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Tromsø und die E8

Für größeres Bild bitte klicken!Geht man davon aus, dass die Hauptstraße in eine Stadt führt, dann näherten wir uns Tromsø von hinten über die 862 und trafen als erstes auf den Flughafen. Wir fuhren ganz dicht an den Fliegern vorbei und landeten als nächstes in einem riesigen Einkaufszentrum. Nun stand shoppen auf dem Programm. Ich brauchte eine Regenhose. Der weitere Weg führte uns mal wieder in einen Tunnel. Aber dies war kein „normaler“ Tunnel. Die gesamte Stadt ist von einem Tunnelsystem mit Kreisverkehren und Parkhäusern durchzogen. Das war schon etwas Besonderes. So gelangten wir relativ schnell zum Polaria.

Für größeres Bild bitte klicken!Das Polaria ist ein erlebnisorientiertes Museum, das sich nahe dem Stadtzentrum unmittelbar am Ufer des Tromsøysundes befindet. Schwerpunkt des Erlebnis- und Informationszentrums bilden Ausstellungen, die sich mit der Polarforschung befassen. Das Museum vermittelt Wissen über die Polargebiete und die Barentsregion. Zu den Attraktionen zählen mehrere Aquarien und Becken, die bekannte Fischarten aus der Barentssee und Meeressäuger wie beispielsweise Bartrobben enthalten. Die Fütterung der Robben ist eine besondere Attraktion. Leider waren bei unserem Besuch mehrere Busladungen von Hurtigruten-Fahrern im Museum. Das war dann nicht mehr so schön.

Für größeres Bild bitte klicken!Das Museum ist in einer charakteristisch geformten Stahlbeton-Konstruktion untergebracht, die an fünf sich an Land schiebende Eisschollen erinnern soll; passend zur Eismeerkatherale, die wir später noch besuchen wollten.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Fahrt durch die Innenstadt von Tromsø beeindruckte durch die Kombination von alten Holzhäusern und modernen Gebäuden aus Glas und Stahl. Wir sahen nur wenige Parkplätze, aber dafür immer wieder Parkhäuser in Tunneln.

Für größeres Bild bitte klicken!Über eine weitere große Brücke gelangten wir auf das Festland. Hier befinden sich weitere Stadtteile der größten Stadt Nordnorwegens und auch der Campingplatz. Bei der Fahrt über die Brücke schaut man direkt auf die Eismeerkathedrale und die Seilbahn Fjellheisen, die auf Storstein, den Hausberg von Tromsø, führt.

Für größeres Bild bitte klicken!Auf der Fahrt zum Campingplatz sahen wir ein paar Wohnmobile auf einem großen Platz neben einer Baustelle stehen. Wir stellten uns dazu und hatten einen Übernachtungsplatz direkt am Ufer mit Blick auf die große Brücke und die Insel Tromsøya. Natürlich musste ich auch wieder ein Schiff der Hurtigrouten unter der Brücke fotografieren.

Für größeres Bild bitte klicken!Von unserem Stellplatz blickten wir auch direkt auf die Eismeerkathedrale mit ihren bis auf den Boden reichenden Dachschrägen. Bei unserem Besuch der Kirche hatten wir Glück, da gerade ein Organist probte. So konnten wir die großartige Akustik live erleben. Aber auch ohne die musikalische Untermalung war der Besuch der Kirche ihr Eintrittsgeld wert.

Der Abendspaziergang mit Hund führte mich zu dem Campingplatz, der allerdings sehr voll und auch eng war. Da standen wir auf unserem Parkplatz schon besser. Leider hatte es sich mal wieder zugezogen und der Gipfel der Seilbahn war nicht mehr zu sehen, …und da wollten wir morgen hoch.

Für größeres Bild bitte klicken!Außerdem stand eine – im wahrsten Sinne des Wortes – wegweisende Entscheidung an. Sollen wir zum Nordkap fahren oder uns wieder auf den Heimweg machen? Wir waren nun knapp 3 Wochen unterwegs und hatten noch 14 Tage Zeit. Letztlich entschieden wir uns für die Rückfahrt. Wir wollten gemütlich durch Schweden fahren und uns nicht abhetzen. Außerdem brauchen wir ja noch Ziele für die kommenden Jahre. Das Nordkap muss also noch etwas auf uns warten!

Am nächsten Morgen erwartete uns wieder ein strahlend blauer Himmel. Dem Besuch des Storstein stand also nichts mehr im Weg. Während des Frühstücks kam ein städtischer Radlader. Der Fahrer machte uns freundlich darauf aufmerksam, dass dies kein Stellplatz sei und er die Zufahrt bald mit Betonblöcken schließen würde. Mittlerweise standen ca. 20 Wohnmobile auf dem Platz. Da muss sich der Besitzer des Campingplatzes wohl beschwert haben. Uns war es egal, wir wollten eh weiter.

Für größeres Bild bitte klicken!Wir fuhren zunächst einkaufen und parkten den Hobby 600 in der Nähe des EKZ, da der Parkplatz an der Seilbahn sehr eng und auch teuer war. Da liefen wir lieber 10 Minuten zu Fuß. Die Fahrt auf den 420m hohen Berg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Uns erwartete eine großartige Aussicht über Tromsø und seine Umgebung. Natürlich war es auch hier relativ voll, aber wenn man etwas wanderte, wurde es zunehmend leerer und der Hund konnte sich in den noch vorhandenen Schneefeldern austoben.

Für größeres Bild bitte klicken!Nachdem die Seilbahn uns wieder heruntergebracht hatte, verließen wir die Stadt auf der E8, die von Tromsø bis nach Turku in Finnland führt. Wir wollten dieser Straße in Finnland bis nach Tornio folgen und dann nach Schweden „abbiegen“.

Für größeres Bild bitte klicken!So fuhren wir zunächst ein gutes Stück an einem Fjord entlang. Zwischenzeitlich war der Himmel wieder grau. Aber zum Glück setzte sich die Sonne wieder durch. So konnten wir wieder interessante Lichtspiegelungen im Wasser sehen. Für größeres Bild bitte klicken!Bei Skibotn fanden wir einen Parkplatz am Hafen. Hier am Lyngenfjord machten wir eine Pause und genossen noch einmal die Blicke auf das Wasser und die dahinterliegenden Berge. Kurz darauf würden wir das Nordmeer verlassen und durch das Landesinnere fahren.

Für größeres Bild bitte klicken!Die Straße folgte dem Tal des Fluss Ivgojohka. Es ist eine alte Handelsstraße der Samen und war ursprünglich mit Rentieren nur im Winter befahrbar. Je weiter wir uns von der Küste entfernten, desto interessanter wurde die Landschaft. Wir sahen zahlreiche Wasserfälle, die von den angrenzenden Bergen ins Tal stürzten. Am Rovijokfossen machten wir eine Pause. Hier konnten man über einen Wanderweg dem Wasserfall ins Tal folgen. Natürlich musste man anschließend auch wieder den Berg hoch.

Für größeres Bild bitte klicken!Kurz vor der finnischen Grenze übernachteten wir auf einen Rastplatz abseits der Hauptstraße. Auf unserer Fahrt von Skibotn hatten wir verschiedene Vegetationszonen durchquert. Hier im Grenzgebiet waren wir auf einer Hochebene und hatten erstmals Gelegenheit, die Mitternachtssonne mal nicht an einem Meer zu sehen. Ihr Licht tauchte die Fjell Landschaft in besonders warme Farben. 

In früheren Jahren hatten wir schon mehrmals die Grenze zwischen Schweden und Norwegen passiert. Nie wurden wir kontrolliert. Als wir am nächsten Tag mitten in der Pampa die Grenze von Norwegen nach Finnland passierten, erwarteten uns nette Zöllner. Sie wollten nur wissen, ob wir Fisch dabei hätten. Dann waren wir in Finnland.

Für größeres Bild bitte klicken!Folgten die Straßen in Norwegen meist irgendwelchen Küstenlinien, so waren sie hier oben in Lappland schnurgerade. Im Ort Kilpisjärvi am gleichnamigen See war „etwas los“. Hier sahen wir einige Touristen. Ansonsten waren die Straßen meist leer. Da konnte der Hobby so richtig schön laufen. Ich liebe diese Art von fahren.

Die E8, die hier in Finnland übrigens die 21 ist, folgt weitgehend den Flüssen Könkämäeno, Muonioälven und Torneälven, die hier die Grenze zwischen Schweden und Finnland bilden. Leider gab es in Finnland nicht die schönen mit V/E wie in Norwegen oder Schweden. Sehenswürdigkeiten befanden sich auch meist 30 bis 50 km von der Straße entfernt. Das war uns für einen Abstecher dann doch zu viel.

Für größeres Bild bitte klicken!So steuerten wir in Munio einen Campingplatz an.  Der Spaziergang durch den Ort wurde zu einem besonderen Ereignis. Gefühlt an jedem Haus befand sich ein Hundezwinger mit einem Husky. Sobald uns die Hunde sahen begannen sie zu bellen. So wusste das ganze Dorf, wo wir lang gingen.

In der Nacht erlebten wir dann hautnah wofür Finnland berühmt ist: Mücken! Ich weiß gar nicht, durch welche Ritzen sie überall reingekommen sind, aber es war schlimm. Am nächsten Morgen überall Blutflecken und Ulrike hatte jede Menge Mückenstiche. Als erstes habe ich die Zwangsentlüftung der Dachhaube mit Tesa zugeklebt. Das war wohl das Haupteinfallstor.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach dem Frühstück kauften wir erst einmal Pikiöljy, ein Destillat, das bei der Verbrennung von Kiefernteer entsteht, wenn es in Pech weiterverarbeitet wird. Es wird in Mischung mit anderen Ölen oder Fetten als Mückenschutzmittel verwendet. Wir rochen dann zwar nach Räucherofen, aber es half wenigstens etwas.

Für größeres Bild bitte klicken!Und weiter ging es wieder über die schnurgerade Straße in Richtung Süden. Teilweise mussten wir über eine Schotterpiste fahren. In Pello fanden wir einen schönen Rastplatz für unsere Kuchenpause.  Wir standen neben einer Statue, die Eero Mäntyranta zeigt, einen Skilangläufer aus dem Ort, der von 1960 bis 1968 mehrere Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gewann.

Für größeres Bild bitte klicken!Weiter ging die Fahrt. Kurze Zeit später passierten wir den Polarkreis. Da durfte ein Fotostopp natürlich nicht fehlen. Aber er war bei weitem nicht so spektakulär, wie an der E45 in Schweden. Ein Wirtshaus, das wars.

Bei Aavasaksa steuerten wir den Hügel Aavasaksanvaara an. Er ist das älteste Touristenziel Lapplands. Seine Kuppe liegt 242 Meter über dem Meeresspiegel. Der Hügel ist eine landschaftliche Attraktion und ein Aussichtspunkt. Von hier aus konnten wir eine der offiziellen Nationallandschaften Finnlands bewundern. Um den Hügel herum verläuft ein 4 km langer Naturpfad durch wunderschöne Landschaften. Gerade richtig für einen Wanderung mit dem Hund. Der Hügel ist übrigens der südlichste Punkt Finnlands, an dem man zu Mittsommer die Mitternachtssonne sehen kann.

Für größeres Bild bitte klicken!Nach der Wanderung fuhren wir wieder auf der E8 in Richtung Tornio. Je näher wir der Stadt an der Nordspitze der Ostsee kamen, desto stärker wurde der Verkehr. Allerdings wurde der Himmel auch immer blauer.

Für größeres Bild bitte klicken!In Tornio steuerten wir einen Parkplatz am Ufer des Torneälven an und genossen den Blick auf den Fluss und die Brücken. Und eine Brücke war es auch, die die Grenze zwischen den beiden EU-Mitgliedsländern bildete.  Wie hatten die E8 verlassen und befanden uns in Schweden.

Fortsetzung folgt ....

Kommentare  

0 #4 RE: Lofoten 2018 …endlich wieder Mitternachtsson neWilfried Leske 2019-01-11 16:11
zitiere Dirk Schuster:
Macht immer wieder Spaß sich auf Deiner Homepage umzusehen.

Hallo Dirk,
schön, mal wieder von Dir zu hören! Gruß an Britta.
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0 #3 Reisebericht Norwegen 2018Dirk Schuster 2019-01-11 11:57
Hallo Wilfried,
wieder einmal ein sehr schöner und lesenswerter Reisebericht und tolle Bilder. Macht immer wieder Spaß sich auf Deiner Homepage umzusehen. Alles Gute für Euch.
Gruß
Dirk
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0 #2 ReiseberichtGert 2018-11-26 18:13
Hallo ihr alten Norwegenfahrer. Das war ja wieder eine schöne Reise von Euch. Kam mir so einiges bekannt vor. Uns fehlt ja noch das Stück längs der Küste vom Nordkap nach Kikenes. Allerdings ist eigentlich das Baltikum vorher dran.
Weiterhin gute Fahrt.
Gudrun&Gert
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0 #1 Schöner BerichtWerner Stange 2018-10-26 09:23
Hallo Wilfried,
endlich mal wieder ein toller Reisebericht. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.
Gruß Werner
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