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Für größeres Bild bitte klicken![Update: Vesterålen und SenjaVor nunmehr 10 Jahren waren wir zum ersten Mal mit dem Wohnmobil auf den Lofoten, im Land der Mitternachtssonne. Das hatte uns damals so gut gefallen, dass wir ein Jahr später Nachschlag holen mussten. Leider konnten wir in den folgenden Jahren aus verschiedensten Gründen keine größeren Touren unternehmen. Als sich aber in diesem Jahr wieder die Gelegenheit dazu bot, stand das Ziel fest: Wir wollten wieder die Mitternachtssonne sehen.

In den vergangenen 10 Jahren hatte sich natürlich viel verändert. Unser Hobby 600 ist mit 31 Jahren mittlerweile ein historisches Fahrzeug und hat mehr als 375.000 km auf der Uhr. Technisch ist er aber immer noch top und so beschränkten sich die Vorbereitungen am Fahrzeug auf einen Ölwechsel. Auf das zweite Reserverad verzichtete ich diesmal, da ich auf Grund der Erfahrungen bei unserer ersten Lofoten-Tour mittlerweile ein Reifendruckkontrollsystem installiert und alle Räder mit Metallventilen ausgerüstet habe.

Da wir aber auch nicht jünger geworden sind und sich schon so manche Wehwehchen eingestellt haben, war die Mitnahme einer Gehhilfe erforderlich. Wir entschieden uns für das Veloped von Trionic, einem Rollator für das Gelände. So bekam der Hobby 600 noch einen Transportrahmen für die Heckbühne. Die Fahrzeuglänge stieg dadurch auf 6,8 m, lag aber immer noch im Bereich 6-7m, sodass bei den Fährpreisen keine zusätzlichen Kosten auftraten.

Für größeres Bild bitte klicken!Der Schwerpunkt unserer Reise sollte auf dem Genuss der Landschaft und dem Besuch einiger Sehenswürdigkeiten liegen. Dabei wollten wir besonders die norwegischen Landschaftsrouten befahren. Das sind Streckenabschnitten durch faszinierende norwegische Natur, deren Erlebnis verstärkt wird durch innovative Architektur und denkanregende Kunst auf angelegten Aussichtspunkten und Rastplätzen. (Quelle: Nasjonale turistveger) Darüber hinaus las ich viele Reiseberichte und nutze Google Maps für die Tourenplanung. Alle in Frage kommenden Ziele wurden in eine Karte eingetragen und die grobe Route danach ausgerichtet.

Natürlich sollte unser Hund auch mit und so mussten wir uns auch mit den Einreisevorschriften für Tiere beschäftigen. Da hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Wenn ich noch daran denke, wie wir in den 90er Jahren immer vorher eine Einreisegenehmigung für den Hund beim schwedischen Landwirtschaftsministerium beantragen und dann immer noch den Titer für Tollwut bestimmen lassen mussten! Da ist es heutzutage schon einfacher.

Allerdings gibt es für Norwegen eine Besonderheit bezüglich der Behandlung gegen Bandwürmer: Die Behandlung muss innerhalb von 120 bis 24 Stunden vor der Einreise nach Norwegen erfolgen und im Pass tierärztlich bescheinigt werden. Da wir früher vor der Einreise nach Norwegen immer länger in Schweden waren, hatten wir diesen Passus eigentlich nie beachtet. Aber in diesem Jahr wollten wir da kein Risiko eingehen.

Die Reisezeit sollte ursprünglich 6 Wochen betragen. Diesmal wollten wir die Küstenstraße Rv17 von unten hochfahren und dann mit der Fähre ab Bodø zu den Lofoten übersetzen. Von dort sollte es wieder auf die Vesteralen gehen. Auf jeden Fall wollten wir diesmal etwas weiterfahren und mit Senja und Tromsö zwei neue Ziele besuchen …und eventuell bis zum Nordkap? Unsere Planung sah jedenfalls ab Tromsö zwei alternative Routen vor.

Allerdings kam es etwas anders. Zwei Tage vor dem ursprünglichen Starttermin brach ich mir die Hand und so musste die Abfahrt um 14 Tage verschoben werden. Aber auch danach war ich durch die Verletzung natürlich etwas eingeschränkt, aber Hauptsache wir waren unterwegs.


Die Anreise

Für größeres Bild bitte klicken!So fuhren wir am 16. Juni mit unserem Hund morgens zum Tierarzt und ließen ihn gegen Bandwürmer impfen. Nun sollten wir innerhalb von 5 Tagen nach Norwegen einreisen können.  Wir folgten bei schönem Wetter der Autobahn A1 nach Norden. Endete sie bei unserer letzten Tour in Oldenburg i.H., so war sie nun bis Heiligenhafen verlängert.

Wie immer nutzten wir die Fähren der Vogelfluglinie für die Überfahrt. Zum einen braucht man nicht lange zu warten und zum anderen sind die Überfahrten willkommene Fahrtunterbrechungen. Für 215 € bekamen wir die Tickets für die beiden Überfahrten der Anreise. (Nur zum Vergleich: Im Jahre 2006 bezahlten wir 272 € für Hin- und Rückfahrt!)

Für größeres Bild bitte klicken!Die nächste Überraschung gab es in Rødby: Grenzkontrolle. Wir mussten erst einmal unsere Personalausweise suchen. So etwas waren wir gar nicht mehr gewohnt. Die Kontrolle erfolgte aber sehr zügig. Kurz nach Mitternacht erreichten wir unseren Lieblingsparkplatz auf Farø. Obwohl es sehr voll war, fanden wir noch einen Platz zum Übernachten.

Der nächste Tag sollte wieder ein Fahrtag sein. Von Farø fuhren wir über die mittlerweile baustellenfreie, meist 4-spurige dänischen Autobahn über Kopenhagen nach Helsingør. Ohne viel Wartezeit brachte uns die Fähre „Mercandia IV“ nach Helsingborg.

Für größeres Bild bitte klicken!Beim Zoll fuhren wir in die rote Spur, aber niemand wollte uns kontrollieren. Also folgten wir der E6 in Richtung Oslo. Obwohl es Sonntag war, waren doch viele LKWs unterwegs. Vor allem fielen uns wieder die superlangen Jumbotrucks auf. Bei uns wird da ein Aufstand gemacht und hier ist es schon seit Jahren normal. Wir staunten aber auch an den hohen Anteil an Tesla Elektrofahrzeugen, vornämlich mit norwegischen Kennzeichen.

Die Bewölkung hatte zwischenzeitlich zugenommen und ein paar Regenschauer sorgten dafür, dass es nicht so staubte. Gegen Abend erreichten wir die norwegische Grenze und fuhren dort zum Zoll, um unseren Hund anzumelden. Aber ich hatte den Eindruck, dass interessierte niemanden. „You are on holiday?“ „Yes“ „Okay“ – das war es. Ein Blick in den internationalen Heimtierausweis, aber keinen Stempel oder sonst etwas. War schon etwas komisch, wie das gehandhabt wurde. Da planen wir entsprechend den Einreisebedingungen für Hunde die Bandwurmimpfung und dann interessiert es niemanden. Ich weiß auch nicht, wie wir im Falle einer späteren Kontrolle in Norwegen hätten nachweisen sollen, dass wir innerhalb von 5 Tagen nach der Impfung eingereist waren, …allenfalls mit den Aufzeichnungen unseres Navis.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir fuhren dann noch bis Moss und übernachteten auf einem Rastplatz an der Autobahn. Am nächsten morgen ging es an Oslo vorbei in Richtung Norden. Bei Elverum verließen wir die E6 und fuhren über die Fv3 durch das Glåmatal. Unser erstes Ziel war der silberne 10 Meter hohe Elch-Koloss aus poliertem Stahl auf dem Rastplatz Bjøråa. Mittlerweile dürfte er der meist fotografierte Elch Norwegens sein.

Für größeres Bild bitte klicken!Das nächste Ziel war die Landschaftsroute Rondane. Man fährt immer mit Blick auf die 2000er des Rondanegebirges durch das Atnedalen. Natürlich haben wir auch die Aussichtsplattform Sohlbergplassen mit ihrer markanten, sich schlängelnden Konstruktion am See Atnsjøen besucht. Leider hatte die Bewölkung zwischenzeitlich zugenommen. Da auch der Parkplatz an der Plattform nicht besonders einladend war, fuhren wir weiter. Es begann etwas zu regnen. Zusätzlich trafen wir auf die ersten freilaufenden Schafe unmittelbar neben der Straße.

Für größeres Bild bitte klicken!Für die Nacht fanden wir einen ruhigen Parkplatz an der E6 im Dovrefjell. Am nächsten Morgen stand zunächst eine Wanderung mit Amarok durch das Fjell auf dem Plan. Moschusochsen haben wir leider nicht gesehen. Dafür jede Menge Schafe. Für unseren Hund hieß das: Schleppleine. Aber Aussicht und Landschaft entschädigten für einiges.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach dem Frühstück folgten wir der E6 bis nach Trondheim. Der Himmel war zunächst wieder blau und so geriet die Fahrt durch das Drivdalen zum Vergnügen. Eine wunderbare Landschaft und wenig Verkehr ließen die Laune ansteigen.

Für größeres Bild bitte klicken!In Trondheim legten wir einen Einkaufsstopp ein, um unsere Vorräte aufzufüllen. Leider hatte es zwischenzeitlich zu regnen begonnen. Die vielen Großbaustellen und das Wetter drückten mittlerweile etwas auf die Stimmung.  So beschlossen wir direkt nach Steinkjer zu fahren. Den dortigen Campingplatz kannten wir von unserer Tour 2009. Unterwegs sahen wir zunächst einen norwegischen Hobby 600 an einer Tankstelle stehen und dann kam uns ein 600er aus Deutschland entgegen. Leider konnte ich nicht erkennen, woher er kam.

Während Ulrike das Abendessen zubereitet zeigte ich Amarok bei strömenden Regen die Stadt. Entlang des Fluss Steinkjerelva wurden verschiedene Bühnen für das kommende Wochenende aufgebaut. Dann war nämlich Mittsommer und das wird hier überall groß gefeiert.


Der Kystriksveien

Für größeres Bild bitte klicken!Steinkjer ist auch Beginn des Kystriksveien (Fv17), der über 650 km nach Bodø führt. Wir sind die Strecke 2009 schon einmal in südliche Richtung gefahren und waren von ihrem Verlauf entlang der Küste begeistert. Deshalb wollten wir sie in diesem Jahr mal in Richtung Norden befahren.

Unser erstes Ziel sollten die Pfahlhäuser in Namsos sein. Auf dem Weg dorthin regnete es fast ununterbrochen. Dennoch mussten wir unterwegs einige Male anhalten, um Wasserfälle zu fotografieren.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Pfahlhäuser haben wir aber nur von außen gesehen, da es die ganze Zeit regnete und wir auch keinen Parkplatz für unser Wohnmobil fanden. Je näher wir zu Küste kamen, desto gewagter waren die Bauwerke. Besonders interessant war bei Foldereid eine Brücke hoch über einen Fjord, die unmittelbar in einem Tunnel endete. Kurz danach erreichten wir in Holm den ersten Fährhafen unserer Route. Hier kauften wir uns zunächst die Ferjekort. Damit sollten sich die Fährkosten für uns deutlich reduzieren.

Für größeres Bild bitte klicken!Glücklicherweise hatte der Regen aufgehört. So konnten wir während der Überfahrt an Deck die Küstenluft genießen. In Vennesund machten wir eine Pause und wanderten zur „Haifisch-Kuh-Badewanne“, einer Skulptur der Skulpturlandskap Nordland. Bei diesem Projekt sind verschiedene Kunstwerke in der Landschaft platziert. Während unserer Reise sollten wir noch viele andere dieser Arbeiten besichtigen können.

Während unserer Weiterfahrt kam sogar zeitweise die Sonne zwischen den Wolken hervor. So boten sich interessante Bilder am Himmel. Wir folgten der Rv17 über Brønnøysund bis zum Campingplatz auf der Insel Torget. (Bild 14) Hier wollten wir am nächsten Tag eine Wanderung zum Torghatten unternehmen. Der Torghatten ist ein Berg mit einer besonderen geologischen Form. In seiner Mitte hat er ein etwa 35 Meter hohes und rund 160 Meter langes Loch. Entstanden ist es vermutlich durch Ausspülungen der Meeresbrandung während der immer noch andauernden Postglazialen Landhebung nach Abschmelzen der Gletscher aus der letzten Kaltzeit. (Quelle: Wikipedia)

Für größeres Bild bitte klicken!Vom Campingplatz aus kann man das Loch in einer zirka 30 minütigen Wanderung erreichen und hat einen tollen Ausblick auf die norwegische Schärenlandschaft. Der Weg ist aber sehr steil und steinig. Nach der Wanderung kam das Veloped zum Einsatz. Mit ihm gingen wir zur anderen Seite des Berges und betrachteten das Loch von der Meerseite aus. 

Für größeres Bild bitte klicken!Nach der Wanderung fuhren wir zurück nach Brønnøysund. Hier schauten wir uns zunächst ein weiteres Kunstwerk der Skulpturlandskap an: Steinar Breiflabb. Eine Insel wurde mit Hilfe von Steinen in einen Fisch „verwandelt“. Um den Fisch auch von der anderen Seite sehen zu können mussten wir über eine große Brücke fahren. Dieser Typ Brücke würde uns noch öfters begegnen. Auf engstem Raum wird eine Auffahrt zur Brücke mit 90 Grad umgelenkt Die Brücke ist so hoch, dass auch Schiffe der Hurtigruten drunter herfahren können. Bei starkem Wind möchte ich diese Brücke nicht befahren. Aber wir hatten Glück der Himmel wurde blau. Dieses Glück hielt aber nicht lange an.

Für größeres Bild bitte klicken!Als wir zum nächsten Fährhafen kamen, war der Himmel schon wieder grau. Schade, so konnten wir die Gipfel der verschiedenen Bergketten nicht sehen.  Selbst die berühmten Sieben Schwestern hatten sich vor uns versteckt. Wir benutzten an diesem Tag noch eine weitere Fähre und landeten schließlich hinter Sandnessjøen auf einem Parkplatz unter der Helgelandsbrücke.  Für größeres Bild bitte klicken!Von hier konnten wir den Schiffsverkehr unter der Brücke beobachten.

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen fuhren wir noch einmal zurück nach Sandnessjøen um einzukaufen. Danach ging es weiter nach Levang. Hier erwartete uns die nächste Fähre. Sie brachte uns nach Nesna. Der Himmel war heute immer noch bewölkt. Zwischendurch kamen aber immer größere blaue Flecken zum Vorschein. So umrundeten wir mit unserem Wohnmobil den Sjonafjord. Zwischendurch gab es immer schöne Aussichtspunkte, an den wir anhalten und die Aussicht genießen mussten.  Für größeres Bild bitte klicken!

Hinter Kilboghavn steuerten wir einen Campingplatz an. Der Himmel war zwischenzeitlich so weit aufgerissen das wir uns sogar Hoffnung auf Mitternachtssonne machten, obwohl wir noch gar nicht den Polarkreis überquert hatten. Aber es kam anders. Der Himmel zog sich wieder zu und als wir am nächsten Morgen die Fähre nach Jetvik benutzten, regnete es die ganze Zeit. So haben wir den Polarkreis endlich mal bei Regen überquert.

Für größeres Bild bitte klicken!Im Grunde regnete es heute den ganzen Tag. Da es der 23. Juni und damit Mitsommer war, taten uns die Norweger leid, die sich für des Abend auf ein Fest am Lagerfeuer gefreut haben. Als wir am Holandsfjord vorbeikamen, konnten wir noch nicht einmal die Engabreen- Gletscherzunge sehen. Alles lag im Nebel. Dabei hätte ich zu gerne gesehen, wie sich der Gletscher in den letzten 10 Jahren verändert hat. Müssen wir als noch einmal wiederkommen!  Für größeres Bild bitte klicken!

Wir durchfuhren den 7.900 Meter langen Svartisentunnel und folgen der Straße dann immer an der Küste entlang.  Bei Grimstad hielten wir auf einem Parkplatz und bestaunten das Denkmal für ein gesunkenes deutsches U-Boot. Der Stein glänzte auf Grund des Regens wie Eis. 

Für größeres Bild bitte klicken!Für die Nacht suchten wir uns einen Stellplatz auf der Insel Sandhornøya. Es war schon spät und wir sahen trotz des schlechten Wetters noch einige Lagerfeuer an der Küste. Unser Stellplatz lag an einem Strand, der früher einmal für ein Kunstprojekt benutzt wurde. Einmal im Jahr findet noch ein Festival statt. Deswegen gibt es hier auch ein sehr modernes Toilettenhaus, das ganzjährig geöffnet ist.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir standen ganz allein auf dem Parkplatz und konnten am nächsten Morgen auch den ganzen Strand für unseren Hundespaziergang benutzen. Die Sonne verdrängte zunehmend die Wolken und überraschender Weise konnten wir am Vormittag in kurzen Hosen und mit T-Shirt am Strand spazieren gehen und das Veloped testen. Amarok hatte endlich mal wieder richtig Auslauf und wir konnten den Blick auf Bodø und die vorbeifahrenden Hurtigruten Schiffe genießen.

Für größeres Bild bitte klicken!Gegen Mittag machte ich noch ein Foto von dem Sanitärgebäude und dann fuhren wir aber weiter. Schließlich wollten wir heute auf die Lofoten.  Es wäre großartig, wenn das Wetter so bliebe! (Bild 25)

Leider tat uns das Wetter den Gefallen nicht. Am Saltstraumen war es noch trocken, aber schon bedeckt. In Bodø fing es dann an zu regnen. Leider war die Nachmittagsfähre schon voll, sodass wir bis zur Abendfähre warten mussten.

 


Die Lofoten

Nach einer ruhigen, aber verregneten Überfahrt erreichten wir am 9. Tag unserer Reise die Lofoten. Es war schon spät und wir haben die Lofotenwand wieder nicht bei Sonnenschein gesehen; nun schon zum dritten Mal. Dafür begrüßte uns der typische Geruch der Trockenfischgestelle. Der Fähranleger von Moskenes war eine riesige Baustelle. Hier passte man sich wohl auch dem erhöhten Besucheraufkommen an. 

Für größeres Bild bitte klicken!So fuhren wir durch die Baustelle direkt auf den nahe gelegenen Campingplatz. Auf dem Campingplatz hatten wir auch schon während unserer beiden ersten Lofoten-Touren gestanden. Er ist zwischenzeitlich aber bestimmt schon dreimal so groß geworden und wird aktuell noch einmal erweitert. Ein nächstes Anzeichen dafür, dass es auf den Lofoten nun wesentlich voller sein würde, als vor 10 Jahren. 2008 hatten wir uns übrigens mokiert, dass der Campingplatz mit 180 NOK ziemlich teuer war. Jetzt, 2018 kostet er 280 NOK. 

Für größeres Bild bitte klicken!Egal, wir waren auf den Lofoten und mussten am nächsten Tag zunächst erst einmal einkaufen. Wir kannten uns ja aus und so fuhren wir nach Reine. Natürlich wollten wir auch wieder am Reinehalsen stoppen, um den Ort Reine mit der dahinter liegenden Gebirgskette und der Mündung des Reinefjords zu fotografieren. Aber der Parkplatz war voll. Egal, dann zunächst in den Ort zum Einkaufen. Aber wir fanden keinen Parkplatz. Also zurück und zum COOP auf der anderen Seite des Fjordes. Jetzt hatten wir wenigstens Glück und bekamen einen Parkplatz am Reinehalsen und konnten unser „Reinefoto“ machen; wenn auch ohne Bergspitzen. Am COOP gestaltete sich die Parkplatzsuche auch nicht viel einfacher. Mit Glück konnten wir unseren Hobby 600 parken und unseren Kuchen einkaufen.

Bild28 P1130167Anschließend fuhren wir zurück bis Å, dem südlichsten Ort der Lofoten. Während die Küstenstraße teilweise durch neue Tunnel ersetzt wurde, war es an anderen Abschnitten immer noch so eng, dass man manchmal stehen bleiben musste, wenn einem ein anderes Wohnmobil entgegenkam. Der Parkplatz in Å war auch gut gefüllt, aber wir fanden mit Müh und Not eine Lücke. So konnte ich Amarok die Südspitze des Insel Moskenesøya zeigen. Dabei störte uns auch der leichte Nieselregen nicht. Das satte Grün der Pflanzen und die steil aus dem Meer aufsteigenden Berge boten ein großartiges Bild, auch wenn man die Spitzen der Berge wegen der Wolken nicht sehen konnte. Auffällig waren die vielen Schilder „Private“. Die hatte ich so nicht in Erinnerung.

Nach einem ausführlichen Spaziergang und dem schon obligatorischen Kuchen am Nachmittag suchten wir uns einen Übernachtungsplatz. Wir wählten den Akkarvikodden Rastplatz hinter Hamnøy an der E10. Hier hatten wir 2009 auch schon gestanden. Von hier hat man einen faszinierenden Blick auf das Meer im Südosten. Der Rastplatz hat horizontale Flächen und deutliche Linien; zum Sitzen dienen Möbel aus Granit.

Wir haben diesen Parkplatz aber auch gewählt, weil in seiner Nähe das Kunstwerk Laubærblad installiert ist. Bei unseren letzten Besuchen hatten wir das Kunstwerk allerdings nicht gefunden. Deshalb wurde die Suche in diesem Jahr intensiviert und nach etlichen Irrwegen fanden wir schließlich die beiden Aluminiumplatten am Eingang der Höhle.

Für größeres Bild bitte klicken!An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Himmel immer noch grau war. Zwischenzeitlich regnete es und der Wind nahm zu. So konnten wir von unserer Aussichtsplattform die vorbeifahrenden Segelschiffe und die tosende Brandung beobachten. Was am Tage noch lustig war, wurde in der Nacht zur Tortur: der Hobby 600 wackelte ganz schön. Wir haben kaum ein Auge zu bekommen. Übrigens waren die Temperaturen im einstelligen Bereich, sodass wir heizen mussten.

Ein Teil der alten Küstenstrasse war mittlerweile durch einen Tunnel ersetzt. So konnten wir die Straße am nächsten Morgen wunderbar für einen Spaziergang mit Amarok nutzen. Allerdings war der Wind immer noch so stark, dass man Angst hatte wegzufliegen. Wie wir später erfuhren, war der Fährverkehr an diesen Tagen komplett eingestellt. Da hatten wir ja Glück gehabt.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach dem Frühstück fuhren wir zurück nach Hamnøy. Ich musste noch mein obligatorisches Foto vom Hafen machen. Diesmal bei Regen! Anschließend besuchten wir den Fischladen in Sakrisøy und deckten uns für 680 NOK mit leckeren Fischbrötchen ein. Da es immer noch stürmte und regnete, beschlossen wir über die E10 auf die Insel Flakstadøya zu fahren. Vielleicht war es dort etwas ruhiger.

Für größeres Bild bitte klicken!Hinter Ramberg hielten wir auf einem Parkplatz am Strand. Hier gab es die erste Portion Fisch. Dabei konnten wir eine Gruppe von Fotografen beobachten. Sie kamen mit zwei Kleinbussen und hatten wohl eine Fotoreise zur Mitternachtssonne gebucht. Aber auch sie mussten das Beste aus dem Wetter machen und suchten sich deshalb ihre Motive am Strand. 

Kurz danach verließen wir Flakstadøya wieder und fuhren über die die E10 auf die Insel Vestvagøy. Hier steuerten wir Uttakleiv Beach an. Die Straße dort hin war sehr schmal und führte zum Schluss durch einen über einen Kilometer langen, einspurigen Tunnel. Dafür war der Verkehr gering und die Aussicht super. Vor dem Tunnel liegt Haukland Beach mit einem weiten Sandstrand. Uttakleiv besteht nur aus 6 Häusern und einem kleinen Campingplatz. Diesen steuerten wir dann auch an und suchten uns einen Platz am Berghang. Nach der letzten Nacht wollten wir dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bieten.

Für größeres Bild bitte klicken!Ich packte das Regenzeug in den Rucksack und wanderte mit Amarok über die alte Küstenstraße nach Haukland Beach. Unterwegs blieb es trocken und die Sonne schaffte es kurzzeitig durch die Wolken und sorgte so auf dem Wasser für schöne Lichtspiele. Bei dem Wind war ich froh, wieder im schützenden Wohnmobil zu sein. Mir taten nur die Wanderer leid, die ihre Zelte am Strand aufgebaut hatten.  Für größeres Bild bitte klicken!

Da die Aussicht auf Mitternachtssonne bescheiden war, machte ich es der Fotogruppe vom Vormittag nach und suchte Motive am Strand. Die Sonne warf immer mal wieder ein paar Strahlen durch die Wolken. Die Reflektionen auf dem Wasser trugen ihren Teil zur Stimmung bei. 

Für größeres Bild bitte klicken!Die folgende Nacht war noch um einiges stürmischer als die Nacht davor. Trotz unseres ausgewählten Standorts schaukelte es doch sehr. Alle Wohnmobile, die sich am Abend ganz vorne in die erste Reihe gestellt hatten, waren in der Nacht weiter nach hinten gefahren; selbst Fahrzeuge mit Hubstützenanlagen.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst nach Leknes zum Einkaufen. Der Wind war immer noch sehr heftig und es regnete. Wir staunten über die vielen Radfahrer, die dennoch hier unterwegs waren. Darunter sahen wir auffallend viele junge Frauen. Nur die Harten kommen in den Garten. 

Gegen Mittag ließ der Regen nach und wir beschlossen, nach Eggum zu fahren. Dort gibt es einen Stellplatz an der alten Radarstation. So folgten wir zunächst wieder der E10. Als wir in Borg das Wikinger-Museum passierten, sahen wir einen rappelvollen Parkplatz. Gut, dass wir das Museum schon 2009 besucht haben.

In Eggum wanderten wir zum Kopf. Das ist ebenfalls ein Kunstwerk der Skulpturlandschaft. Der Kopf wurde vom Schweizer Markus Raetz aus Eisen und Granit geschaffen und verändert seine Form und damit auch den Ausdruck sechzehnmal. Je nach Standort ist der Kopf mal ein klassisches Portrait und steht dann an anderer Stelle auf dem Kopf. Wie wir uns aber auch stellten, es gelang uns auch diesmal nicht, alle 16 Ausdrücke zu erkennen.

Der Himmel war immer noch bedeckt und sie Aussicht auf Mitternachtssonne gering. So beschlossen wir zur Insel Gimsøy zu fahren. Dort kannten wir einen kleinen Campingplatz mit Meerblick nach Norden. Auf Grund des schon seit Tagen bedeckten Himmels wollte ich unserer Aufbaubatterien mal wieder am Stromnetz aufladen und am Laptop Bilder sichern. Die Batterien hatten zwar noch 70% ihrer Kapazität, aber ich wusste ja nicht, wann wir wieder Sonne zum Laden haben würden.

Auf Hov Camping hatte sich nicht viel verändert, aber die auf der anderen Straßenseite liegende Landzunge war die Zahl der Ferienhäuser gestiegen. Auf unserem Spaziergang zum Hafen sahen wir ein größere Reitergruppe. Sie kamen von Hov Hestegård, einem Pferdehof direkt neben dem Campingplatz. Dort kann man auf Islandpferden am Strand entlang reiten. Eine gute Alternative zum Golfen. Auf der anderen Seite vom Campingplatz befindet sich nämlich der nördlichste Golfplatz der Welt.

Für größeres Bild bitte klicken!Hov hat einen der wenigen Fischerhäfen auf der Nordseite der Lofoten aber auch hier gibt es die berühmten Trockenfischgestelle. Mir fiel ein, dass ich sie in diesem Jahr noch gar nicht fotografiert hatte. 

Für größeres Bild bitte klicken!Der nächste Morgen weckte uns mit einer Überraschung: Die Sonne schien uns ins Wohnmobil! Schon während der Hunderunde konnte ich mich an den schönen Farben der Natur erfreuen. Ganz was anderes, als bei grauem Himmel! 

Nach dem Frühstück wanderte ich mit Amarok auf den 368 m hohen Hovden. Auf diesem Berg war ich 2009 schon mal mit Giovanni. Vom Gipfel und natürlich auch während der Wanderung hat man eine schöne Aussicht auf die Lofoten und die Vesterålen. Während der Wanderung merkte ich halt doch, dass man älter wird. Dazu kam mein Handicap durch die gebrochene Hand. Aber ich hatte ja unseren Zughund dabei, der mich bergauf ganz wunderbar unterstützte.

Für größeres Bild bitte klicken!Während einer Pause hatten wir eine Begegnung der besonderen Art. Ein Seeadler war auf uns aufmerksam geworden und flog bis auf ca. 20 m auf uns zu. Ich war dann doch froh, dass er abdrehte. In der ganzen Aufregung habe ich es natürlich versäumt, ihn zu fotografieren. War aber schon ein toller Anblick. 

Für größeres Bild bitte klicken!Nach der Wanderung setzten wir die Fahrt mit dem Wohnmobil fort. Unser nächstes Ziel war die Kirche von Gimsøy. Das Holzgebäude von 1876 steht direkt am Meer und ist zum Schutz gegen die starken Winde mit Stahlseilen abgespannt. Bei unserem Besuch 2009 war die Kirche eingerüstet, sodass wir diesmal die Fotos nachholen mussten. 

Für größeres Bild bitte klicken!Über eine Brücke gelangten wir zur Insel Austvågøy. Wir wollten nach Svolvær, dem Hauptort der Lofoten. Hier gibt es einen Wohnmobilhändler, der auch deutsche Gasflaschen auffüllt. Durch das vermehrte Heizen war eine unsere drei 5kg- Flaschen schon leer und wir waren erst 13 Tage unterwegs. Der Händler war schnell gefunden und die Flasche wurde auch problemlos gefüllt. Nur beim Bezahlen habe ich doch etwas gestutzt: 275 NOK (knapp 29 €). Zum Vergleich: bei meinem Händler in Deutschland kostet die Füllung 6 €. Wir kauften noch etwas ein und verließen Svolvær wieder. Es war uns zu voll. 

Für größeres Bild bitte klicken!Für die obligatorische Kuchenpause steuerten wir den Rastplatz Austnesfjorden an. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Kirche von Sildpollen. Über Holzstege kann man etwas spazieren gehen und die alpine Landschaft aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Natürlich war der Rastplatz entsprechend gut besucht. Aber solange kein Reisebus kam, ging es eigentlich. 

In Norwegen sind viele Rastplätze mit Ver- und Entsorgungseinrichtungen für Wohnmobile ausgestattet. Aber auf diesem Platz gibt es Hightech. Man schiebt seine volle Kassette in einen Automaten und bekommt sie entleert, gereinigt und mit Sanitärflüssigkeit befüllt wieder zurück. Und das Ganze kostenlos!

Für größeres Bild bitte klicken!Wir folgten der E10 weiter an der Küste entlang. Durch verschiedene Tunnel und über die Raftsundbrücke gelangten wir auf die Insel Hinnøy. Hier kannten wir von unseren früheren Touren einen kleinen SB-Campingplatz. Er liegt bei Raften direkt am Raftsund. Als wir 2008 dort waren, musste man die Gebühr von 130 NOK noch in einem Umschlag stecken und dann in einen Briefkasten werfen. Damals waren wir die einzigen Gäste auf dem Platz. Jetzt bezahlt man 150 NOK (wahlweise auch mit Karte) an einem Automaten und ist dafür nicht mehr allein. Rund 20 Wohnmobile leisteten uns Gesellschaft.  Wir fanden einen Platz mit Blick auf den Raftsund und damit (Bild 43) auf die vorbeifahrenden Schiffe. Kurz vor Mitternacht passierte das nordwärts fahrende Schiff der Hurtigruten, die „MS Nordnorge“ mit lauten Hupen den Campingplatz. Leider hatte sich der Himmel wieder zugezogen und mit 8°C war es auch ziemlich frisch. Für größeres Bild bitte klicken!

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen nieselte es leicht. Heute wollten wir die Insel Hinnøy erkunden. Aber zunächst kamen wir nur bis Digermulen. Der Regen hatte aufgehört und ich hatte Lust auf eine Wanderung. So machten wir uns auf dem „Kaiserweg" zum Digermulen- Gipfel. Eine leichte Wanderung, die wir 2008 schon mal gemacht hatten. Sie hat uns damals wegen der grandiosen Blicke, zunächst auf das gegenüberliegende Festland und weiter oben auf den Raftsund und die Gebirgskette des Trolltindan, begeistert. Leider sahen wir in diesem Jahr die Gipfel der Berge nicht. Nur ab und zu fanden ein paar Sonnenstrahlen den Weg durch die Wolkendecke. Sie sorgten dann für schöne Farbspiele.  Für größeres Bild bitte klicken!

Nach der Wanderung fuhren wir noch etwas über die Insel, drehten dann aber doch um und suchten uns einen Parkplatz mit Blick auf die Zufahrt zum Trollfjord. Gegen 16:00 Uhr sollte hier das südwärts fahrende Hurtigruten- Schiff vorbeikommen. Es war schon beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die „MS Finnmarken“ vor unseren Augen drehte um dann in den schmalen Trollfjord zu fahren.  Für größeres Bild bitte klicken!

Wir beschlossen noch eine Nacht in Raften zu bleiben. Auf dem Campingplatz trafen wir ein Ehepaar, dass schon in der Sturmnacht auf dem Akkarvikodden Rastplatz neben uns gestanden hatte. Der Mann hatte geangelt und so bekamen wir eine große Portion frischen Dorsch.

So schön der Campingplatz lag, für Hundebesitzer war er nicht ideal. Man musste immer an der Straße lang gehen. Zum Glück fuhren nicht allzu viele Autos. Also fuhren wir weiter, in der Hoffnung auf besseres Wetter und schönere Hundeauslaufflächen.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir überquerten die Raftsundbrücke und fuhren die E10 wieder zurück. Kurz danach verließen wir sie und fuhren am Myrlandstranda entlang. Hier hat man zwar eine schöne Aussicht, aber es gab kaum Parkmöglichkeiten. Überall Ferienhäuser und „Private“- Schilder. Aber der Abstecher über die Schotterpiste hat sich dennoch gelohnt. Für größeres Bild bitte klicken!

Kurz danach erreichten wir Fiskebøl. Hier verließen wir die Lofoten und fuhren mit der Fähre auf die Versterålen. Leider hatten wir in diesem Jahr auf den Lofoten keine Mitternachtssonne gesehen. Da wir aber weiterhin nach Norden fuhren, bestand ja noch Hoffnung.


Vesterålen und Senja

Wir hatten die Inselgruppe der Vesterålen während unserer Tour 2009 schon einmal besucht. Damals war eine Walsafari unser Ziel. Sie startete in Andenes, dem nördlichsten Ort der Insel Andøya. Die Fahrt dorthin ist uns in positiver Erinnerung geblieben, sodass wir damals schon beschlossen, die Inselgruppe einmal näher kennen lernen zu wollen.

Die Region bietet eine sehr abwechslungsreiche Landschaft: Schroffe Gebirgsformationen erheben sich wie auf den Lofoten direkt aus dem Meer, während einsame, weiße Sandstrände Erinnerungen an südliche Länder aufkommen lassen. Insgesamt ist die Landschaft lieblicher als auf den Lofoten. Dafür sorgen Moore, einsame Gebirgstäler und kleine Hochebenen.

Für größeres Bild bitte klicken!Auf der Fähre nach Melbu standen wir neben einem Tesla Model S. Hatten wir zu Beginn unserer Reise noch gedacht, man würde Elektroautos nur in Ballungsräumen antreffen, so wurden wir eines Besseren belehrt. Selbst hier oben im Norden, weit ab von Großstädten trafen wir sehr viele E-Autos, die man zum Teil nur an ihren besonderen Kennzeichen erkennt.

Grund dafür sind die staatlichen Vergünstigungen und finanziellen Anreize, die die norwegische Regierung geschaffen hat, sodass Elektroautos zum Teil preiswerter sind als Verbrennungsmotorfahrzeuge. Die Elektroautos hatten 2015 einen Anteil bei den Neuzulassungen von 23 Prozent, womit Norwegen weltweit führend ist. Ein Käufer eines Elektroautos erhält Vergünstigungen (keine Mehrwertsteuer, keine Abgassteuer usw.) von etwa 20.000 Euro pro Fahrzeug. Elektroautos dürfen auf vielen Busspuren am Stau vorbeigefahren werden. Parken ist kostenlos, ebenso das Benutzen der Fjordfähren, das Auftanken an den 4000 öffentlichen Ladestationen sowie das Benutzen von mautpflichtigen Strecken, von denen es in Norwegen viele gibt. (Quelle: Wikipedia)

Aber zurück zu unserer Reise. Erstes Ziel auf den Vesterålen war Stokmarknes. In diesem idyllischen Dorf gründete Richard With vor mehr als 120 Jahren die erste Hurtigruten Reederei. Hier befindet sich auch das Hurtigruten-Haus mit dem Hurtigruten Museum. Bei der Besichtigung begibt man sich auf eine Zeitreise entlang der Küste. Man sieht, welche Änderungen in den vergangenen 120 Jahren an Bord der Schiffe vorgenommen worden sind. Aber auch Berichte über Schiffsunglücke sind Teil der Ausstellung. Neben dem Museum liegt die alte „MS Finnmarken“. Das 1956 in Dienst gestellte Hurtigruten-Schiff wurde nach seiner Ausmusterung 1993 auf dem Museumsgelände aufgedockt und kann besichtigt werden kann. Wegen der fortschreitenden Korrosion wurde das Museumsschiff kurzfristig mit einem Leichtbau-Dach aus Trapezblechen abgedeckt. Mittelfristig sind größere Aufwendungen für den Erhalt des Schiffes notwendig.

Für größeres Bild bitte klicken!Der Besuch auf dem alten Schiff war sehr beeindruckend, auch wenn es wohl nicht mehr mit den modernen Schiffen vergleichbar ist. Die Sehnsucht wuchs, als die „MS Polarlys“ nebenan anlegte.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir nutzen einen Parkplatz in der Nähe für unsere Kuchenzeit und einen Spaziergang mit dem Hund. Anschließend hatten wir Gelegenheit, die Passage der Polarlys unter der Hadselbrua zu betrachten. Wir fuhren über die Brücke auf die Insel Langøya. 2009 hatten wir die östliche, schnellere Route benutzt. In diesem Jahr fuhren wir deshalb über die westliche Passage direkt an der Küste entlang.

Für größeres Bild bitte klicken!Leider war der Himmel bewölkt. Dennoch waren die Eindrücke sehr abwechslungsreich. Im Norden der Insel fuhren wir durch eine Moorlandschaft; flach und braun. Unser Tagesziel war der Stellplatz von Stø. Dieser kleine Ort ist ebenfalls ein beliebtes Touristenziel, da von hier aus auch Walsafaris starten.

Heute wollten wir den Dorsch grillen, den wir gestern geschenkt bekommen hatten. Aber keine Chance. Der Wind blies den Gasgrill ständig aus, sodass wir den Fisch letztlich im Wohnmobil zubereiten mussten. Wider Erwarten hielt sich der Fischgeruch aber in Grenzen. Dafür schmeckte er umso besser. Unsere Hoffnung auf Mitternachtssonne wurde wieder nicht erfüllt.

Für größeres Bild bitte klicken!Dafür staunten wir am nächsten Morgen nicht schlecht, als uns strahlend blauer Himmel begrüßte. Wieder hatte sich das Wetter innerhalb kürzester Zeit radikal geändert. Die Rückfahrt von Stø durch das Moor machte richtig Spaß. Was ein blauer Himmel ausmacht.

Für größeres Bild bitte klicken!Kurz vor Myre bogen wir nach links ab. Wir wollten nach Nyksund, einem etwa 15 Einwohner sowie bis zu 40 Touristen zählendes Fischerdorf. (Quelle: Wikipedia) Es liegt am Nordrand der Insel Langøya und ist über eine teils asphaltierte und teils nur geschotterte Straße zu erreichen. Das Dorf ist in der Vergangenheit schon mehrere Male verlassen worden, als Fischer keine ausreichende Lebensbasis mehr sahen. Seit einigen Jahren wird es wiederbelebt.

Für größeres Bild bitte klicken!Das Ortsbild prägen die bunten Fischerhäuser, die sich in eine schmale Bucht zwängen. Teilweise sind sie noch verfallen, einige schon renoviert und eingerichtet. Bekannt geworden ist Nyksund inzwischen für seine Reggae- und Ska-Konzerte sowie seine Gastronomie. In den letzten Jahren stieg der Anteil norwegischer Bewohner wieder.

Für größeres Bild bitte klicken!Allgemein wird in dem Ort auf Ursprünglichkeit Wert gelegt und versucht der begrenzten Anzahl an Touristen ein authentisches Bild der ursprünglichen Lebensweise zu vermitteln. In Nyksund beginnt auch die Wanderroute Königinnenweg, welche sich nach einem ersten Anstieg teilt und für eher ungeübte Wanderer an der Küste entlangführt und für erfahrene Wanderer seinen Weg durch die Berge findet. Beide Wege enden im Nachbardorf Stø und können gegebenenfalls als Rundwanderweg genutzt werden. Für uns auf jeden Fall ein Grund, noch einmal wieder zu kommen.

Für größeres Bild bitte klicken!Während der Fahrt von Nyksund nach Sortland mussten wir des Öfteren anhalten um unsere Eindrücke auf den Chip zu bringen. Was doch ein blauer Himmel ausmacht. Kein Vergleich zu der Fahrerei unter einer dicken Wolkendecke.

Für größeres Bild bitte klicken!In Sortland erwartete uns eine kleine Überraschung. Es war Sonntag und wir mussten noch etwas einkaufen. In Skandinavien eigentlich kein Problem, da die Geschäfte auch sonntags geöffnet sind. In Sortland suchten wir danach allerdings vergebens. In der Innenstadt gähnende Leere. Schließlich fanden wir ein Einkaufszentrum, vor dem viele Autos parkten. Hier gab es eine Sonntagsbutik: einen Laden mit eingeschränktem Angebot, der nur sonntags geöffnet hatte. Hauptsache, wir bekamen unseren Kuchen.

Für größeres Bild bitte klicken!Auf der Insel Andøya fuhren wir über die westliche Küstenstraße. Sie ist auch als Landschaftsroute ausgezeichnet. Die Straße führt zwischen Berge und Küste und später auch durch Moore nach Andenes. Zwischendurch fanden wir schöne Rastplätze mit Zugang zum Meer. Bei solch einem Wetter war das Fahrspaß pur.

Für größeres Bild bitte klicken!In Andenes fuhren wir auf den Campingplatz, den wir schon von der Walsafari kannten.  Er liegt an einem schönen Sandstrand und mit freien Blick nach Norden.  Heute sollten wir in diesem Jahr zum ersten Mal die Mitternachtssonne sehen. Zunächst machten wir mit Amarok einen Strandspaziergang und ich suchte eine Location für die Mitternachtsaufnahmen.

Für größeres Bild bitte klicken!Zwischenzeitlich hatten sich einige vereinzelte Wolken vor die Sonne geschoben, aber pünktlich zu Mitternacht setzte sich die Sonne durch und sorgte für die Bilder, derentwegen wir die lange Reise gemacht hatten.

Für größeres Bild bitte klicken!Während sich die tiefstehende Sonne im Meer spiegelt, sorgte sie an Land für lange Schatten und außergewöhnliche Farben. Die Mücken nutzen das Licht für ihre Spielchen und umschwirrten uns. Zwei Jugendliche kamen mit ihren Mopeds zum Stand, zogen sich aus und gingen eine Runde schwimmen. Bei den Temperaturen wäre ich nie auf die Idee gekommen, aber nur die Harten kommen in den Garten.

Für größeres Bild bitte klicken!Als wir zum Campingplatz zurückkamen, war es schon sehr ruhig. Obwohl es taghell war, schliefen alle. Wir machten die Verdunklung am Wohnmobil zu und taten es ihnen gleich. Heute war ein schöner Tag mit vielen Bildern, die im Gedächtnis und auf der SD-Karte bleiben werden.

Vor 9 Jahren war Andenes der nördlichste Punkt unserer Reise. In diesem Jahr sollte es weiter nach Norden gehen. Mindestens bis Tromsø, eventuell sogar noch weiter. So nahmen wir in Andenes die Fähre nach Gryllefjord. Leider war unsere Ferjekort hier nicht mehr gültig und wir mussten den vollen Preis von 1755 NOK bezahlen. Somit kostete die eine Fähre mehr als alle anderen Inlandsfähren bisher zusammen.

Für größeres Bild bitte klicken!Gryllefjord ist ein kleiner Ort auf der Insel Senja, der zweitgrößten Insel Norwegens. Er besteht aus dem Fährhafen und ein paar Häusern. Nicht mal einen Supermarkt gab es hier. Die schmale Küstenstraße Rv86 ist der Anfang einer weiteren Landschaftsroute. Für größeres Bild bitte klicken!Sie verläuft von Gryllefjord nach Botnhamn und hat eine Länge von 102 km. Wir passierten zahlreiche, zum Teil sehr interessante Brücken und Tunnel und folgten weitgehend der Küstenlinie.

Für größeres Bild bitte klicken!Hinter Finnsæter legten wir bei Senjatrollet eine Pause ein. Hier befindet sich der größte Steintroll der Welt und hält auf 2 Etagen viele Überraschungen bereit und wurde nach einer alten Sage der Insel Senja gebaut. Im größten Trollweib der Welt befindet sich eine Konzertbühne und das Feenland „Hulderheimen“ ist ebenfalls sehenswert.

Für größeres Bild bitte klicken!Kurz danach mussten wir die Küste verlassen und auf der Rv862 zunächst einen Berg hochfahren. Im Skalandtunnel fuhren wir schließlich unter dem Berg durch. Dieser fast 2 km lange Tunnel war einspurig und man musste bei entgegenkommenden Fahrzeugen rechtzeitig eine Ausweichstelle anfahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Bevor wir wieder zur Küste hinunterfuhren, hielten wir am Bergsbotn Rastplatz. Hier wurde eine interessante Aussichtsplattform errichtet, auf der man in luftiger Höhe stehen und über den Bergsfjord und das dahinter liegende Meer blicken konnte. Die Fahrt führte uns weiter über eine zeitweise schmale, kurvenreiche Straße nach Skaland. Hier fanden wir einen Supermarkt mit schönem Rastplatz.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach der Pause fuhren wir ein kurzes Stück zurück, um dann weiter der Landschaftsroute zu folgen. Ein weiterer Tunnel lag vor uns und als wir ihn verließen, erwartete uns ein toller Blick auf das Meer.

Für größeres Bild bitte klicken!Unmittelbar hinter dem Tunnelausgang sahen wir einen schönen Rastplatz kurz vor Steinfjord direkt am Strand. Das sollte unser nächster Übernachtungsplatz werden. Über die alte Küstenstraße konnte ich mit Amarok schön spazieren gehen und dabei die Sonne genießen. Heute hatten wir zum zweiten Mal Mitternachtssonne!

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen unternahmen wir noch einen ausgiebigen Strandspaziergang. Neben Muscheln und dem üblichen Strandgut fanden wir auch einen alten Motor. Das erinnerte mich so an den Wassermotor, den wir mal an der Ostsee gesehen hatten.

Wir folgten der Landschaftsroute und passierten den Tungeneset Rastplatz. Er sah aber eher nach einem Campingplatz aus. So voll war es hier. Da waren wir doch froh, den Rastplatz in Steinfjord gefunden zu haben; auch wenn er kein WC hatte.

Für größeres Bild bitte klicken!Zur Entsorgung und zum Einkaufen fuhren wir nach Senjahopen. Zwischenzeitlich hatte sich der Himmel wieder zugezogen. Wir setzen unsere Fahrt zur nächsten Fähre fort.  Dabei mussten wir wieder mehrere Tunnel passieren. Dabei fielen uns an den Tunneleinfahrten eine Art Briefkasten auf. Sie sind für die Radfahrer und enthalten Warnwesten. Außerdem befindet sich darin ein Schalter, mit dem eine Warnlampe „Radfahrer im Tunnel“ eingeschaltet wird. Am Tunnelausgang muss der Radfahrer die Weste wieder abgeben und die Warnlampe ausschalten.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir setzten mit der Fähre von Botnhamn nach Brensholmen auf die Insel Kvaløya über. Wir folgten der Küstenstraße und fanden zufällig am Ende des Nordfjorden einen Parkplatz direkt am Strand. Hier mündet ein Fluss in das Meer und man konnte mit dem Hund wunderbar spazieren gehen. Dabei beobachteten wir eine Frau, die am Strand jede Menge Plastik einsammelte. Alles Treibgut!

Für größeres Bild bitte klicken!Am nächsten Morgen fuhren wir über eine Hochebene auf die andere Seite der Insel. Dort sahen wir schon von weitem die riesige Brücke zur Insel Tromsøya, unserem nächsten Ziel.

Fortsetzung folgt ....

Kommentare  

0 #2 ReiseberichtGert 2018-11-26 18:13
Hallo ihr alten Norwegenfahrer. Das war ja wieder eine schöne Reise von Euch. Kam mir so einiges bekannt vor. Uns fehlt ja noch das Stück längs der Küste vom Nordkap nach Kikenes. Allerdings ist eigentlich das Baltikum vorher dran.
Weiterhin gute Fahrt.
Gudrun&Gert
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0 #1 Schöner BerichtWerner Stange 2018-10-26 09:23
Hallo Wilfried,
endlich mal wieder ein toller Reisebericht. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.
Gruß Werner
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