Seite´ von Skandinavien vor. Ich hoffe, das unser 600´er das schadlos übersteht.
+1 #5 Anett 2008-08-12 21:59
Hallo Wilfried,
tausend Dank für deine tollen Downloads und die sehr schönen Reiseberichte. Wir haben gestern einen alten Eriba Triton BJ 1985 gekauft, restaurieren ihn etwas und möchten nächstes Jahr auch nach Norwegen zu den Lofoten. Mit 2 Kindern, 2 Erwachsenen und einem Hund! Wir freuen uns schon jetzt darauf, denn wir haben das Norwegen-Fieber !
Liebe Grüße und wir freuen uns schon jetzt auf deine zukünftigen Reiseberichte.
Gruß aus Augsburg sendet Euch Anett
+1 #4 Moni aus Kiel 2008-07-19 17:15
Hallo Wilfried,

danke für den schönen Bericht und den dazu gehörenden Bildern,so nachdem auch ich diesen Virus bekommen haben werden wohl bei uns auch im nächsten Jahr die Lofoten dran sein.Didi versuchte mich ja schon immer in den Norden zu bekommen! Tolle Page hast Du Dir da gebaut.

Gruß Didi und Moni
+1 #3 Wolfgang M. 2008-07-14 08:05
Nicht nur ein toller Reisebericht, auch eine besuchenswerte Homepage.
Liebe Grüße

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